Der zweite Probeschnitt für diese Saison wurde am 16. April in den Ackergrasbeständen vorgenommen. (c) Sabine Rübensaat

2. Reife-Prognose in MV: Wie geht die Schnittreife für Futter voran?

Futter aktuell: Für die Produktion hochwertiger Gras-Silagen kommt es auf den richtigen Schnittzeitpunkt an. Der zweite Probeschnitt fand am 16. April 2024 statt. Wie sind die Ergebnisse?

Von Pauline Lustig, Marion Dunker, LUFA Rostock der LMS Agrarberatung und Dr. Heidi Jänicke, Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern

Zweite Probe: Wie verlief das Masse-Wachstum?

Die zweite Probenahme im Rahmen der Reifeprognose 2024 erfolgte am 16. April. Die frühsommerlichen Temperaturen hielten sich in der vergangenen Woche und so konnte, unterstützt durch ausreichende Niederschläge, die Bestandesentwicklung weiter voranschreiten.

Beim Ackergras fällt das Massewachstum an zwei Orten hoch aus, auf den anderen vier Testflächen war es deutlich geringer als erwartet. Ein Ort fällt mit einem sehr hohen TM-Ertrag auf, dies korreliert allerdings mit dem schon weit fortgeschrittenen Entwicklungsstadium. Bei parallel leicht sinkenden Proteingehalten wird der erwünschte Bereich zum Teil noch übertroffen, andererseits auch schon unterschritten. Hier sind noch weitere Veränderungen wahrscheinlich.

Fasergehalt und normaler Zuckergehalt

Auffällig war der an zwei Orten leicht gesunkene Rohfaseranteil im Vergleich zur Vorwoche. Was im ersten Moment untypisch erscheint, wurde bei frühen Beprobungsterminen in den Vorjahren wiederholt beobachtet. Hier könnte ursächlich sein, dass in der Entwicklung der Punkt noch nicht erreicht worden ist, von wo aus der Fasergehalt naturgemäß zunimmt.

Die gegenüber der Vorwoche überwiegend höheren Verdaulichkeiten (Gasbildung im HFT) sowie die angestiegenen Zuckerwerte entsprechen der normalen Vegetationsentwicklung. Das Niveau der Zuckergehalte lässt einen Siliermitteleinsatz momentan nicht nötig erscheinen, dieser wird zur allgemeinen Qualitätsabsicherung jedoch angeraten.

Ernte-Reife bei Ackergras erreicht

Die angestiegenen Energiedichten (im Mittel bei 6,6 MJ NEL/kg TM) resultieren aus gesunkenen ADFom-Gehalten (234 g/kg TM) und angestiegenen Verdaulichkeiten sowie aus dem erwartbaren Rückgang der Rohasche. Somit hat das Ackergras in vier Beständen die Erntereife erreicht. Die beiden anderen beprobten Flächen werden wahrscheinlich in den kommenden Tagen nachziehen.

Auch auf Mineralboden wurden schon vergleichsweise hohe Fasergehalte ermittelt. Die ADFom-Werte haben noch etwas Spielraum. Zum nächsten Probeschnitt in einer Woche könnte die Ernte bereits auf den meisten Testflächen anstehen. Die laufende Beobachtung der Bestände sollte hierbei zur guten fachlichen Praxis gehören.

Rohfett-Gehalte im Optimum

Weiterhin zeigen die Analysen durchgehend einen Rohproteingehalt über dem angegebenen Zielbereich (160 – 180 g/kg TM). Voraussichtlich wird er sich bei normal verlaufender Entwicklung noch in die erwünschte Richtung bewegen. Die Rohfettgehalte der sechs beprobten Flächen liegen bereits im Optimum. Die Verdaulichkeitswerte sind auf hohem Niveau mit positiver Auswirkung auf den Energiegehalt. Unter diesem Aspekt wäre qualitativ hochwertiges Grünfuttermaterial zu ernten.

Wechselhaftes April-Wetter bleibt

Die Witterung für die nächste Woche lässt den Frühling „etwas Pause“ machen und bringt uns typisches wechselhaftes Aprilwetter. Prognostizierte Tagestemperaturen zwischen 5 bis 12°C und die Gefahr nächtlicher Bodenfröste lassen uns gespannt auf die Reifeentwicklung des Mineralbodengrünlandes schauen. Auch die Testflächen auf Niedermoor werden am kommenden Dienstag in das Beprobungsraster mit einbezogen.

Alle aktuellen Ergebnisse können Sie voraussichtlich jeden Freitag sowohl auf der Bauernzeitung als auch auf den Internetseiten der LUFA der LMS Agrarberatung und der Landesforschungsanstalt einsehen.

Tabelle: Schnittzeitpunktbestimmung – Ackergras, Dauergrünland (Mineralboden, Niedermoor)

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Der erste Probeschnitt für diese Saison wurde bereits am 9. April in den Ackergrasbeständen vorgenommen – so früh wie noch in keinem Jahr. © Rüting/LUFA Rostock

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