(c) Frank Hoffmann

Mähdrusch und Co.: Geschwindigkeit ist Trumpf

Nach der Ernte ist bekanntlich vor der Ernte. Doch zuerst muss das Feld von dem gemähten Stroh geräumt werden. Für effiziente Arbeitsabläufe ist die richtige Wahl der entsprechenden Technik von großer Bedeutung.

Es kommentiert Jörg Möbius

Nicht nur beim Mähdrusch kommt es darauf an, möglichst schnell zu ernten. Auch beim Räumen der Schläge mit Strohschwaden ist Geschwindigkeit Trumpf. Einerseits soll das Stroh nicht nass werden, andererseits drängen manche Folgearbeiten. Je nach Menge des zu bergenden Strohs kommen Rund- oder Quaderballenpressen zum Einsatz.

Die deutlich teureren Pressen für die rechteckigen Ballen können nur in Großbetrieben oder bei Lohnunternehmen wirtschaftlich ausgelastet werden. Beim heutigen Entwicklungsstand der Rundballenpressen ist es egal, ob das Stroh mit einer Festkammerpresse oder einem lange dafür mehr empfohlenen Gerät mit variabler Presskammer geborgen wird.

Mehr neue techologien

Redakteur Jörg Möbius
Jörg Möbius ist Landtechnik-Redakteur bei der Bauernzeitung

Wird Stroh gepresst, sollten die fertigen Ballen dann möglichst schnell vom Acker. Auch hier kann bei großem Anfall mit anderer Technik und Technologie gearbeitet werden, als wenn die Druschfläche eines Fünfschüttlerdreschers zu räumen ist. Bei Letzterer wird überwiegend mit dem Frontlader auf- und abgeladen. Eine flotte Kette arbeitet beispielsweise mit je einem Teleskoplader zum Be- und Entladen und je nach Entfernung mit zwei, drei oder mehr Transportgespannen.

Aber auch bei dieser Technologie ist noch mehr drin, wenn nicht jeder Ballen einzeln angefahren werden muss. Für alle Ballenformen und -größen sind auf dem Technikmarkt passende Sammelwagen erhältlich, die, an der Presse angehängt, zwei und mehr Ballen zusammen ablegen. Das kann bei Quaderballen sowohl neben- als auch übereinander geschehen. Hier heißt es, die ganze Bergekette aufeinander abzustimmen: Sammelwagen, Greifwerkzeug am Teleskoplader und Transportanhänger.

Wird Grüngut für Silage gepresst, wird inzwischen klar die Bindung mit Mantelfolie empfohlen. Hier heißt es, schon beim Kauf der Presse an diese Option zu denken. Mantelfolie ist pro Ballen etwas teurer als Netz. Dafür sind zwei Lagen weniger Stretchfolie notwendig. Dazu kommen das einfachere Aufschneiden und die sortenreine Entsorgung der beiden Kunststoffe.

Pro und Contra von Kombigeräten

Dem Pressen folgt das luftdichte Einwickeln. Soll es mit einem separaten Gerät erfolgen oder mit einer Kombination aus Presse und Wickler? Kombigeräte erfordern einen einmalig höheren Investitionsaufwand und einen stärkeren Traktor als die beiden Einzelgeräte. Gut ausgelastet, sind die Kosten pro Ballen aber etwas geringer als bei zwei Solomaschinen. Dafür „überlebt“ ein Wickler schon mal zwei oder drei Pressen.

Insgesamt ist Ballensilage etwas teurer als Winterfutter aus dem Fahrsilo. Aber es gibt mehrere Gründe, die für die abgepackten Portionen sprechen: Es wird täglich so wenig Silage benötigt, dass am Silo die Anschnittflächen teilweise verderben würden. Es ist nur wenig reifes Futter zu bergen, eine Siloteilfüllung ist aufwendig. Es ist kein Silo vorhanden. Die eingewickelten Ballen können am Feldrand lagern und in weniger arbeitsintensiver Zeit zum Hof geholt werden.

Mit der Geschwindigkeit und dem Durchsatz beim Mähdrusch kann aber auch übertrieben werden. Das zeigt die Kritik eines renommierten Mähdruschexperten an der Jagd nach Rekorddurchsätzen sowie internen Vergleichen und Weltrekorden der Mähdrescherhersteller mit ihren neuen Top-Modellen.

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