Geflügelhalter geehrt

28.11.2014

© Karsten Bär

Stalltafel und Urkunde überreichte Dr. Gerald Thalheim an den Geschäftsführer der Lorenz Naturhöfe GmbH, Lorenz Eskildsen (l.), und den Geschäftsführer der MET Brutei KG, André Wachs (r.).

Vergangene Woche haben zwei weitere Preisträger des sächsischen Landeswettbewerbes „Tiergerechte und umweltverträgliche Haltung 2013/14“  ihre Auszeichnung erhalten. Auf dem Gänsemarkt in Königswartha der Lorenz Naturhöfe GmbH überreichte Dr. Gerald Thalheim vom Genossenschaftsverband die Auszeichnungsurkunden an Lorenz Eskildsen, Geschäftsführer des gastgebenden Betriebes, und André Wachs, Geschäftsführer der MET Brutei KG in Ostrau. Thalheim übergab zugleich die Stalltafeln, mit denen die beiden Unternehmen als „Betrieb der ausgezeichneten Tierhaltung“ ausgewiesen werden. Die Lorenz Naturhöfe und die MET Brutei KG haben in der Kategorie „Mastgeflügel“ erfolgreich am Wettbewerb teilgenommen.

Für das Ostrauer Unternehmen MET Brutei KG ist die Auszeichnung ein erster Erfolg dieser Art in seiner noch jungen Geschichte. Denn André Wachs (30) hat den Betrieb erst im vergangenen Jahr eingeweiht und steht derzeit in der 40. Produk­tionswoche. Der junge Mann, der aus einer Landwirtfamilie stammt und Agrarwissenschaften in Halle studierte, hat nach seiner Ausbildung in verschiedenen Geflügelbetrieben gearbeitet und dabei den Entschluss gefasst, selbst unternehmerisch in dieser Produktionsrichtung tätig zu werden – zumal er als Rassegeflügelzüchter schon immer ein Faible für Geflügel gehabt habe, wie er sagt. „Mein Hobby ist also in den Beruf eingeflossen“, sagt der junge Mann. Sein Betrieb hält 60 000 Legehennen und 6 000 Hähne, mit denen Bruteier – rund 150 je Henne und Jahr – für die Masthähnchenproduktion erzeugt werden. Die Eier werden an ­einen Brütereibetrieb in Mockrehna geliefert. Drei Mitarbeiter sind im Unternehmen tätig. In der nagelneuen und modernen Anlage, in der die Tiere in Bodenhaltung leben, werden die gesetzlichen Vorschriften nicht nur eingehalten, sondern sogar übererfüllt. Der Tierbestand ist in einem Top-Gesundheitszustand. Grund genug für die Jury des Landeswettbewerbes, dem Betrieb die Auszeichnung zuzuerkennen. „Wir wollen schauen, dass wir in der nächsten Zeit so weitermachen wie bisher“, blickt André Wachs optimistisch auf die weitere Entwicklung seines jungen Unternehmens.

Die Ehrung als „Betrieb der ausgezeichneten Tierhaltung“ erhielt innerhalb der Lorenz Naturhöfe die Biohähnchen-Farm in Kreba-Neudorf. Dort  werden jährlich 100 000 Masthähnchen der Rasse Hubbard ISA 757 erzeugt. Die Mastzeit endet bei einem Lebend­gewicht von 2,7 bis 3,2 kg nach 69 bis 77 Tagen. Jährlich werden ca. sieben Durchgänge gemästet. Geschlachtet werden die Hähnchen in Gönnathal in Thüringen und Severin in Meck­lenburg-Vorpommern. Das Futter bezieht der Betrieb aus einer Biofuttermühle bei Delitzsch. Der Biomist wird an Vertragspartner geliefert, von denen auch das Stroh bezogen wird.

Der Standort in Kreba verfügt über drei kombinierte Aufzucht- und Mastställe zu je 1 000 m2 Fläche einschließlich eines fünf Meter breiten Wintergartens. Jeder Stall bietet 4 800 Hähnchen Platz. Jedem Tier stehen 4 m2 Grünauslauf zur Verfügung, der ab der dritten Lebenswoche genutzt wird. Der Zugang  zum Wintergarten und zum Freiland wird durch ausreichend Luken gewährleistet. Auch innerhalb der Ställe steht den Masthähnchen ausreichend Tageslicht zur Verfügung. Das Platzangebot entspricht den Biorichtlinien. Insbesondere der gute Gesundheitszustand der Tiere, das große Platzangebot und der Auslauf in das Freiland wurden von der Wettbewerbsjury als besonders positiv bewertet.

Unter die Zufriedenheit über das gute Abschneiden im Wettbewerb mischt sich bei Geschäftsführer Lorenz Eskildsen derzeit allerdings einige Sorge wegen des Auftretens der Geflügelpest in Deutschland und benachbarten Ländern. Sein Unternehmen war vor einigen Jahren bereits direkt betroffen. „Das darf nicht noch mal passieren!“, meint er. Was er fürchte  sei die Tatsache, dass die Seuche an sehr vielen und relativ weit voneinander entfernten Orten auftrete – und zudem auch bei Beständen, die im Stall gehalten werden. Es stelle sich die Frage, welchen Eintragsweg das Virus genommen habe. „Mit einer Einstallpflicht wird das Problem offenbar nicht gelöst“, befürchtet Eskildsen. In den Betriebsstandorten seines Unternehmens habe man inzwischen Vorkehrungen getroffen. „Alles, was man tun kann“, wie der Geflügelhalter betont. Hierzu zähle etwa, die Besucherfrequenz zu reduzieren und Besichtigungen der Bestände durch Betriebsfremde vorerst nicht mehr zuzulassen.     

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