Das männliche Wagyu-Rind kann ein Gewicht von bis zu 1100 kg erreichen. (c) Reiner Schumann

Wagyu Rind: Arbeitstier aus Japan

Sein Name kommt aus dem Japanischen und bedeutet letztlich nur: japanisches Rind. Über Jahrhunderte diente das Wagyu Rind im wesentlichen als Arbeitsrinderrasse.

Von Christoph Görner 

Seinen Ursprung hat das Wagyu Rind in Japan und seinen Namen aus der Übersetzung ins Deutsche. Dieser Name bedeutet nichts anderes als „japanisches Rind“. Die Rasse erfuhr über lange Zeit keine Einkreuzungen.

Über Jahrhunderte diente das Wagyu Rind im Wesentlichen als Arbeitsrinderrasse. Laut Brackmann unterscheiden die Japaner heute zwischen drei Typen. Da gibt es die „Schwarzen“, Kuroge genannt, die „Hornlosen“, Makaku genannt, sowie die „Braunen“, Akage genannt.

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Wagyu Rind: So kam es nach Europa

Entsprechend der Buddhistischen Religion war der Fleischverzehr nach den ursprünglichen Gesetzen verboten. Aus diesem Grund wurde das Wagyu erst nach den 1860ern in Richtung Fleisch züchterisch bearbeitet. Mitte der 1990er Jahre sind erste Tiere in die USA zu wissenschaftlichen Zwecken exportiert worden. Daraus stammt die außerhalb Japans entwickelte Population ab.

Erst ab 2014 ermöglichte Europa direkte Importe von lebenden Rindern, Embryonen oder Samen aus Japan. Somit kann seitdem in Europa mit originalem Zuchtmaterial des Wagyu Rinds gearbeitet werden. Die heutige Population ähnelt den Angusrindern.

Bildergalerie: Wagyu Rind

Wagyu Färse rot

Nach der Geburt wiegen Wagyu Rinder zwischen 25 und 35 kg. (c) Reiner Schumann

Wagyu Rind rot männlich

Die braunen beziehungsweise roten Wagyus werden auch Akage genannt. (c) Reiner Schumann

Wagyu Rind weiblich mit Kalb

Nach 27-29 Monaten kalbt das weibliche Wagyu Rind. (c) Reiner Schumann

Wagyu Rind Bulle

Das männliche Wagyu-Rind kann ein Gewicht von bis zu 1100 kg erreichen. (c) Reiner Schumann

Die wichtigsten Merkmale

  • Mittelrahmigkeit
  • leichter Kopf
  • feine Gliedmaßen
  • gute Bemuskelung der Vorhand und des Rückens
  • guten Euter
  • Frühreife
  • lange Keule, aber nicht plastisch bemuskelt

Eine Besonderheit des Wagyu Rinds ist das Erreichen der Schlachtreife, die weitaus später erreicht wird als bei unseren einheimischen Fleischrindrassen. Positiv bleibt eine hervorragende Fleischqualität, die einen besonderen Ruf genießt.

Das kurzfasrige Fleisch ist durch eine verstärkte, gleichmäßige Fetteinlagerung gekennzeichnet. Jede Muskelfaser ist mit einem Talgfilm ummantelt. Da das Fett der Geschmacksträger ist, erklärt sich die Delikatessqualität dieses Fleisches.

Maße des Wagyu Rinds

Bulle Kuh
Kreuzbeinhöhe140-145 cm130-132 cm
Gewicht900-1100 kg550-750 kg
Geburtsgewicht30-35 kg25-30 kg
Erstabkalbealter27-29 Monate

Fleischkonsum im Vergleich

Die asiatischen Verzehrungs-Gewohnheiten sind mit den europäischen nicht vergleichbar. In Europa werden Fleischgerichte bevorzugt, die weniger fettbetont sind. Der Fleischkonsum des Wagyu Rinds ist sehr kostspielig. So kann in einem Feinschmeckerlokal ein Steakgericht von Wagyu um die 50 Euro liegen. Auf Grund der Besonderheiten dieser aufgezeigten Fakten ist die Verbreitung dieser Rasse in Europa begrenzt.

Denn neben dem Absatz von Zuchttieren ist immer auch ein Schlachttierabsatz nötig, der im vorliegenden Fall begrenzt ist.

In Deutschland gibt es wenige Wagyu-Züchter, sodass Experten hier von einer Nischenproduktion sprechen. Größere Herden der Wagyu Rinder gibt es in Japan, Australien, Amerika und Kanada.

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