Das Ackergras wurde aus dem Stand gedroschen. © Pascal Schröter

Landwirtschaftsbetrieb Schröter: Mähdrusch mit Hindernissen in Tilleda

Die Ernte läuft auch auf dem Landwirtschaftsbetrieb Schröter in Tilleda. Wintergerste, Ackergras und Weizen kamen vom Halm – mit zufriedenstellenden Ergebnissen. Der Raps ist ebenfalls erntereif und die Luzerne steht gut. Doch der Mähdrusch geriet wie vielerorts durch Regen und Lager ins Stocken.

Von Detlef Finger

Die letzte Wintergerste kam im Landwirtschaftsbetrieb Schröter in Tilleda Mitte vorvergangener Woche vom Halm. Begonnen hatte die Ernte der frühesten Getreideart auf rund 33 ha in dem Familienunternehmen am 12. Juli. Zwischenzeitliche Regenschauer und stellenweises Lager verzögerten den Fortgang der Arbeiten und sorgten zugleich für Druschverluste.

Mit dem Ertrag, im Schnitt um die 70 dt/ha, ist Betriebsleiter Jörg Schröter zufrieden, wenngleich die zweizeilige Gerste auf den ersten Blick noch etwas mehr erhoffen ließ. „Die schwächeren Hektolitergewichte haben das Ergebnis gedrückt“, erklärt der 53-Jährige. Mit durchschnittlich 63–64 kg/hl sind die vermarktungstechnischen Anforderungen aber erfüllt.

Wegen Lager: Mähdrusch von Ackergras aus dem Stand

Der Tank des Mähdreschers wird vor dem Erntestart auf dem Betriebshof aufgefüllt.
Der Tank des Mähdreschers wird vor dem Erntestart auf dem Betriebshof aufgefüllt. © Detlef Finger

Anfang vorvergangener Woche fuhr der Südharzer Betrieb die Ackergrasvermehrung ein. Erstmals wurde das Weidelgras aus dem Stand gedroschen, weil es ebenfalls zu Teilen vorzeitig ins Lager gegangen war. Normalerweise wird mit Schlepper und Mähwerk geschnitten und dann, nach entsprechender Abtrocknung, das Schwad mit dem Mähdrescher aufgenommen.

Hier waren die Erntebedingungen also ebenso erschwert, zumal es teilweise auch Durchwuchs gab. Die 1,8 t/ha Rohware – also nass und ungereinigt – sind „nicht schlecht“, merkt der Landwirt an. „Mal sehen, was davon nach Trocknung und Reinigung übrig bleibt“, sagt Schröter, der sich eine Tonne Saatware erhofft. Derzeit liegt der Grassamen in der Agrarproduktion Goldene Aue GmbH im benachbarten Görsbach (Thüringen) auf der Trocknung.

Ein Kalb liegt auf Stroh im Landwirtschaftsbetrieb Schröter Tilleda
Stroh in bester Qualität wird nicht nur als Einstreumaterial für die Kälber benötigt. © Detlef Finger

Der erste Schnitt vom Ackergras wurde siliert. Auch das jetzt beim Mähdrusch als Nebenprodukt anfallende Halmgut wird geborgen – als Heu für die „Blackies“. Für das leistungsstarke Milchvieh reicht das Raufutter qualitativ nicht aus, für die genügsamen Welsh-Black-Fleischrinder ist es indes ein wertvolles Zufutter für den Winter. „Trotzdem sollte es nicht noch mal einregnen“, so Schröter. Am vergangenen Sonnabend kam das Heu trocken unters Dach.

Mittwoch vorvergangener Woche begann der Winterweizendrusch. Mit rund 75 ha ist das Getreide in dieser Saison die anbaustärkste Ackerkultur. Jörg Schröter schätzt den mittleren Kornertrag auf Anfang 70 dt/ha, „eventuell noch etwas mehr“. Auch der A-Weizen erfüllt nach ersten Erkenntnissen mit 13,5 % Rohprotein und einem Hektolitergewicht von 79 kg/hl die Anforderungen.

Raps ist Erntereif – doch erstmal ist weizen dran

Erntereifer Winterraps auf dem Landwirtschaftsbetrieb Schröter Tilleda
Erntereifer Winterraps auf dem Landwirtschaftsbetrieb Schröter. © Detlef Finger

Gleichwohl auch der Winterraps druschreif ist, setzte der Familienbetrieb zunächst die Weizenernte fort. „Wir brauchen gutes Stroh als Futter und vor allem Einstreu für unser Milchvieh“, erklärt der Betriebsleiter seine Prämisse Schlechte Strohqualitäten seien insbesondere aus Sicht der Tiergesundheit problematisch.

Am vorvergangenen Wochenende konnten nun fast 400 Großballen Stroh eingebracht werden, was gut der Hälfte des betrieblichen Bedarfs entspricht. Am Dienstagnachmittag voriger Woche waren etwa 35 ha Weizen vom Feld, ebenso die 20 ha Körnererbsen – mit über 40 dt/ha Ertrag.

Am Mittwoch voriger Woche sollte im Betrieb schließlich auch die Winterrapsernte beginnen. Die Bestände der Ölsaat standen bis zuletzt gut. Jörg Schröter hoffte deshalb, dass ein Unwetter ausbleibt. Bezüglich der Futtersituation ist der Milchviehhalter derzeit ziemlich entspannt: „Die diesjährige Ernte hat Dimensionen wie lange nicht“, zieht er eine Zwischenbilanz. Die ersten Schnitte vom Feldgras und vom Grünland waren vergleichsweise üppig ausgefallen. Daraus konnte reichlich Silage und Heu bereitet werden. Das über jährige Ackergras, das in Ballen siliert wurde, hat übrigens einen Energiegehalt von 7,6 MJ NEL und damit „die zunächst gefühlten hohen Werte erfüllt“. Der zweite Schnitt auf dem Grünland muss in der jetzigen Arbeitsspitze vorerst noch hinter dem Mähdrusch zurückstehen. Schröter wünscht sich dafür zudem eine stabil gute Wetterlage.

Luzerne-Ernte: Erster Schnitt steht kurz bevor

Luzerne
Die diesjährige Neuansaat von Luzerne hat sich gut etabliert. © Detlef Finger

In den nächsten 14 Tagen steht darüber hinaus der erste Schnitt von rund acht Hektar neuangesäter Luzerne an. „Die ist super aufgelaufen, das gibt noch mal gutes Futter“, freut sich der Rinderzüchter. Die eiweißreiche Leguminose ist unter Hafer als Deckfrucht herangewachsen. Schröters Sohn Pascal hatte im Frühjahr erst das Getreide gedrillt und dann das Luzernesaatgut in einem weiteren Arbeitsgang breitwürfwig gestreut und eingestriegelt und danach noch den Boden angewalzt. Zum Einsatz kam hierbei ein Grünlandstriegel mit Nachsaateinrichtung. Je nach Wetterlage wird aus dem Luzerne-Hafer-Gemisch Silage oder Heu. Letzteres wäre von den Verfahrenskosten her günstiger, die Silierung hingegen ist die verlustärmere Variante der Konservierung. 3,5 ha Luzernealtbestand wurden im ersten Schnitt zusammen mit dem Feldgras gehäckselt, der zweite Aufwuchs in Ballen siliert.

Von der Witterung hat zuletzt auch der Mais profitiert. „Der erreicht Höhen, die wir lange nicht hatten. Selbst der Zweitfruchtmais ist top“, sagt Schröter. Probleme wie in den Vorjahren, als dürrebedingt ausgeprägter Futtermangel herrschte, den es zu kompensieren galt, seien in diesem Jahr kein Thema. „Es geht eher darum, das Gewachsene in Menge und guter Qualität zu bergen“, unterstreicht Schröter. Vor allem Letzteres sei wichtig, „denn die Masse allein bringt es nicht“.



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