Ökolandbau

15.05.2013

© Sabine Rübensaat

Kleeblüte

Berlin. Wenige Monate vor der Bundestagswahl hat die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen mittels einer von ihr in Auftrag gegebenen Studie zum Biolebensmittelmarkt die mit der Bundesregierung geführte Kontroverse um die Förderung des Ökolandbaus neu entfacht. In ihrer Arbeit „Marktanteile im Segment Biolebensmittel - Folgen und Folgerungen“ kommen Prof. Ulrich Köpke und Paul Martin Küpper vom Institut für Organischen Landbau der Universität Bonn zu dem Schluss, dass das fortgesetzte Auseinanderdriften von Marktentwicklung und Bereitschaft zur Umstellung auf den ökologischen Landbau in Deutschland die weitere Entwicklung des Ökolandbaus insgesamt in Frage stelle.

Grünen-Fraktionschefin Renate Künast kommentierte die Studie mit den Worten: „Billigschnitzel exportieren und hochwertige Bioprodukte importieren, das ist das irrsinnige Ergebnis schwarz-gelber Agrarpolitik, die an den Interessen der Landwirte immer mehr vorbeigeht.“

Dem widersprach das Berliner Agrarressort. Es wies darauf hin, dass im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) die Fördersätze für die Einführung und Beibehaltung des Ökolandbaus ab 2014 erhöht würden. Der Bund habe seine Hausaufgaben gemacht, damit die Biobranche ihren Wachstumskurs fortsetzen könne. Jetzt seien die Bundesländer gefordert, den Spielraum bei der Förderung des Ökolandbaus zu nutzen und für ein attraktives Förderangebot zu sorgen, so das Agrarministerium. Es liege grundsätzlich in der Verantwortung und Autonomie der Länder zu entscheiden, wie viele GAK-Mittel für den Ökolandbau sie aus dem Bundestopf abrufen, kofinanzieren und investieren.

Im Jahr 2011 sind in der Summe rund 160 Millionen Euro aus EU-, Bundes- und Landesmitteln in die Förderung von Ökolandbau, Verarbeitung und Vermarktung sowie in das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) geflossen.

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