Ein Milchfahrzeug bringt in Mecklenburg-Vorpommern Milch zu einer Molkerei (Symbolbild). (c) Sabine Rübensaat

Milch und Käse: Werk in Dargun soll geschlossen werden

Die DMK bestätigt die Schließung der Produktion in Dargun. Hintergrund sind verringerte Milchmengen und Veränderungen im Sortiment. Was wird aus den Mitarbeitern? Wo wird dann Milch und Käse produziert?

Von Nicole Gottschall

Die Deutsche Milchkontor GmbH (DMK) plant, seine Produktionskapazitäten zu straffen und die Produktion am Standort in Dargun (Mecklenburg-Vorpommern) einzustellen. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag (21.3.2024) auf Nachfrage der Bauernzeitung mit. Als Grund nennt Deutschlands größte Molkereigenossenschaft verringerte Milch-Mengen in der Rohstoffversorgung und Veränderungen in der wertschöpfenden Sortimentsentwicklung.

Milch-Verarbeitung: Aufsichtsrat prüft die Pläne

Um Transparenz zu schaffen, seien die Pläne intern sehr früh bekannt gemacht worden. So soll es am Montag (18.3.) eine Betriebsversammlung gegeben haben. Im ersten Schritt bedarf es nun jedoch der Zustimmung des Aufsichtsrats, heißt es seitens einer Unternehmenssprecherin. Die Beteiligungs- und Mitbestimmungsrechte der Arbeitnehmervertreter blieben gewahrt. Das bedeute auch, dass die Pläne dort noch einmal geprüft werden und aktuell noch keine genauen zeitlichen Prozesse absehbar seien.

In Mecklenburg-Vorpommern wird Käse produziert

Dargun ist neben Altentreptow und Waren einer von drei Standorten des DMK in Mecklenburg-Vorpommern. Im dortigen Werk wird Käse in Blockform und als Brote produziert. Die Kapazität umfasst rund 40.000 Tonnen Käse pro Jahr.

DMK: In Dargun sind 90 Mitarbeiter beschäftigt

Am Standort in Dargun sind 90 Mitarbeitende beschäftigt. DMK gehe eigenen Angaben zufolge in einen verantwortungsvollen Austausch mit den Sozialpartnern und betroffenen Mitarbeitenden. Denn aufgrund des grundsätzlichen Fachkräfte-Mangels und der regionalen Nähe zu den anderen beiden Standorten im Nordosten habe man sehr hohes Interesse daran, gute Mitarbeitende auch halten zu können und auf anderen Funktionen einzusetzen.

Unruhe unter den Mitarbeitenden

Bei den Mitarbeitern führte die Bekanntgabe der Pläne indes zu Unruhen. Und auch der Bürgermeister der Stadt, Sirko Wellnitz, zeigt sich überrascht. Vermittelte die Betriebsleitung in den vergangenen Jahren doch immer wieder, dass das Unternehmen in Dargun trotz teils schwerer werdender Rahmenbedingungen wirtschaftlich arbeite.

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