Eine Wildkamera nahm auf, wie die Fähe eine Solarleuchte aus dem Garten wegschleppt. Der Gegenstand wurde später am Feldrand gefunden. © Wildkamera Fachstelle Wolf/K. Schanze

Herdenausbruch und Gartenbesuche vom Wolf

Zwei Vorfälle mit unterschiedlicher Tragweite in Zusammenhang mit Wölfen meldete das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) in der vorigen Woche.

Von Karsten Bär

Am Donnerstag vergangener Woche waren die Rissgutachter der zum LfULG gehörenden Fachstelle Wolf zu einer Weide auf der DBU-Naturerbefläche Daubaner Wald in der Oberlausitzer Teich- und Heidelandschaft nordöstlich von Bautzen gerufen worden. Eine Herde mit 101 Schafen und Ziegen war ausgebrochen. Ein totes Schaf wies Bisswunden auf, wie sie Hundeartige verursachen. Am Freitag wurden schließlich zunächst weitere 15 tote Tiere aufgefunden sowie ein großer Teil der Herde wieder zusammengeführt.

Die Herde war nach den in Sachsen geltenden Mindestanforderungen geschützt und wurde darüber hinaus von zwei Herdenschutzhunden bewacht. Es sei unklar, was den Ausbruch verursacht habe, so das LfULG. Die Weide liegt im Territorium des Daubaner Rudels.

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Wolf nachts auf Gartengrundstück gesichtet

Lediglich kleinere Sachschäden hat ein Wolf verursacht, der im nordsächsischen Liebschützberg nachts wiederholt ein teilweise offenes Gartengrundstück aufgesucht hat. Das Tier zerbiss einen Hundepool sowie einen Ball und schleppte eine Solarleuchte weg. Genetikproben legen nahe, dass die Fähe eine ein- oder zweijährige Tochter des Rudels aus der Gohrischheide nördlich von Riesa ist, das offenbar auch westlich der Elbe aktiv ist. Sie war offenbar auch an Nutztierrissen in der Region beteiligt, unter anderem Ende April in einem Wildgatter in der Gemeinde Liebschützberg. Die Fachstelle Wolf hat einen mobilen Elektrozaun aufgebaut, um das Grundstück zum Feld hin zu schließen und beobachtet die Situation weiter.

Dass ein Wolf einen Garten aufsuche und mit Gegenständen interagiere, sei untypisch und bislang kein vergleichbarer Fall bekannt. Jedoch sei davon auszugehen, dass das Tier nicht direkten Kontakt zu Menschen suche, da es jeweils nachts wiederkehre. Dass Wölfe auch Siedlungsbereiche kreuzen, komme hin und wieder vor. Wer auf einen Wolf trifft, soll dem Tier Raum zum Rückzug geben, ihm nicht nachstellen und keinesfalls Futter anbieten. Sichtungen können der Fachstelle Wolf gemeldet werden.


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