Anbau von Feldfrüchten

01.12.2015

Rapsfeld © Gerd Rinas

Größter Flächengewinner ist Raps. 2015 wurden 230 500 ha mit der Ölfrucht bestellt. Seit mehr als zehn Jahren nimmt die Kultur in jeder Saison mindestens ein Fünftel des Ackerlandes ein.

In diesem Jahr bauten die Landwirtschaftsbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern auf insgesamt 1,079 Mio. ha Ackerland vor allem 567 400 ha Getreide, 34 200 ha Hackfrüchte, 230 500 ha Raps und 144 100 ha Silomais an. Nach Mitteilung des Statistischen Amtes veränderte sich die Anbaustruktur in den vergangenen 25 Jahren teils erheblich: Der Anbau von Getreide verringerte sich um 8,8 %; die Rapsfläche verdreifachte sich nahezu, Mais wurde im Anbau gegenüber 1990 um 60 % ausgedehnt. Drastisch reduzierte sich die Hackfruchtfläche auf nur noch 25 % des damaligen Umfangs. Die den Landwirten zur Verfügung stehende Ackerfläche nahm seit 1990 um 4,7 % ab.

 

Struktur verändert


Bei Getreide sind deutliche Strukturveränderungen zwischen den einzelnen Getreidearten zu beobachten. Dominierte 1990 noch Roggen, so ist seit einigen Jahren Winterweizen die Getreideart mit dem größten Flächenumfang. 2015 war er von einem Drittel des Ackerlandes zu ernten. Das entsprach 61 % des gesamten Getreideanbaus. Flächenmäßig sind bei den Getreidearten Roggen, Sommergerste und Hafer die Verlierer.

 

Das Verhältnis von Winter- zu Sommergetreide hat sich von rund 80 : 20 auf 96 : 4 verschoben. Hackfrüchte, die 1990 einen Anteil am Ackerland von 12 % hatten, schrumpften im Anbau zur Ernte 2015 auf 3,2 %. Kartoffeln nehmen nur noch ein Prozent des Ackerlandes ein, gegenüber 6,4 % vor 25 Jahren. Die Zuckerrübenfläche verringerte sich von 4,2 auf 2,1 %. Praktisch bedeutungslos geworden sind Futterhackfrüchte wie Runkelrüben, Futtermöhren und Kohlrüben (Wruken).

 

Den größten Flächengewinn hatte im zurückliegenden Zeitraum Raps zu verzeichnen. Nicht kontinuierlich, wegen zwischenzeitlicher Änderungen in der Agrarförderung, wurde der Anbau von Raps (in der Regel fast ausschließlich Winterraps) von 80 200 auf 230 500 ha im Jahr 2015 erweitert. Seit mehr als zehn Jahren nimmt die Kultur fast stabil mindestens ein Fünftel des Ackerlandes ein.

 

Wenig Hülsenfrüchte


Schwankungen in der Anbaufläche waren seit 1990 die Hülsenfrüchte, bedeutende Lieferanten pflanzlichen Eiweißes für die Tierernährung, ausgesetzt. Anfang der 1990er Jahre vom Acker fast verdrängt, dehnte sich der Anbau nur wenige Jahre später beträchtlich aus, um wiederum bis einschließlich 2013 auf ein anhaltend niedriges Niveau zurückzufallen. 2015 wurde mit 15 100 ha der größte Anbauumfang der vergangenen zwölf Jahre erreicht, begünstigt durch Maßnahmen der EU-Agrarreform.

 

Mehr Silomais


Feldfutter, d. h. Pflanzen zur Grünernte, wuchs vor 25 Jahren auf
214 000 ha und nahm damit fast 19 % des Ackerlandes ein, mehr als 2015. Silomais hatte daran einen Anteil von 42,4 %. Mit dem Rückgang der Tierhaltung sank der Bedarf an Feldfutter, jedoch benötigen seit rund zehn Jahren Biogasanlagen bevorzugt Silomais als nachwachsenden Rohstoff. Sein Anteil am Feldfutter stieg, bei nunmehr relativ stabilen Viehbeständen, auf 78,1 % im Jahr 2015 und damit auf 13,4 % des Ackerlandes; 1990 waren es lediglich acht Prozent. Damals diente er ausschließlich zur Versorgung der Viehbestände.

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