Die Sieger des Bundeswettbewerbes 2021: Tim Künsztle (2. Platz), Tim Damierus (1. Platz) und Nicola Heucher (3. Platz) sowie Tilo Jänsch, Geschäftsführer Zentrum für Gewerbeförderung Götz (v. l.) (c) Uwe Manzke

Die Zukunft kann kommen

Der Bundeswettbewerb der Bau- und Landmaschinenmechatroniker fand dieses Jahr erstmals im Osten statt. Der knappe Siegerstand erst nach der letzten Aufgabe fest.

Von Uwe Manzke

Dieses Jahr ist ein besonderes Jahr für den inzwischen 70. Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks, dem wohl größten europäischen Berufswettbewerb. Er wird jährlich in allen über 130 Handwerksberufen auf bis zu vier Stufen durchgeführt. Bei Berufen mit vielen Lehrlingen beginnt er auf der Innungsebene und wird dann auf Handwerkskammer-, Landes- und Bundesebene fortgesetzt.

Zugangsvoraussetzung ist die Note Gut und ein Alter von maximal 27 Jahren. Natürlich gibt es dafür auch einen Slogan: Profis leisten was, abgekürzt PLW. Insgesamt nehmen jährlich bis zu 3.000 Junghandwerker an einem PLW teil, rund 800 von ihnen haben die Gelegenheit, als Landessieger auf Bundesebene um den Bundessieg zu kämpfen.

Erstmals im Osten

Der Bildungs- und Innovationscampus Handwerk (BIH) der Potsdamer Handwerkskammer in Götz – einem Ortsteil von Groß Kreutz – war am 30. Oktober erstmals Ausrichter des Bundeswettbewerbs der Land- und Baumaschinenmechatroniker.

„Mit der konzentrierten Ausrichtung auf die Meister- und Servicetechnikausbildung genießt unser Zentrum einen bundesweit anerkannten Ruf“, berichtet Tilo Jänsch, Geschäftsführer des BIH. „Die Nachfrage nach der Meisterausbildung an unserem Campus ist hoch, auch, weil wir über eine technische Ausstattung verfügen, die bundesweit mit führend ist“, so Jänsch.

Sieg durch Leidenschaft

Elf Einzelkämpfer traten in einem leidenschaftlichen und engen Finale an. Mit seiner Leidenschaft für Landtechnik sicherte sich der 20-jährige Tim Damierus aus Hessen den Bundessieg. Ausschlaggebend war für den bisher jüngsten Sieger die letzte Aufgabe, die Kalibrierung des Trecker-Fahrwerks. Mit knapp 95 Punkten holte er sich den ersten Platz. Damierus kommt aus Trebur und ist für ATC Agratechnikcenter GmbH in Groß-Gerau angetreten. Bereits im Mai 2022 wird er mit der Meisterausbildung fertig sein. „Die Vielseitigkeit und meine Leidenschaft für alte und neue Landtechnik haben mich motiviert, diesen Weg einzuschlagen. Ich freue mich schon heute, die kommenden Herausforderungen nach der Meisterausbildung in einem Unternehmen zu bewältigen, so Damierus.

Hohe Anforderungen

Plätze zwei und drei gingen an Tim Künsztler aus Baden-Württemberg (91,5 Punkte) und Nicola Heucher aus Rheinland-Pfalz (90,5 Punkte).

Unerwartet kam für Heucher aus Rheinland-Pfalz der dritte Platz. Die Anforderungen waren hoch, so Heucher, denn es wurden auch Aufgaben abgefragt, die in der Tagesroutine oftmals nicht abgefordert werden. Auch er will seinen Meister in zwei bis drei Jahren haben.

Isobus-Technik verlangte viele Fachkenntnisse ab

Nur knapp verfehlten Michelle Kraatz, Mecklenburg-Vorpommern, und Timm Bergmann, Land Brandenburg, einen Platz unter den Besten. „Der Wettbewerb spornte uns alle an und vertiefte unser Fachwissen. Die durchlaufenen Stationen hatten abwechslungsreiche Fehlerquellen, besonders die Isobus-Technik verlangte einiges an Fachkenntnissen ab“, so der Brandenburger Landessieger Bergmann von Bartling Landtechnik.

Aus Demmin von der Fricke Landtechnik hatte Michelle Kraatz teilgenommen. Sie hatte Freude daran elektrische Schaltungen nach einem Schaltplan zu gestalten.

Tim Damierus (c) Uwe Manzke

Viele Fehler suchen

Mit je einer 30-minütigen Fehlerdiagnose und Dokumentation zog sich der Bundeswettbewerb der Bau- und Landmaschinenmechatroniker über sechs Stationen. Insgesamt galt es, sechs Aufgaben in jeweils einer halben Stunde zu lösen.

Die Bandbreite ging über einen defekten Bagger, Hydraulikfehler in einer Rundballenpresse, Diagnose einer Motorsteuerung, ein nicht kalibriertes Fahrwerk bis hin zu einer defekten Motorsäge und einem nicht funktionierenden Düngerstreuer mit Sensortechnik. Darüber hinaus sollte auch eine Langzeitaufgabe gelöst werden. Für den Aufbau an einer elektronischen Schaltung standen drei Stunden zur Verfügung. Dabei mussten die Teilnehmer einen komplexen Schaltkreis konstruieren, sauber nachbauen und verlöten.

Handwerk zeigt Flagge

Alle angetretenen Landessieger und die einzige Landessiegerin aus Mecklenburg-Vorpommern überzeugten beim Bundeswettbewerb der Bau- und Landmaschinenmechatroniker mit dem Ehrgeiz und der Leidenschaft für den Beruf. Ein Großteil von ihnen hat sich bereits heute für eine Meisterlaufbahn entschieden, so Olaf Boche, Geschäftsführer Landesverband Brandenburg.

„Alle Landessieger sind Gewinner, denn mit dem Engagement sind die Mechatroniker auf einem guten Weg, die Herausforderungen der Zukunft im Bau- und Landmaschinenbau zu lösen. Beim Sieger hat die Herangehensweise an das jeweilige Problem zum Erfolg geführt. Damit war die Zeit gut einzuhalten und die maximalen Punkte gut erreichbar. Das professionelle Abarbeiten der Aufgaben wurde somit belohnt, hebt Boche hervor.

Die Bundessieger werden verbandsseitig traditionell am Tag der LandBauTechnik vor den Spitzenvertretern und Premiumpartnern der Branchenkampagne „Starke Typen“ gesondert geehrt. Zur Siegerehrung in Götz gab es eine Teilnahmeurkunde und ein Starke-Typen-Paket für alle.

Die Ehrung der PLW-Bundessieger fand am 3. Dezember 2021 während einer Festveranstaltung zum Abschluss des Leistungswettbewerbs des Deutschen Handwerks in Berlin statt. Die Arbeitsproben oder Gesellenstücke der Bundessieger werden im Rahmen der Festveranstaltung öffentlichkeitswirksam präsentiert.


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