Fotos (c) Reiner Schumann

Hereford: Alter Engländer

Die Hereford-Rinder gehören zu den ältesten uns bekannten Rinderrassen. Ihren Namen verdanken die robusten Arbeitsrinder mit den typischen weißen Unterbeinen einer Grafschaft im Südwesten Englands.

Von Christoph Görner 

Die Rasse Hereford gehört zu den schon ältesten uns bekannten Rinderrassen, was in unserer Zeit gar nicht so wahrgenommen wird. Ursprünglich glaubte man in den neuen Bundesländern, dass sie vorrangig in Ungarn beheimatet sind. 

Bei genauerem Hinschauen weiß man aber mittlerweile, dass bereits zwischen 1714-1815 im Südwesten Englands von dieser Rasse die Rede war. Sicherlich nicht von den heute uns bekannten Herefords, sondern von einer Vorstufe. Lokaler wird die Gegend um Herefordshire genannt, die offensichtlich Namensgeber dieser Rasse geworden ist. 

Äußere Merkmale

Das ursprüngliche Hauptmerkmal dieser Rasse war ein großrahmiges Arbeitsrind.  Erst durch intensive Selektion auf eine gewisse Frühreife wurde der Rahmen kleiner und ein fleischbetontes Rind entstand. So kennen wir auch heute noch diese Rasse, die im mittleren Rahmen steht und durch eine Grundfarbe rot gekennzeichnet ist. Weitere typische Merkmale sind der weiße Kopf, sowie der untere Teil des Halses bis zur Brust, der weiße Unterbauch bis zum Euter, bei Bullen bis zum Hodensack. Weiter typisch sind die weißen Unterbeine, sowie ein schmaler weißer Streifen an der Oberseite des Halses bis zum Widerrist. 

Die Rasse zeichnet sich weiterhin durch eine enorme Rumpfigkeit, eine große Brusttiefe, relativ kurze Beine und eine stärkere ausgebildete Vorderhand gegenüber anderen Rinderrassen aus. Die ursprünglich ausschließlich gehörnten Tiere werden durch Selektion auf Hornlosigkeit immer mehr verdrängt. 

Hereford: Anpassungsfähig und robust

Auf Grund ihrer Herkunft handelt es sich bei dieser Rasse um eine relativ robuste Rinderrasse. Die Tiere sind im Hinblick auf Klima und Futteransprüche relativ anpassungsfähig und weniger anspruchsvoll. Auch auf weniger ertragreichen Standorten erbringen die Tiere noch sehr ansprechbare Leistungen. Darüber hinaus stellen sie an Umwelt und Klima keine großen Ansprüche und sind dadurch sehr anpassungsfähig. Eine gute Umgänglichkeit erleichtert ihre Verwendung in der Mutterkuhhaltung.  

Hereford: Die wichtigsten Maße und Gewichte

BulleKuh
Kreuzbeinhöhe (cm)145-147135-137 
Gewicht (kg)900-1350600-850
Geburtsgewicht (kg)3633
Erstkalbealter (Monate)27-30 

Durch die hohe Anpassungsfähigkeit an Klima, Standort und Ertragsfähigkeit der Böden, sowie eine gewisse Langlebigkeit ist das Verbreitungsgebiet dieser Rasse sehr groß. Relativ unbekannt ist, dass diese Rasse die umfangreichste Verbreitung aller Rinderrassen für sich in Anspruch nehmen kann. Man geht davon aus, dass Herefords in ca. 60 Ländern dieser Welt gehalten werden, so z.B. in Großbritannien, Deutschland, weiteren europäischen Ländern, Nord- und Südamerika, Südafrika, Australien und Neuseeland. 


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