Einsatz des Testgespanns. (c) Jörg Möbius

Strip-Till: Drei Viertel der Fläche bleiben unbearbeitet

Saubere, frei geräumte Saatreihen für die anschließende Aussaat schaffen: Wir waren bei der Vorführung eines Strip-Till-Gerätes bei Landwirt Marco Hintze in Groß Kreutz westlich von Berlin dabei.

Von Jörg Möbius

Auch bei Kuhn spürt man das zunehmende Interesse an der Strip-Till-Technik. Termine für Vorführungen zu koordinieren ist schwierig. „Was im Prinzip nicht geht, ist, unseren Striger einem Landwirt zum Test zu geben, der damit noch nicht gearbeitet hat“, erklärt Eric Rummland, Produktmanager Minimum Tillage bei Kuhn.
„Vielseitige Einstellungsmöglichkeiten und gewisse Skepsis, da nicht nur eine Maschine vorgeführt wird, sondern auch ein komplett anderes Bodenbearbeitungsverfahren. Um diese gedankliche Hürde zu senken, bieten wir dem Landwirt eine Komplettlösung.“ Deshalb hat der Landtechnikanbieter Ende April eine Vorführtour für Interessenten organisiert.

Erste generation Striger für Strip-Till-Landwirtschaft

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Video (c) Jörg Möbius

Dafür stand ein Gespann zur Verfügung, mit dem ein Landwirt im Jerichower Land arbeitet. Jörg Schulze Wext aus Bergzow war an der Erprobung der ersten Generation Striger beteiligt und ist auch heute in engem Kontakt mit dem Hersteller bei der Weiterentwicklung der Technik. Das Vorführgespann bestand aus einem John Deere 8530 mit stufenlosem Getriebe, dem achtreihigen Striger für Mais mit 75 cm Reihenabstand und Düngetechnik, um mineralischen Dünger abzulegen. „Diesel für die eine Vorführfläche von zehn Hektar und wenn gewünscht Dünger stellen die Landwirte, das Gespann mit Fahrer wir“, berichtet der junge Produktmanager.

Ende April bot sich die Gelegenheit, die Vorführung bei Landwirt Marco Hintze in Groß Kreutz westlich von Berlin zu begleiten. Hintzes haben als ansässige Landwirte nach der Wende einen Betrieb aufgebaut, der von 60 auf jetzt rund 600 ha bewirtschafteter Fläche gewachsen ist. Marco Hintze ist seit 2017 Präsident des Brandenburger Bauernbundes.

Absprache: Eric Rummland (l.) und Marco Hintze besprechen den Einsatz des Testgespanns.
Absprache: Eric Rummland (l.) und Marco Hintze besprechen den Einsatz des Testgespanns.
Einsatz des Kuhn Strigers im Testgespann zur Strip-Till-Landwirtschaft.
Einsatz des Strip-Till-Testgespanns. (c) Jörg Möbius

„2002 sind wir von Milch- auf Rindfleischproduktion mit Mutterkühen umgestiegen“, berichtet Marco Hintze. Die Direktvermarktung unter dem Label regionales Futter, Weidehaltung von April bis November, Stroh im luftigen Stall und regionale Schlachtung wird inzwischen gut angenommen.

Den Testschlag neben der Autobahn hatte Hintze schon eine Woche vorher mit Gärrest versorgt, diesen breitflächig ausgebracht und eingearbeitet.

perfekt vorbereitet für die aussaat

Ziel des Einsatzes eines Strip-Till Gerätes ist, eine saubere, frei geräumte Saatreihe für die anschließende Aussaat schaffen. Der Striger baut auf vier verschiedenen Komponenten auf, die nacheinander angeordnet sind (Abbildung): Eine Schneidscheibe öffnet den Weg für die nachlaufenden Zinken und schneidet die auf dem Acker verbliebenen Pflanzenrückstände.
Es folgen frei bewegliche Sternklutenräumer, die die Furche von Pflanzenrückständen frei räumen. Anschließend lockert ein Zinken den Boden bis zu 30 cm tief, zwei gewellte Scheiben halten die gelockerte Erde im Streifenband. Die nachfolgenden Andruckrollen brechen Kluten und die Kettenandruckrollen erzeugen einen sehr guten Feinerdeanteil. Die Reihenabstände sind stufenlos zwischen 45 und 80 cm verstellbar.

Inzwischen ist der Mais gelegt und gut aufgegangen. „Mit unserer achtreihigen Maislegemaschine konnte ich die vorgelegte AB-Spur gut nachfahren und den Mais samt Unterfußdünger ausbringen“, so der Landwirt.

Marco Hintze beobachtet nun die Entwicklung und letztendlich den Ertrag der Strip-Till-Variante im Vergleich zum nebenan mit betriebseigener Technik vorbereiteten Saatbett. Und er hofft, dass ihm die vielen in der Region rastenden und zunehmend auch bleibenden Kraniche nicht zu viel davon wegfressen.


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