Am bisherigen Vion-Standort in Altenburg will Tönnies die Schlachtzahlen erhöhen. © Vion

Fleisch aus Altenburg: Tönnies übernimmt Rinder-Schlachthof

Der Rinder-Schlachthof im Thüringer Altenburg befindet sich mit dem 1. Mai im Besitz des Tönnies-Konzerns. Wie es mit dem bisherigen Vion-Standort weitergeht, sagte Geschäftsführer Beef bei Tönnies, Markus Tiekmann, der Bauernzeitung.

Von Frank Hartmann

Der Rinder-Schlachthof im thüringischen Altenburg befindet sich mit dem 1. Mai im Besitz des Fleischkonzerns Tönnies. Für die Übernahme des bisherigen Vion-Standortes gab die Wettbewerbsbehörde der EU-Kommission Mitte April grünes Licht. Markus Tiekmann, Geschäftsführer Beef der Tönnies Holding, sagte der Bauernzeitung, dass der Thüringer Schlachthof unter dem Namen Altenburger Fleisch firmiere. Übernommen werde die komplette Belegschaft.

Die Schlachtkapazität von zuletzt rund 80.000 Rindern im Jahr 2023 wolle man auf 100.000 Tiere ausbauen. Aufgrund der vorhandenen Genehmigung sei eine Jahresproduktion von bis zu 125.000 Tieren möglich. Tiekmann zufolge führe Altenburger Fleisch die bisherige SB-Schiene am Standort nicht fort. Dafür gebe es an anderen Tönnies-Standorten ausreichend Kapazitäten. Investitionen seien in Altenburg zunächst nicht geplant und auch nicht notwendig.

Hohe Nachfrage an Rind-Fleisch in der EU

Bei der Vieherfassung bewege man sich im Wettbewerb und werde entsprechende Anreize setzen, damit Rinderhalter ihre Tiere nach Altenburg liefern. „Wir haben bei Rindfleisch nach wie vor eine stabil hohe Nachfrage, und das europaweit.“ In Deutschland würden insbesondere die Discounter für steigende Nachfrage sorgen. Wie bei landwirtschaftlichen Direktvermarktern sei das Geschäft an den Frischetheken des Lebensmitteleinzelhandels aufgrund höherer Preise schwieriger.

Markus Tiekmann
Markus Tiekmann © Tönnies

Tiekmann betonte, dass Altenburg das Beef-Geschäft von Tönnies gut ergänze. „Wir müssen sowohl Tiertransportzeiten im Auge behalten als auch die Nachfrage nach Tierwohl-Fleisch.“ Für Letzteres sehe man in der mitteldeutschen Region ein gutes Angebot, da nahegelegene Molkereien bereits Milch nach QM++ veredeln würden. Der Standard (u. a. Außen-Klima-Kontakt) entspricht der LEH-Haltungsstufe 3. Und die, so Tiekmann, werde vom Handel beim Rindfleisch vermehrt gefordert.

Tönnies-Schlachthöfe in Deutschland

Mit dem Standort in Altenburg betreibt Tönnies – neben dem eigenen Großschlachthof im sachsen-anhaltischen Weißenfels (Schweine) – den zweiten noch verbliebenen Großschlachthof in Mitteldeutschland.

Vion hatte im Januar bekannt gegeben, aufgrund der schwierigen Marktlage mehrere seiner Standorte in Deutschland zu verkaufen bzw. zu schließen. Im Frühjahr 2020 beendeten die Niederländer in Altenburg die Schweineschlachtung (rund 15.000 Scheine/Woche; z. T. in Lohn) und konzentrierten sich dort komplett auf Rinderschlachtungen.

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