Symbolbild (c) Sabine Rübensaat

Neues Wolfspaar in Sachsen bestätigt

Sachsen hat weitere Wölfe zu verzeichnen: Im Erzgebirge hat sich erstmals ein Wolfspaar angesiedelt. Das neue Wolfsterritorium wird unter dem Namen Marienberg geführt.

In Sachsen wurde ein weiteres Wolfspaar bestätigt. Im Erzgebirge gibt es somit ein neues Wolfsterritorium namens Marienberg, teilt Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) mit. Nachwuchs konnte bei dem Wolfspaar laut LfULG bisher nicht bestätigt werden. Die Wolfsfähe (also die Wölfin) ist eine Tochter des benachbarten Rudels Výsluni, dessen Territorium hauptsächlich in Tschechien liegt, bei Jöhstadt allerdings bis nach Sachsen reicht. Die Herkunft des Wolfsrüden ist unbekannt. Er konnte bisher keiner genetisch bekannten Verpaarung in Deutschland oder angrenzenden Ländern zugeordnet werden.

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Streifender Wolf oder Wolfsterritorium?

Was unterscheidet aber einen gesichteten Wolf von einem Wolfsterritorium? Wölfe legen auf Streifzügen lange Strecken und können weitläufige Gebiete durchqueren. Dass ein Wolf ein Gebiet durchstreift, heißt zunächst jedoch nicht, dass der Wolf in dem Gebiet auch sesshaft geworden ist. Damit ein Wolfsterritorium bestätigt werden kann, müssen Hinweise nach Monitoringkriterien gesammelt und ausgewertet werden. 2019 gab es unter anderem in der Mothäuser Heide bei Marienberg erste Hinweise auf eine Wolfsaktivität. Im März 2021 wurde der Wolfsrüde erstmals genetisch bei einem Rotwildriss in dem Gebiet nachgewiesen. Anfang dieses Jahres zeigten Aufnahmen automatischer Wildkameras zwei Wölfe. Danach gesammelte Urinproben wurden genetisch untersucht. Die jetzt vorliegenden Ergebnisse aus der Genetikuntersuchung in Verbindung mit den Spuren der beiden Tiere bestätigen das Wolfspaar in dem Gebiet.

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Beim Praxis-Talk am Köllitscher Schafstall: Landesredakteur Karsten Bär, Prof. Sven Herzog, Dr. Regina Walther, Matthias Rau, Dr. Stefanie Kewitz und Matthias Schneider (v. l.).
Beim Praxis-Talk am Köllitscher Schafstall: Landesredakteur Karsten Bär, Prof. Sven Herzog, Dr. Regina Walther, Matthias Rau, Dr. Stefanie Kewitz und Matthias Schneider (v. l.). © Annelie Neumann

Das LfULG empfiehlt Tierhaltern in der Region, ihre Herdenschutzmaßnahmen zu überprüfen. Sachsen fördert Maßnahmen, die dem Schutz von Schafen, Ziegen sowie Gehege- oder Damwild vor dem Wolf dienen, zu 100 Prozent. Zudem können Tierhalter in Sachsen eine individuelle Herdenschutzberatung in Anspruch nehmen.

Sachsens Wölfe im Blick: Wolfsmonitoring überwacht Verbreitung

In Sachsen findet seit 2001 ein Wolfsmonitoring statt. Dieses soll die Größe und die Entwicklung des Wolfsvorkommens zu überwachen und Informationen zur Biologie und zur Lebensweise der Tiere zu gewinnen. Es wird im Auftrag des LfULG vom Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz und dem LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung in Deutschland durchgeführt. Zudem führt das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz seit 2017 ein grenzübergreifendes Projekt mit Partnern aus Tschechien namens Owadis durch. Die jüngsten Nachweise für das neue Wolfsterritorium Marienberg lieferte ebenfalls das Projekt Owadis. red


Die Fachstelle Wolf bittet darum, Wolfssichtungen zu melden. Hinweise können telefonisch (035242 631 8201), per E-Mail (fachstelle.wolf@smekul.sachsen.demailto:fachstelle.wolf@smekul.sachsen.de) oder online über die Webseite der Fachstelle Wolf übermittelt werden.


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