Moderne Milchviehanlage eröffnet

07.06.2018

© Thomas Tanneberger

Alt und neu wurden in Quitzow ausgesprochen sinnvoll miteinander verbunden. Das Interesse der Öffentlichkeit anlässlich der Anlageneröffnung war groß. Mitte Juni kommen die ersten Kühe in den neuen Komplex.

Edwin Grönboldt ist sich sicher: „So konnte es beim besten Willen nicht weitergehen. Mit zwei relativ kleinen, technologisch veralteten und arbeitswirtschaftlich ungünstigen Milchviehanlagen hätten wir in den nächsten Jahren nur verloren.“ Dennoch ist die Entscheidung für einen Neu- und Umbau weder Grönboldt als Vorsitzendem der Agrargenossenschaft eG Quitzow im Prignitzkreis noch seinen Vorstandskollegen, den Mitgliedern und dem Aufsichtsrat leicht gefallen.

 

„Nachdem wir im Juni 2015 mit der Agrargenossenschaft Baek fusioniert hatten, standen wir vor einer völlig neuen Situation“, berichtet Grönboldt. „Nicht nur die Pflanzenproduktion des in wirtschaftliche Probleme geratenen Nachbarbetriebes war zu integrieren – zu unserer 1993 gebauten und damit auch schon veralteten Milchviehanlage war eine weitere hinzugekommen, die in Technologie und Gebäudebestand noch viel schlechter war. Das äußerte sich im Leistungsniveau: Während wir in der 300er-Herde des Stammbetriebs knapp 10.000 kg Durchschnittsleistung melken, kamen die gut 200 Kühe in der Baeker Altanlage kaum über 7.500 hinaus. Den Standort zu schließen, lag nahe, doch wir hatten von den Baekern 140 ha Grünland „geerbt“. Daher galt es, das vorhandene Futter effektiv zu nutzen, Platz für eine zukunftsfähige Herdengröße zu schaffen und die Arbeitsbedingungen deutlich zu verbessern. Ein entsprechendes Projekt haben wir Anfang 2017 begonnen.“


Nach sorgfältigen Planungen durch die Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern wurden am Standort Quitzow eine neue Siloanlage errichtet, das alte Futterlager neben dem Stall abgerissen, ein neuer Stalltrakt neben den alten gesetzt und ein hochmodernes Melkhaus mit Außenmilchlager und Sozialtrakt angedockt. Aus dem Stall gelangen die Kühe künftig über einen ansteigenden Vorwartehof in ein 28-er-Innenmelker-Karussell von DeLaval, aus dem sie nach dem Melken durch Klauenbad, Kamerastation und Selektionstor wieder in ihre Boxen zurückkehren.


Die Melkarbeit kann nun durch eine einzige Fachkraft erledigt werden – zusätzlich ist dann nur noch ein Fütterer auf der Anlage. In der Summe können jetzt 400 Milchkühe unter besten Bedingungen gehalten werden, denn die Quitzower haben nicht vergessen, auch an ihre Anlage aus den 90er-Jahren zu denken. „Hier haben sich natürlich im Lauf der Zeit Mängel eingestellt, die wir im Hinblick auf eine reibungslose Produktion beheben wollten“, so Produktionsleiter Helge Milatz. „Wir haben in Lüftung investiert und in komfortable Liegematten. Vor allem aber ersetzt künftig ebener Spaltenbeton die polterigen Bodenplatten.“


Damit sind wir bei den Zukunftsoptionen, die in dem insgesamt 2,5 Mio. € teuren Projekt verankert sind: Die neuen Laufgänge sind bei Bedarf auch durch einen Roboter zu reinigen, das  Melkkarussell hat enorme Leistungsreserven, eine Vorrüstung für Ansetzautomaten ist schon vorhanden, und neben der Neuanlage ist so viel Platz, dass man noch einen weiteren Stall anbauen könnte. Nun wird klar, warum der 61-jährige Edwin Grönboldt und sein 30 Lenze junger Produktionsleiter Helge Milatz solche Ruhe ausstrahlen. Sie haben gut vorgesorgt für schlechte Zeiten.

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