Jahresrückblick 2023: Hohe Verluste befürchtet

Die Landwirtschaft ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in Mecklenburg-Vorpommern. Doch die Betriebe wurden 2023 mehrfach vor neue Herausforderungen gestellt. Es drohen Verluste von 20 Prozent pro Hektar, so Agrarminister Till Backhaus.

Von Nicole Gottschall

Wie ein schlechtes Buch liest sich der Jahresrückblick 2023 für die meisten Landwirte. Denn so viele neue Bürden und Bestimmungen wie in diesem Jahr gab es für die landwirtschaftliche Branche hierzulande wohl noch nie. Es werden hohe Verluste befürchtet.

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Jahresrückblick 2023: Immer mehr Betriebe geben auf

Abgesehen von den Irrungen und finanziellen Einschnitten durch die neue Förderperiode der Gemeinsamen Agrarpolitik Europas und fehlenden entscheidenden Bekenntnissen zur hiesigen Landwirtschaft auf Bundesebene schlugen sich die Landwirte unter anderem mit Geschenken wie der neuen Düngelandesverordnung, Richtlinie zum Brandschutz in Tierhaltungsanlagen sowie der Erarbeitung eines Landes-Klimaschutzgesetzes und einer Nutztierstrategie MV herum. Im Ergebnis dessen geben immer mehr von ihnen ihre Tiere oder gar den Betrieb auf.

Jahr 2023: Kosten für Wasser für Landwirte weiter unklar

Ein Geschenk blieb indes entgegen ursprünglicher Ankündigung unausgepackt. In der Landespressekonferenz am Dienstag wollte Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) eigentlich über den aktuellen Stand des Landeswassergesetzes berichten. Während diese noch mit dem Titel „Wird der Wasserpfennig für Landwirte fällig?“ angekündigt wurde, scheint jedoch längst klar zu sein, dass Landwirte künftig für Wasserentnahmen zahlen müssen – fraglich ist nur, in welchem Umfang und zu welchen Konditionen.

Agrardiesel: Alternativen vom Bund gefordert

Stattdessen reagierte Backhaus jedoch bei dem Termin auf die Sparpläne der Bundesregierung – ein weiteres Präsent pünktlich zu Weihnachten. Der angekündigte Wegfall der Agrardieselbeihilfe und der Kfz-Steuerbefreiung brachte jüngst nicht nur die Landwirte im Nordosten auf. Sein Haus errechnete, dass durch Lohnsteigerungen, Inflation, Verlust von Beihilfen etc. Mindereinnahmen von rund 20 Prozent je Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche drohen. Diese einseitige Belastung einer systemrelevanten Branche sei nicht mehr darstellbar, deshalb fordert der Landesminister Alternativen vom Bund und eine Sonder-Agrarministerkonferenz.

Bauernpräsident: Das Maß ist voll

Für die Beschenkten sei das Maß mehr als voll. Das Jahr 2023 habe alle Grenzen des Erträglichen gerissen. „Wir versorgen die Menschen mit Lebensmitteln, produzieren Energie, unterstützen Artenvielfalt und schützen das Klima – und bekommen als Dank immer mehr Restriktionen und weniger nachteilsausgleichende Unterstützung. Es muss sich endlich etwas ändern“, so Bauernpräsident Detlef Kurreck.

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Protest der Bauern gegen die Pläne der Bundesregierung zur Agrardiesel-Streichung. Jetzt wurde eine Petition gestartet. (c) Sabine Rübensaat

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Landwirte helfen in Not geratenen Ukrainern

Felix und Stephanie Kremerskothen sowie Rüdiger und Kerstin Wessel organisieren in Dumsevitz auf Rügen einen Hilfskonvoi mit 28 Fahrzeugen.

Von Gerd Rinas

Seit Mittwoch voriger Woche kehrt auf dem Landwirtschaftsbetrieb von Felix und Stephanie Kremerskothen in Dumsevitz bei Garz auf Rügen keine Ruhe ein. Im Minutentakt rollen PKW´s und Transporter im Rahmen der Ukrainehilfe auf den Hof. Gerade packt Undine Auraß vom Pflegedienst Undine in Sassnitz zusammen mit ihrem Lebensgefährten Axel Lorenz Medikamente, Verbandsmaterial, Infusionen, Hygieneartikel und Lebensmittelkonserven von ihrem Transporter in einen PKW-Anhänger um. „Die Nachricht vom Krieg in der Ukraine hat unsere älteren Patienten in Angst versetzt. Omis erinnern sich an Flucht und Vertreibung vor 77 Jahren und weinen“, berichtet Undine Auraß. „Wir wollen den Menschen in der Ukrainern helfen. Das ist das Mindeste, was wir tun können“, sagt Schwester Undine.

Hilfe, die von Herzen kommt: Undine Auras, Steffi Kremerskothen und Axel Lorenz (v.l.) verladen Hygieneartikel, Verbandmaterial und Konserven.
Hilfe, die von Herzen kommt: Undine Auras, Steffi Kremerskothen und Axel Lorenz (v.l.) verladen Hygieneartikel, Verbandmaterial und Konserven. (c) Gerd Rinas

WhatsApp mit einem Wort: „Passiert“

Diesen Entschluss hat Landwirt Felix Kremerskothen am Dienstag voriger Woche mit seinem Geschäftspartner Simon Vierhaus gefasst. Die beiden stammen aus Castrop-Rauxel nahe Dortmund. 2007 haben sie gemeinsam mit ihren Vätern in der Ukraine einen Landwirtschaftsbetrieb etwa 500 km westlich von Kiew eingerichtet. Dort bewirtschaften sie mittlerweile etwa 3.500 ha LF.

Am Donnerstagmorgen erhielt Kremerskothen von seinem Betriebsleiter vor Ort eine WhatsApp mit nur einem Wort: „Passiert“. Russland hatte die Ukraine angegriffen. Nur wenige Kilometer von ihrem Betrieb entfernt beschossen russische Flugzeuge einen Militärflugplatz mit Raketen.

zweimal in Richtung Grenze

„Meine Mitarbeiter haben die Computer aus dem Büro geholt. Den ganzen Tag habe ich versucht, sie zu überzeugen, ihre Familien außer Landes zu bringen“, berichtet Felix Kremerskothen. Am Abend fuhren sie dann endlich los in Richtung Polen. Als sie von dem 30 km langen Stau an der Grenze erfuhren und davon, dass die Männer das Land wegen der Generalmobilmachung nicht verlassen durften, kehrten alle um. Am nächsten Morgen klemmte Kremerskothen sich wieder ans Telefon und redete so lange auf seine Leute ein, bis sie ihre Familien wieder in die Autos setzten und vier Frauen und zwölf Kinder in Sicherheit brachten. „Wir holen sie nach Dumsevitz, in unser Ferienhaus. Wir haben alle Buchungen storniert“, so der Landwirt.

Panzersperren statt Getreidelager

Wie es auf dem Betrieb in der Ukraine weitergeht, ist völlig unklar. „Mitte März ist es Zeit für die Frühjahrsbestellung. Wir haben mit dem Düngerstreuen begonnen. 1.000 t Dünger und 60.000 Liter Diesel sind gebunkert, dazu ein Teil der benötigten Pflanzenschutzmittel“, zählt Kremerskothen auf. Aber von Nachbarn hörte er, dass Mitarbeiter, die Wehrdienst geleistet haben, jetzt zur Armee eingezogen werden. „Unsere Leute sind bisher nicht betroffen. In der vorigen Woche haben wir noch an Getreide-Lagerhallen gebaut. Seit Freitag holen wir die Steine von der Baustelle und errichten damit Panzersperren an Zufahrtstraßen. Baumaschinen und Radlader graben Schützengräben und Gefechtsstellungen“, berichtet der Landwirt.

Seit Mittwoch voriger Woche stockt die Getreidevermarktung. „Die Schwarzmeerhäfen sind vermint, um russischen Kriegsschiffen den Zugang zu erschweren. Jetzt kommen aber auch keine Getreidekontraktschiffe mehr rein und raus. Ohne die Einnahmen aus dem Getreideverkauf wird in vielen Betrieben das Geld für Löhne und Betriebskosten schnell knapp. Anders als in Deutschland kannst du die Mehrwertsteuer nur verrechnen, wenn du innerhalb eines Monats kaufst und verkaufst“, erläutert Kremerskothen.

Ernteausfall: katastophale Folgen

Er und seine Mitarbeiter hoffen, dass Russlands Präsident Putin noch zur Besinnung kommt und sich die Kriegshandlungen nach einem Waffenstillstand auch auf dem flachen Land in Grenzen halten. „Wenn die Ernte vollständig ausfallen sollte, hätte das nicht nur für die Bevölkerung in der Ukraine katastrophale Folgen. Auch armen Menschen in Ägypten, Nordafrika und anderen Ländern, in die bisher Getreide aus der Ukraine exportiert wurde, droht dann eine Hungersnot“, befürchtet Felix Kremerskothen.

Ukrainehilfe: Rede auf Friedensdemo

Unterdessen ist in Dumsevitz auf Rügen eine große Hilfsaktion angelaufen. Kremerskothen betreibt hier auf 550 ha Ackerbau und hält 250 Sauen sowie auf 1.800 Mastplätzen Schweine im geschlossenen System. Nachdem er vorige Woche über seine Hilfsabsichten Berufskollegen und die Öffentlichkeit auf einer Friedensdemo in Bergen informierte, steht sein Telefon nicht mehr still. Auf dem Hof stapeln sich die Hilfsgüter. Landwirt Rüdiger Wessel aus Putbus und dessen Frau Kerstin, die in Bergen einen Landhandel betreibt, unterstützen Felix und Stephanie Kremerskothen dabei, die Ukrainehilfe zu koordinieren.

„Wir helfen den Ukrainern in der Not“, sagen Sebastian und Charlott Rosch aus Garz. Vater und Tochter brachten Winterbekleidung und Decken zum Sammelpunkt nach Dumsevitz.
„Wir helfen den Ukrainern in der Not“, sagen Sebastian und Charlott Rosch aus Garz. Vater und Tochter brachten Winterbekleidung und Decken zum Sammelpunkt nach Dumsevitz. (c) Gerd Rinas

Ukrainehilfe: Konvoi mit 28 Fahrzeugen

Ursprünglich wollte man mit Rüdiger Wessels LKW Hilfsgüter über die 1.043 km lange Fahrtstrecke an die ukrainische Grenze bringen. Mittlerweile braucht es aber einen Konvoi, um alles abzutransportieren. „Wir werden am Mittwoch mit drei LKW und 25 PKW mit Anhängern losfahren, am Donnerstag die Sendung der Ukrainehilfe an unsere Mitarbeiter übergeben und am Freitag zurückfahren“, sagt Felix Kremerskothen – und hofft, dass alles gut gehen wird.


Dramatischer Himmel, Sturm, Getreidefeld,
Symbolbild (c) IMAGO / Westend61

Welche Auswirkungen hat der Krieg in der Ukraine?

Russlands Überfall auf die Ukraine trifft die Agrarmärkte tief ins Mark. EU-weit wird mit gestörten Warenströmen und steigenden Preisen gerechnet. Welche Auswirkungen hat der Krieg auf die Agrarmärkte und die Ernährungssicherheit. mehr


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Höchstpreise auf der Fleischrindbullenauktion

Beim Online-Höchstgebotstermin der RinderAllianz stieg der Durchschnittspreis der besten Jahrgangsbullen im Vergleich zum Vorjahr um knapp 300 auf 3.615 Euro. Topseller wurde ein Fleckvieh-Simmentaler mit 8.600 Euro.

Bei der zweiten Fleischrindbullen-Online-Auktion der RinderAllianz wechselten gestern Abend alle (virtuell) aufgetriebenen 103 Jungbullen den Besitzer. Mit 3.615 Euro übertraf der Durchschnittspreis die Ergebnisse der letzten RinderAllianz-Auktionen 2021 (online: 3.325 Euro) um knapp 300 und 2020 in Karow und Bismark um mehr als 400 Euro. Bei dem Höchstgebotstermin wurden Bullen der Rassen Angus, Blonde d’Aquitaine, Charolais, Fleckvieh-Simmental, Limousin, Uckermärker und Wagyu versteigert. Nach einem 6,5 Stunden-Auktionsmarathon fiel kurz nach 19:30 Uhr der letzte Hammer. Auktionator Claus-Peter Tordsen sorgte in dem speziell zur Online-Auktion ausgerüsteten Studio in Wettringen, Nordrhein-Westfalen, gewohnt professionell für Zuschläge.

Ausnahmebulle „Sausewind“

Der Topseller der Auktion zeigte sich erst kurz vor Schluss: „Sausewind PP“, ein Fleckvieh-Simmental-Bulle aus der Zucht von Christian Bunde in Drewitz, Landkreis Jerichower Land, Sachsen-Anhalt, hatte schon bei der Körung für Typ, Bemuskelung und Skelett Traumnoten von 9-9-8 erhalten. Der Ausnahmebulle mit der Katalognummer 109 zeigte Schauqualität und war dem Höchstbietenden aus Nordrhein-Westfalen 8.600 Euro wert.

Zweiter Erfolg in Folge

Für den Züchter war dies der zweite große Erfolg bei einer Rinderallianz-Auktion in Folge. Bei der Online-Auktion 2021 dominierte Christian Bundes Bulle „Hallelujah PP“ die Kollektion der Fleckvieh-Simmentaler und kam mit 7.200 Euro auf das zweithöchste Gebot der Auktion. Schon im Jahr zuvor hatte Christian Bundes Vater Albert mit „Hit PS“ ebenfalls den höchsten Preis bei den Fleckviehbullen erzielt.

keunecke mit Doppelpack

Gleich zweimal konnte sich gestern Abend Züchter Hartmut Keunecke aus Strasburg, Landkreis Vorpommern-Greifswald, freuen. Der Angusbulle „KEA Rustan“, Katalognummer 54, präsentierte sich bestens bemuskelt, mit interessanter internationaler Abstammung und Spitzenzunahmen. Der Käufer aus Bayern erhielt für 6.900 Euro den Zuschlag. Der schicke Angus-Bulle „KEA Raeder“ mit der Katalognummer 52, ebenfalls aus der Zucht von Hartmut Keunecke, wechselte für beachtliche 6.600 Euro zum neuen Besitzer nach Brandenburg.


Foto für den Katalog: Vater Dirk und Tochter Alexa Brüdgammit den Fleckviehbullen Emil und Zaron (v. l.)
(c) Gerd Rinas

Fleckviehzüchter Brüdgam: Von knallgelb bis dunkelbraun

Seit 20 Jahren züchtet die Familie Brüdgam auf Rügen mit Erfolg schwergewichtige Rinder der Rasse Fleckvieh. mehr


mehr als 140 Kaufinteressenten bei online-auktion

Sechs Auktionsbullen werden künftig auf verschiedenen Besamungsstationen im Einsatz sein. Die RinderAllianz kaufte einen Uckermärker-Bullen für ihre Besamungsstation in Woldegk. Der Höchstgebotstermin stieß bundesweit auf großes Interesse: In der Spitze verfolgten über 1.900 Zuschauer die Versteigerung, 141 Kaufinteressierte gaben Gebote ab. Vorteil der Online-Auktion: Auch Interessierte außerhalb des RinderAllianz-Gebietes in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt konnten vom Betrieb, aus dem Büro, über Handy oder Laptop mitbieten.

Viele Infos vorab auf „Live-Sales“

Wer dies wollte, konnte sich vor der Veranstaltung auf der Versteigerungsplattform „Live-Sales“ registrieren. Für jedes Auktionstier wurden hier im Vorfeld umfangreiche Informationen per Foto, Video sowie Pedigree und Beschreibung zur Verfügung gestellt, potenzielle Käufer konnten ihre Vorauswahl treffen. Beim sogenannten Warm-up wurden schon an den beiden Tagen vor der Auktion erste Gebote abgegeben. red

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Zuckerfabrik Anklam mit höchstem Rübenertrag

80 Tonnen Rüben pro Hektar, 17,4 Prozent Zuckergehalt und ein hoher Zuckerertrag von 13,9 Tonnen pro Hektar sind die Ergebnisse der längsten Rübenkampagne in der Zuckerfabrik Anklam. Frostgeschädigte Rüben und personelle Engpässe wegen der Corona-Pandemie waren besondere Herausforderungen.

Von Gerd Rinas und Detlef Finger

Die längste Rübenkampagne der Zuckerfabrik Anklam endete mit einem Rekordergebnis, teilte die Cosun Beet Company (CBC) Anklam heute mit. Mit 80 t Rüben pro Hektar lag der Ertrag deutlich über dem geplanten Ergebnis von 72 t/ha. Der Zuckergehalt stieg seit dem Kampagnestart am 7. September 2021 von 16,5 auf überdurchschnittliche 17,4 % an. Der Zuckerertrag von 13,9 t/ha übertrifft die Erwartungen deutlich.

Frostschäden erschwerten Verarbeitung

Zu Jahresbeginn lagerten noch etwa 100.000 t Rüben in Mieten an Feldrändern. Ein Teil der Rüben wies aufgrund des wechselhaften Wetters und vor allem großer Temperaturschwankungen zwischen Weihnachten und Neujahr Frostschäden auf. Dies führte zu erheblichen Schwierigkeiten und zusätzlichen Kosten bei der Verarbeitung. Die anvisierte Verarbeitungsleistung von durchschnittlich 13.500 t/Tag konnte in den vergangenen Wochen nicht gehalten werden.

340 Landwirte lieferten

Dank moderner Anlagentechnik, Mitarbeiter-Know-how und des massiven Einsatzes von Hilfsstoffen (Enzyme) konnten täglich noch 8.000 t Rüben verarbeitet werden. Etwa 30.000 t Rüben (1,5 % der Gesamtmenge) wurden von den Landwirten vor allem in Biogasanlagen zu Strom und Wärme verwertet. Insgesamt rechnet die Fabrik mit 1,9 Mio. t Rüben, die zu Weißzucker, Bioethanol und Dicksaft verarbeitet werden. Die Rüben lieferten 340 Landwirtschaftsbetriebe von der polnischen Grenze im Osten bis nach Rostock im Westen und von Rügen im Norden bis zur Uckermark im Süden.

163 Tage – bisher längste Rübenkampagne

„Neben dem Rekordertrag, der erschwerten Verarbeitung frostgeschädigter Rüben und personellen Engpässen durch die Corona-Pandemie stellte die historisch lange Kampagnedauer von 163 Tagen besondere Herausforderungen“, schätzte Torsten Tzschoppe, Leiter der Abteilung Produktion in der Zuckerfabrik, ein. Um so zufriedener sei man mit dem Ergebnis.

Obwohl die Kampagne beendet ist, wird der Schichtbetrieb fortgesetzt. Die Fabrik wird nun gereinigt und auf die Dicksaftkampagne Anfang April vorbereitet. Dazu wird der in Tanks zwischengelagerte Dicksaft wieder in den Produktionsprozess eingeführt und zu Weißzucker – voraussichtlich ca. 180.000 t – verarbeitet. Ganzjährig ohne Unterbrechung arbeiten das Bioethanolwerk und die Biogasanlage auf dem Gelände der Zuckerfabrik. In den Anlagen werden in diesem Jahr ca. 68.000 m3 Bioetahnol und etwa 144 GWh Biomethan hergestellt.

Nordzuckeranbauer mit sehr guten Ergebnissen

Für die Nordzucker-Anbauer in Mecklenburg-Vorpommern, deren Rüben im Werk in Uelzen, Niedersachsen, verarbeitet werden, stehen nach Informationen auf der Winterversammlung Nordzucker/ZAV Klein Wanzleben nach der Kampagne 2021/2022 folgende Werte zu Buche: 82,7 t/ha Rübenertrag (75,2 t/ha) bzw. 14,4 t/ha Zuckerertrag (13,4 t/ha), 17,4 % Zuckergehalt (in Klammern: Durchschnittswerte 2016-2020 in Mecklenburg-Vorpommern).

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Backhaus: Nitratbelastung muss sinken

Vor der für Freitag in Schwerin angekündigten Bauerndemonstration hat Mecklenburg-Vorpommerns Agrar- und Umweltminister Till Backhaus an die Landwirte appelliert, die Belastung mit Nitrat und Pflanzenschutzmitteln in Grundwasser und Oberflächengewässern zu senken.

Von Gerd Rinas

„Die Nitratbelastung in unseren Gewässern ist ein real existierendes Problem und keine Räuberpistole der Politik oder Umweltverbände.“ Darauf wies Mecklenburg-Vorpommerns Agrar- und Umweltminister Till Backhaus vor der für Freitag angekündigten Bauerndemonstration in Schwerin hin. Er appellierte an die Landwirte, die Belastung mit Nitrat und Pflanzenschutzmitteln in Grundwasser und Oberflächengewässern zu senken.

An 84 Messstellen zu viel Nitrat

An 84 von 552 Grundwassermessstellen im Land überschreitet nach Backhaus‘ Angaben die Belastung 50 mg Nitrat/l Wasser. An 77 Messstellen – davon 56 neu gebohrten – seien zudem ein oder mehrere Pflanzenschutzmittel nachgewiesen worden. „Ich zeige nicht auf den einzelnen Landwirt. Aber wir müssen das Problem ernst nehmen“, forderte der Minister.


© Gerd Rinas

Bauernverband kündigt Großdemo am 28. Januar in Schwerin an

Präsident Kurreck kritisiert Beschwerde des Schweriner Agrarministeriums gegen Gerichtsurteil zur MV-Düngeverordnung. Landwirte fordern Überprüfung zweifelhafter Grundwassermessstellen: „Bei nitratbelastetem Grundwasser muss eindeutig nachgewiesen werden, dass Landwirte Verursacher sind.“ mehr


Derzeit 13 Prozent rotes Gebiet

Daran ändere auch die jüngste Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Greifswald nichts. Es hatte am Montag die Nichtzulassungsbeschwerde des Landes gegen das Urteil zur Düngelandesverordnung 2020 abgelehnt und an das Bundesverwaltungsgericht weitergeleitet. Wann das Bundesgericht entscheiden wird, ist ungewiss. Die Düngelandesverordnung von 2020 gilt somit fort. Danach sind 13 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche als nitratbelastetes rotes Gebiet ausgewiesen.

Laut Backhaus soll die neue Düngelandesverordnung 2022 Anfang März vorliegen. Da nach dem OVG-Urteil eine mehrstufige Binnendifferenzierung (Regionalisierung) nicht mehr möglich sei, würde der Anteil roter Gebiete mit 46 % (ca. 628.000 ha) deutlich höher ausfallen.


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Nicht zu wenige Messstellen

„Die Aussage, dass es im Land zu wenige Grundwassermessstellen gibt, ist falsch“, betonte der Minister. EU-Vorgaben ließen pro Messstelle ein Einzugsgebiet von 4.500 ha zu. In Mecklenburg-Vorpommern seien es 4.100 ha. Seit 2016 wurden vom Land 108 neue Grundwassermessstellen abgetäuft. „79 davon sind eingefahren und liefern analysefähige Daten.“ Von diesen 79 neuen Messstellen weisen laut Backhaus 35 ebenfalls erhöhte Nitratwerte aus. Er warnte davor zu glauben, mit mehr Messstellen würde sich das Nitratproblem lösen. Dennoch sollen im Januar die ersten drei von Landwirten auf eigene Kosten errichteten Grundwassermessstellen in das Landesmessnetz übernommen werden.

Streit dauert an

Unterdessen geht der Streit mit dem Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern um 28 Messstellen im Landesmessnetz, die nach Einschätzung eines hydrologischen Fachbüros nicht den Voraussetzungen entsprechen, offenbar weiter. Die kritisierten Messstellen seien immer noch Teil des Messnetzes, bestätigte Backhaus auf Anfrage der Bauernzeitung.

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Bauernverband kündigt Großdemo am 28. Januar in Schwerin an

Präsident Kurreck kritisiert Beschwerde des Schweriner Agrarministeriums gegen Gerichtsurteil zur MV-Düngeverordnung. Landwirte fordern Überprüfung zweifelhafter Grundwassermessstellen: „Bei nitratbelastetem Grundwasser muss eindeutig nachgewiesen werden, dass Landwirte Verursacher sind.“

Von Gerd Rinas

Landwirte aus ganz Mecklenburg-Vorpommern wollen am 28. Januar in Schwerin für einen fairen Umgang bei der Reduzierung der Nitratbelastung im Grundwasser demonstrieren. Das kündigte Detlef Kurreck, Präsident des Bauernverbandes MV, heute vor der Presse in Köchelstorf, Landkreis Nordwestmecklenburg, an.

nachweis bisher schuldig geblieben

„Wir fordern seit langem, dass die Auswahl der Messstellen überprüft wird. Wenn Landwirte mit Düngungseinschränkungen beauflagt werden sollen, muss vorher plausibel nachgewiesen werden, dass Nitratbelastungen im Grundwasser auf die Flächenbewirtschaftung durch die Landwirte zurückgehen. Diesen Nachweis ist das Landwirtschaftsministerium bisher schuldig geblieben“, betonte Kurreck. Der Präsident zeigte sich erstaunt über den Umgang des Schweriner Landwirtschaftsministeriums mit dem Urteil des Oberverwaltungsgrichts (OVG) Greifswald zur Düngelandesverordnung vom Dezemeber 2020. Das Gericht hatte die Landesverordnung für unwirksam erklärt. „Ich hätte Respekt und Demut vor dem Urteil erwartet“, sagte Kurreck.

„gewisse Herablassung und Ignoranz“

Stattdessen sei die Reaktion von „einer gewissen Herablassung und Ignoranz“ geprägt gewesen. Statt Stützmessstellen auszuweisen, wie vom Gericht gefordert, habe das Ministerium eine Nichtzulassungsbeschwerde gegen das Urteil eingelegt. Parallel dazu wurde der Entwurf einer Düngeverordnung auf den Weg gebracht, der die Bedingungen für die Landwirtschaft drastisch verschlechtert. „Ich bin entsetzt, wie man so den Auftrag des Gerichts nicht verstehen kann oder will“, sagte der Bauernpräsident.

Detlef Kurreck. © Gerd Rinas

Von diesem Umgang „enttäuscht“

Der Bauernverband sei in die Arbeit an dem jüngsten Düngeverordnungsentwurf nicht eingebunden. Der Wortlaut sei erst seit Donnerstag voriger Woche bekannt, als dem Verband der Entwurf in der Verbändeanhörung zugeschickt worden war. „Wir sind von diesem Umgang enttäuscht“, ließ Kurreck durchblicken. Desungeachtet werde der Verband Stellung beziehen und die fachlichen Differenzen aufzeigen. „Wir werden gleichzeitig versuchen, politisch Einfluss zu nehmen, um diese neue Düngelandesverordnung zu verhindern“, kündigte Kurreck an.

Fast die Hälfte der Flächen rotes Gebiet?

Nach dem jetzt erarbeiteten DÜV-Entwurf könnten 46 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche (LF) in MV wegen zu hoher Nitratbelastung des Grundwassers als rote Gebiete ausgewiesen werden, hatte das Ministerium in der vorigen Woche auf Anfrage bestätigt. Zur „Vermeidung von Regelungslücken“ könnte – laut Ministerium – gemäß Bundesdüngeverordnung die nitratbelastete Gebietskulisse pauschal sogar auf 77 % der LF steigen. Diese Angabe wies der Bauernverbandspräsident heute zurück. Laut Kurreck gäbe es gar keine roten Gebiete in MV, wenn hier die Düngeverordnung des Bundes gelten würde.

Verordnung vom Dezember 2020 gilt weiter

In der Düngelandesverordnung vom Dezember 2020 waren 13 % der LF als rot eingestuft worden. Diese Verordnung gilt weiter, obwohl das Oberverwaltungsgericht sie für unwirksam erklärt hat. Die vom Schweriner Landwirtschaftsministerium eingelegte Nichtzulassungsbeschwerde hat aufschiebende Wirkung. Sie endet, wenn das Bundesverwaltungsgericht über die Beschwerde entschieden hat. Wann das der Fall sein wird, ist derzeit offen. Was es auf der Pressekonferenz sonst noch Neues gab, lesen Sie im nächsten Heft.

Restriktionen in der ASP-Sperrzone Lalendorf vorzeitig aufgehoben

Die EU-Kommission hat die strengen Einschränkungen beim Verbringen von Schweinen aus dem ASP-Gebiet Lalendorf vom 15. Februar auf den 15. Januar verkürzt. Günstige Entwicklung ohne weitere ASP-Ausbrüche bei Haus- und Wildschweinen im Landkreis Rostock gab den Ausschlag.

Von Gerd Rinas

Die EU-Kommission hat die Beschränkungen in der ASP-Sperrzone Lalendorf im Landkreis Rostock zum 15. Januar aufgehoben. Ein entsprechender Beschluss vom 12. Januar wurde heute im Amtsblatt der EU veröffentlicht. Ursprünglich sollten die Sanktionen, die Brüssel nach Feststellung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) am 15. November in einem Schweinemastbetrieb in Vogelsang bei Lalendorf im Zuge der Seuchenbekämfung verhängt hatte, bis zum 15. Februar gelten.

Seuchenschutz eingehalten

Laut Beschluss der Kommission habe Deutschland Ende 2021 der Kommission mitgeteilt, dass die ASP-Lage in der Sperrzone Lalendorf derzeit günstig und die Seuchenschutzmaßnahmen ordnungsgemäß umgesetzt worden seien. Aus diesen Gründen und weil unnötige Störungen des Handels vermieden werden sollten, hob die Kommission ihren Beschluss, der Sperrmaßnahmen bis zum 15. Februar vorsah, auf.

Tiere können uneingeschränkt verbracht werden

Mit der Ende der Sperrzone zum 15. Januar gilt das Gebiet um Lalendorf wieder als frei von ASP. Schweinehaltende Betriebe können ihre Tiere uneingeschränkt verbringen und vermarkten. Seit Feststellung der Seuche in dem Schweinemastbetrieb am 15. November 2021 war dies nur stark eingeschränkt und unter strengsten Auflagen möglich. Vor allem in den Ferkelaufzuchtbetrieben stauten sich die Tiere in einem Umfang, der laut Anlagenbetreibern mit dem Tierwohl nicht mehr vereinbar war (Bauernzeitung 2/2021, „Brennpunkt“).

Schweinehalter können aufatmen

„Die Schweinehalter im Landkreis Rostock können erst einmal aufatmen und wir auch“, zeigte sich Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus erleichtert. Die Behörden, die auf die Verkürzung der Sperrmaßnahmen hingewirkt haben, vom Veterinäramt des Landkreises Rostock bis zum Bundesagrarministerium, hätten sehr gut zusammengearbeitet. Dass es bisher keine weiteren ASP-Fälle bei Haus- und Wildschweinen im Landkreis Rostock gibt, seien fachliche Argumente für die Entscheidung seigewesen.

Seit November über 1.600 Proben untersucht

Seit in dem Mastbetrieb am 15. November ASP festgestellt worden war, wurden im Landesamt LALLF allein aus dem Landkreis Rostock etwa 1.100 Proben von Wildschweinen und 500 Proben von Hausschweinen auf ASP untersucht.

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Land geht gegen Gerichtsurteil vor

Das Agrarministerium MV hat eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Oberverwaltungsgericht (OVG) Greifswald eingereicht. Es geht damit gegen ein OVG-Urteil im November vor, das die Düngelandesverordnung für unwirksam erklärte.

Von Gerd Rinas

Das Agrarministerium MV hat eine Nichtzulassungsbeschwerde beim Oberverwaltungsgericht (OVG) Greifswald eingereicht. Es geht damit gegen das OVG-Urteil vom 5. November 2021 vor, das die am 20. Dezember 2020 geänderte Düngelandesverordnung für unwirksam erklärte. Landwirtschaftsminister Till Backhaus erklärte am Montag, dass das vom Land eingerichtete Grundwasser-Messstellennetz den Vorgaben der Bundes-Düngeverordnung entspreche. „Den vom Gericht kritisierten Systemfehler gibt es nicht. In der Düngeverordnung des Bundes ist es den Bundesländern freigestellt, ob sie Stützmessstellen hinzuziehen oder nicht.“

Messstellen: „düsteres Bild“

Nach Backhaus‘ Angaben umfasst das Messstellennetz 552 Brunnen. Von den Messstellen, die nach einem vom Bauernverbandes MV in Auftrag gegebenen Fachgutachten die Voraussetzungen nicht erfüllten, stünden noch 28 zur Überprüfung an. Etwa 100 Messstellen seien in den vergangenen zwölf Monaten vom Land neu gebaut worden. Sie zeigten bei den Nitratwerten „zum Teil ein noch düsteres Bild“.


Gebäude des Oberverwaltungsgerichtes (OVG) in Greifswald
(c) David Benzin

Düngelandesverordnung MV: Verfahrensschritte nicht eingehalten

Das Oberverwaltungsgericht Greifswald hat sein Urteil zur Düngelandesverordnung MV begründet. Erforderliche Verfahrensschritte wurden nicht eingehalten, weshalb das OVG die Düngelandesverordnung für unwirksam erklärt hat. mehr


keine Messstelle von Landwirten übernommen

Von den Grundwassermessstellen, die Landwirtschaftsbetriebe auf eigene Kosten neu errichtet haben, ist bisher keine in das Landesmessnetz übernommen worden. Auf Nachfrage der Bauernzeitung nach den Gründen sagte der Minister, dass die Messstellen bestimmten Kriterien entsprechen müssten. „So wie sie jetzt sind, können sie nicht eingepflegt werden.“ Die Prüfung dieser Messstellen im Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie stünde kurz vor dem Abschluss.

Bis März neue Düngelandesverordnung?

Der Minister wiederholte seine Einschätzung, wonach sich die weit mehr als einhundert Landwirte, die vor dem OVG geklagt haben, „ein Eigentor geschossen“ hätten. Derzeit seien 13 % der LF in MV rotes Gebiet.

Wenn die Beschwerde abgelehnt würde, könnten 87 % der LF als nitratbelastet eingestuft werden, so Backhaus. Er betonte, im Gespräch mit dem Bauernverband bleiben zu wollen. Es gebe aber eine unterschiedliche Grundauffassung: „Uns geht es darum, wie kriegen wir das Grundwasser sauber und nicht darum, wer ist der Verursacher“. Backhaus kündigte an, bis März eine neue Düngelandesverordnung auf den Weg zu bringen.


Düngelandesverordnung MV , Links, rechts oder geradeaus? Wohin der richtige Weg im Düngerecht führt, ist derzeit heftig umstritten …
(c) Christina Gloger

Rote Karte für Gebietskulisse

Ein Paukenschlag war die kürzliche Aufhebung der Düngelandesverordnung in Mecklenburg-Vorpommern. Lesen Sie hier die erste Einschätzung eines in das Verfahren involvierten Experten. mehr


Bauernverband: Ministerium spielt auf Zeit

Der Bauernverband kritisierte das Ministerium wegen der Beschwerde. Allein taktische Erwägungen hätten dafür den Ausschlag gegeben. „Anstatt zügig und rechtskonform eine neue Düngelandesverordnung zu erarbeiten, die verursachergerecht durch landwirtschaftlichen Einfluss nitratbelastete Flächen ausweist, spielt das Ministerium auf Zeit“, sagte Präsident Detlef Kurreck heute in einer Pressemitteilung. Die Landwirte müssten weiter in Ungewissheit wirtschaften. Die Aussage, dass nach dem OVG-Urteil 85 statt 13 % der LF rotes Gebiet würden, entbehre „jeder rechtlichen Grundlage“. Weitere Klagen von Landwirten wären wahrscheinlich.

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Waldschäden leicht rückläufig

Nach einem späten Frühjahr und mehr Niederschlägen als in den trockenen Vorjahren haben sich die Waldbäume etwas erholt. 2021 wurden erstmals in einem Jahr 700 Hektar Forsten neu angepflanzt.

Von Gerd Rinas

In Sachen Waldumbau hat Mecklenburg-Vorpommern 2021 erstmals das selbst gesteckte Jahresziel erfüllt. 704 ha landeseigene Ackerflächen wurden aufgeforstet, weitere 500 ha Nadelholzwald zu Mischwald. „Damit sind erstmals in einem Jahr mehr als 1.000 ha Wald neu angelegt bzw. zu klimastabilerem Mischwald umgebaut worden“, teilte Agrarminister Till Backhaus heute bei der Vorstellung des Waldzustandsberichts 2021 mit.

Waldzustandsbericht 2021 MV: Landwirte kooperieren

Auch in den folgenden Jahren sollen von den 87.500 ha LF Landesflächen jährlich 870 ha für den Klima-, Arten- und Wasserschutz sowie für die Aufforstung zur Verfügung gestellt werden. „Es gibt viele Landwirte, die bereit sind, für diese Maßnahmen Flächen zu tauschen“, lobte der Minister.

Till Backhhaus (Agrarminister in Mecklenburg-Vorpommern) auf dem Bauerntag des Bauernverbrands Mecklenburg-Vorpommern
Mecklenburg-Vorpommerns Agrar- und Umweltminister Till Backhaus. (c) Gerd Rinas

Einen weiteren Schub für den Klimaschutz verspricht sich Backhaus vom Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung, dessen Agrarteil er für die SPD maßgeblich mitverhandelt hat. Darin ist u. a. festgelegt, dass BVVG-Flächen nicht mehr verkauft, sondern für Klima-, Arten- und Wasserschutz sowie für die Aufforstung bereitgestellt werden sollen.

Grundwasserspeicher nicht aufgefüllt

Ergebnisse von Untersuchungen an Waldbäumen aus den Monaten Juli und August zeigen laut Backhaus, dass die Trockenheit von 2019 und 2020 nachwirkt. Dennoch hat sich der Vitalitätszustand der Bäume gegenüber dem Vorjahr leicht verbessert. Der Erholungstrend des vergangenen Jahres setzte sich fort. Laut Waldzustandsbericht 2021 verringerte sich die mittlere Kronenverlichtung um 1,3 auf 21,1 %. Sie ist aber immer noch höher als vor der Dürreperiode 2018 – 2020.

Als Ursachen für die Verbesserung nannte Backhaus das späte Frühjahr und mehr Niederschläge im Jahresverlauf. „Vor allem im Sommer fiel bei überdurchschnittlich hohen Temperaturen nahezu überall im Land ausreichend Regen, sodass die Wälder kaum längere Trockenphasen überstehen mussten.“ Gleichwohl sind an vielen Bäumen Trockenschäden wie Dürräste oder Rindenschäden sichtbar. Die Grundwasserspeicher sind trotz der höheren Niederschläge nicht aufgefüllt.


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Massenvermehrung hält an

Die seit 2018 zu beobachtende Massenvermehrung der Fichtenborkenkäfer,, Buchdrucker und Kupferstecher setzte sich 2021 fort. Allerdings steigerten die relativ geringen Temperaturen zu Beginn der Flugzeit im Mai und die bessere Wasserversorgung in der Vegetationsperiode die Abwehrkraft der Fichten. Im Vergleich zu den beiden Jahren zuvor ging die Schadholzmenge zurück.

Schon vorher war Mecklenburg-Vorpommern von der Borkenkäferkalamität weniger betroffen gewesen als beispielsweise Thüringen oder Rheinland-Pfalz. Positiv wirkt sich zudem der in den 1990er-Jahren begonnene Umbau der Wälder aus. Etwa 70 % der Forsten seien mittlerweile klimastabilere Laub-Mischwälder. Das Land fördert den Umbau mit 20 Mio. Euro. Bund und Land stellten dem Privat- und Kommunalwald in MV allein in diesem Jahr 5,2 Mio. Euro Fördermittel bereit, informierte Backhaus.

Waldzustandsbericht 2021 MV: Weniger Waldbrände

Die vergleichsweise feuchte und kühle Witterung hat die Waldbrandgefahr 2021 spürbar vermindert. 75 Bränden auf 983 ha 2019 stehen in diesem Jahr 30 Brände auf 15 ha Forsten gegenüber. Backhaus kündigte an, dass auch künftig vor allem mit Buchen, Eichen, Rubinien und Esskastanien aufgeforstet werden soll.

Entsprechend den Anforderungen der Baumart und abgestimmt mit den Landwirten vor Ort sollen auch bessere Ackerstandorte zu klimaschützenden Wäldern umgenutzt werden. Laut Waldzustandsbericht bleiben die Waldschäden insgesamt auf hohem Niveau. Ein Fünftel der Waldbäume im Land weist deutliche Schäden in der Vitalität auf (2020: 25 %). Buchen und Eichen zeigen sich leicht erholt. Laut Waldzustandserhebung sind ca. 19 % der Waldbäume nicht geschädigt. Im Bundesvergleich zählen die Wälder Mecklenburg-Vorpommerns nach Backhaus‘ Angaben noch zu den am wenigsten geschädigten.

Weitere Nachrichten aus den Bundesländern

ASP-Fund bei Wildschwein an der Grenze zu Brandenburg

Bei einem jungen Wildschwein nahe Redlin, 300 Meter vor der Landesgrenze zu Brandenburg, wurde gestern die Afrikanische Schweinepest (ASP) festgestellt. Länderübergreifend wird jetzt ein ASP-Kerngebiet eingezäunt.

Von Gerd Rinas

Bei einem weiteren Wildschwein im Landkreis Ludwigslust-Parchim wurde gestern Abend Afrikanische Schweinepest (ASP) festgestellt. Bei dem Tier handelt es sich um einen Überläufer, der bei einem Verkehrsunfall angefahren wurde und später im Landesamt LALLF in Rostock untersucht worden war, teilte heute Vormittag Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus in Schwerin mit. Damit erhöht sich die Zahl der mit ASP-infizierten Wildschweine im Landkreis Ludwigslust-Parchim auf sieben.

Völlig neue Situation

Das gestern Abend als ASP-positiv identifizierte Wildschwein ist das erste außerhalb des bisherigen ASP-Kerngebietes um Marnitz, Mentin, Suckow. Der Unfallort bei Redlin befindet sich 300 m von der Ländergrenze zu Brandenburg. „Damit haben wir eine völlig neue Situation. Es gibt jetzt einen ASP-Fall in einem Kerngebiet von zwei Landkreisen – Prignitz und Ludwigslust-Parchim – und zwei Bundesländern – Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern“, so Backhaus.


Jens und Thies Blöcker, zwei Tage nachdem sie die Nachricht vom ASP-Ausbruch in ihrem Schweinemaststall erhielten. ASP in Vogelsang
(c) Gerd Rinas

Das Rätsel von Vogelsang

Landwirt Thies Blöcker und seine Familie traf die Nachricht wie ein Hammerschlag. Im Stall des jungen Schweinemästers im Landkreis Rostock wurde ASP festgestellt. Wie das Virus in den Tierbestand vordrang, ist noch unklar.  mehr


30 km langer Sperrzaun zur ASP-Eindämmung

Das Agrarministerium in Schwerin und der Landkreis Ludwigslust-Parchim stehen in engem Kontakt mit dem brandenburgischen Landkreis Prignitz und den Ministerien für Gesundheit, Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sowie dem Agrar- und Forstministerium in Potsdam. Ab Freitag soll das neue ASP-Kerngebiet länderübergreifend mit einem Elektrozaun mit 20 km Länge auf Mecklenburger und 10 km auf Brandenburger Seite abgegrenzt werden. In dem abgesperrten Gebiet will man zunächst Bewegungen von Wildschweinen beobachten. Dazu sollen wie schon bei Marnitz Suchhunde, Drohnen und ein Polizeihubschrauber mit Wärmebildkamera zum Einsatz kommen.

Laut Landrat Stefan Sternberg werden ab morgen Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr, von Straßenmeistereien, Bundeswehr und Landesforst mit dem Zaunbau beginnen. „Wir wollen den Zaun schnell aufbauen, jeder Tag zählt, um Schaden abzuwenden“, sagte Sternberg. Das Kerngebiet auf der brandenburgischen Seite liegt auf dem Gelände eines früheren Bombenabwurfplatzes, ein „idealer Rückzugsort“ für Wildschweine. Es gebe gute Argumente für ein ASP-Geschehen in diesem Gebiet, so Backhaus.


Wildschweine als Überträger der Afrikanischen Schweinepest (ASP)

+++ Alle News zu ASP in unserem Newsticker +++

In Deutschland wurde die Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen in Brandenburg nachgewiesen. Fortlaufend aktualisierte Infos dazu können Sie in unserem ASP-Newsticker verfolgen. mehr


ASP-Fund: Elektrozaun um Kerngebiet bei Marnitz steht

Gestern Abend hatten Mitarbeiter der Landesforst MV wie geplant die Bauarbeiten an dem 40 km langen Elektrozaun um das 3-km-ASP-Kerngebiet bei Marnitz, Mentin, Suckow im Landkreis Ludwigslust-Parchim abgeschlossen. Auch dort soll nun der Wildschweinbestand nach Beobachtung gezielt bejagt werden. „Wir haben einen Krisenherd im Kerngebiet, der ausgeräumt werden muss. Nur so kriegen wir die Seuche gestoppt“, sagte Backhaus.

Keine Erkenntnisse zum Eintrittspfad

Unterdessen ist im Schweriner Agrarministerium der epidemiologische Bericht des Friedrich-Löffler-Instituts in Greifswald zum ASP-Ausbruch in dem Mastschweinebestand in Vogelsang bei Lalendorf im Landkreis Rostock eingetroffen. Erkenntnisse zum Eintrittspfad der Seuche lägen noch nicht vor.

Laut Minister Backhaus werde weiter „mit Hochdruck“ an einer Lösung gearbeitet, um das Fleisch der Schweine aus den vier größeren Betrieben in der Sperrzone um die Mastanlage in Vogelsang verwerten zu können. Dazu sei man mit dem Landkreis Rostock in „sehr guten Gesprächen“. „Der Tierschutz soll eingehalten werden, die Weichen sind auf Grün gestellt“, ergänzte Landestierarzt Dr. Freitag. Außer in dem Mastschweinebestand wurden bisher weder bei Haus- noch Wildschweinen in der Sperrzone Vogelsang weitere ASP-Befunde nachgewiesen.

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Drei weitere Wildschweine ASP-positiv

Das Friedrich-Löffler-Institut in Greifswald hat bei drei weiteren Wildschweinen aus dem Landkreis Ludwigslust-Parchim Afrikanische Schweinepest bestätigt. Die Landesforst baut einen Zaun um den Fundort bei Marnitz.

Von Gerd Rinas

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es drei weitere Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen. Das Friedrich-Löffler-Institut in Greifswald bestätigte die Krankheit bei einer Bache und zwei Frischlingen. Die Tiere gehörten zu der Gruppe von 17 Wildschweinen, die am vergangenen Mittwoch bei einer Drückjagd in den Ruhner Bergen bei Marnitz im Landkreis Ludwigslust-Parchim erlegt wurden. Sie kamen zur Untersuchung ins Landesamt LALLF nach Rostock, nachdem im Jagdgebiet ein Frischling tot aufgefunden worden war. Bei ihm hatte sich schon am Mittwoch der ASP-Verdacht bestätigt.

ASP: verkehr stark eingeschränkt

Der Landkreis Ludwigslust-Parchim hat eine Allgemeinverfügung zur ASP-Bekämpfung erlassen und im Umkreis von zehn Kilometern um den Fundort des infizierten Frischlings in der Nähe von Marnitz südwestlich der Autobahn A 24 eine Sperrzone II (gefährdetes Gebiet) mit einem drei Kilometer großen Kerngebiet (infizierte Zone) eingerichtet.

In einem weiteren, ebenfalls zehn Kilometer-Umkreis folgt die Sperrzone I (Pufferzone). Für Schweinehalter gelten eine Reihe von Einschränkungen. U. a. dürfen Schweine aus dem gefährdeten Gebiet nicht verbracht werden. Der Fahrzeug- und Personenverkehr ist hier stark eingeschränkt. Auch ist es untersagt, Hunde frei herumlaufen zu lassen. Grundsätzlich soll jeder Kontakt von Wild- zu Hausschweinen unterbunden werden.


Wildschweine als Überträger der Afrikanischen Schweinepest (ASP)

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In Deutschland wurde die Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen in Brandenburg nachgewiesen. Fortlaufend aktualisierte Infos dazu können Sie in unserem ASP-Newsticker verfolgen. mehr


Elektrozaun auf 40 km Länge

Im Auftrag des Landkreises bauen Mitarbeiter der Landesforst um das Kerngebiet bei Mentin nahe Suckow, südlich der A 24, einen Drei-Litzen-Elektrozaun auf. Laut Landkreissprecher Andreas Bonin sollen die Arbeiten auf 40 km Länge bis Mittwoch abgeschlossen werden. Nach dem Tiergesundheitsgesetz haben Eigentümer auf ihren Grundstücken den Zaunbau zu dulden. Laut Allgemeinverfügung sind davon mindestens 2.010 Flurstücke direkt betroffen.


Jens und Thies Blöcker, zwei Tage nachdem sie die Nachricht vom ASP-Ausbruch in ihrem Schweinemaststall erhielten. ASP in Vogelsang
(c) Gerd Rinas

Das Rätsel von Vogelsang

Landwirt Thies Blöcker und seine Familie traf die Nachricht wie ein Hammerschlag. Im Stall des jungen Schweinemästers im Landkreis Rostock wurde ASP festgestellt. Wie das Virus in den Tierbestand vordrang, ist noch unklar.  mehr


Wie viele Wildschweine im Kerngebiet?

Landesforst und Veterinärdienst des Landkreises verschaffen sich seit Freitag einen Überblick über die Wildschweine im Kerngebiet. Dabei wird alles unterlassen, was die Tiere beunruhigen könnte. „Wenn es viele sind, würde unter Umständen anstelle des E-Zauns ein fester Zaun errichtet werden, damit die Tiere nicht ausbrechen können, wenn sie bejagt werden“, sagte Bonin am Samstag der Bauernzeitung.

Um die potenziellen Überträger der Seuche aufzuspüren, kreiste heute eine Drohne über dem Kerngebiet. Wenn die Sichtverhältnisse es zulassen, soll am Sonntag auch ein Polizeihubschrauber zum Einsatz kommen.

Im Überwachungsgebiet der beiden Sperrzonen gibt es 106 Hausschweinehaltungen mit insgesamt 25.000 bis 30.000 Tieren. In acht Beständen stehen mehr als 100 Tiere. Bisher gibt es keine Hinweise, dass Schweine aus diesen Beständen von Afrikanischer Schweinepest betroffen sind.

Weitere Nachrichten aus den Bundesländern

ASP bei Frischling nahe Parchim

Bei einem Frischling im Landkreis Ludwigslust-Parchim wurde die Afrikanische Schweinepest amtlich bestätigt. Es ist der erste ASP-Fall bei Wildschweinen in Mecklenburg-Vorpommern.

Von Gerd Rinas

Bei einem Frischling nahe Marnitz im Landkreis Ludwigslust-Parchim wurde Afrikanische Schweinepest (ASP) festgestellt. Das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) bestätigte den Befund gestern Abend, teilten heute die Landwirtschaftsministerien in Berlin und Schwerin mit. Es ist der erste ASP-Fund bei Wildschweinen in Mecklenburg-Vorpommern.

Nach Angaben von MV-Agrarminister Till Backhaus handelt es sich bei dem infizierten Wildschwein um einen 20 kg schweren Frischling. Das Tier wurde gestern bei einer Drückjagd in den Ruhner Bergen bei Marnitz im Landkreis Ludwigslust-Parchim tot aufgefunden und ebenso wie alle bei der Jagd erlegten 17 Wildschweine ins Landesamt LALLF nach Rostock gebracht. „Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen“, sagte Backhaus heute Vormittag in Schwerin.

ASP bei Parchim: Drohne und Suchhunde im Einsatz

Unterdessen hat der Landkreis Ludwigslust-Parchim seinen Krisenstab aktiviert. „Wir werden heute beginnen, mit einer Drohne und Suchhunden das Gebiet um den Fundort nach Fallwild abzusuchen“, kündigte Landrat Stefan Sternberg an. Ab morgen soll eine Sperrzone mit einem Kerngebiet im Umkreis von 3 km um den Fundort des infizierten Frischlings eingerichtet und mit einem Elektrozaun gesichert werden. Seit 2020 wurden in Monitoringprogrammen zum Schutz vor ASP im Landkreis über 1.500 Schweine aus gehaltenen Beständen und in diesem Jahr 128 Wildschweine untersucht. „Alle ohne ASP-Befund“, so Backhaus.

ASP MV Frischling, Im Februar 2019 probten MV-Agrarminister Till Backhaus und Landrat Stefan Sternberg den Zaunbau gegen ASP. Zwei Jahre und neun Monate später ist mit dem ersten ASP-befund bei einem Wildschwein in MV der Ernstfall eingetreten.
Im Februar 2019 probten MV-Agrarminister Till Backhaus und Landrat Stefan Sternberg den Zaunbau gegen ASP. Zwei Jahre und neun Monate später ist mit dem ersten ASP-befund bei einem Wildschwein in MV der Ernstfall eingetreten. (c) Gerd Rinas

Bis zu 30.000 Schweine in der Sperrzone

Im Überwachungsgebiet der beiden Sperrzonen – etwa 20 km um den ASP-Fundort bei Marnitz – gibt es 106 Hausschweinebestände mit insgesamt 25.000 bis 30.000 Tieren. In acht Beständen werden mehr als 100 Tiere gehalten. Schlachtreife Tiere von dort können weiterhin an Schlachthöfe geliefert werden. Er sei dazu in engem Kontakt mit den Schlachtbetrieben in Perleberg, Kellinghusen und Weißenfels, betonte der Minister.


Wildschweine als Überträger der Afrikanischen Schweinepest (ASP)

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In Deutschland wurde die Afrikanische Schweinepest bei Wildschweinen in Brandenburg nachgewiesen. Fortlaufend aktualisierte Infos dazu können Sie in unserem ASP-Newsticker verfolgen. mehr


Schweine in Sperrzone um Vogelsang ohne ASP-befund

Anders sei die Situation für die schweinehaltenden Betriebe in der ASP-Sperrzone um Vogelsang im Landkreis Rostock. Hier war am Montag voriger Woche in einem Mastschweinebestand erstmals in Mecklenburg-Vorpommern ASP nachgewiesen worden. „In den Betrieben gibt es keinen Hinweis auf ASP. Die Tiere sind gesund, das Fleisch ist hervorragend und kann verwertet werden“, so Backhaus. Allerdings müsse es erhitzt werden. Eine Verwertungsmöglichkeit wäre Konservenfleisch. An endgültigen Lösungen für die Vermarktung werde intensiv gearbeitet.


Jens und Thies Blöcker, zwei Tage nachdem sie die Nachricht vom ASP-Ausbruch in ihrem Schweinemaststall erhielten. ASP in Vogelsang
(c) Gerd Rinas

Das Rätsel von Vogelsang

Landwirt Thies Blöcker und seine Familie traf die Nachricht wie ein Hammerschlag. Im Stall des jungen Schweinemästers im Landkreis Rostock wurde ASP festgestellt. Wie das Virus in den Tierbestand vordrang, ist noch unklar.  mehr


Bisher keine Hinweise zur Herkunft des ASP-Virus

Der Minister wies darauf hin, dass es bisher außer in dem Mastschweinebestand in Vogelsang und dem Befund bei dem verendeten Frischling nahe Marnitz keine Hinweise auf ASP in Haus- und Wildschweinbeständen in Mecklenburg-Vorpommern gibt. „Wir unternehmen alles, damit das so bleibt“, versicherte Backhaus. Untersuchungsergebnisse aus dem Friedrich-Löffler-Institut zur möglichen Herkunft des Virus in Vogelsang und bei Marnitz stehen noch aus.

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