GLÖZ-8-Fläche: Hier wollte Eric Engelmann ein Gemenge drillen. © Frank Hartmann

Agrargenossenschaft Teichel e.G.: Futter-Gewinnung mit GLÖZ 8

Es gibt Neuigkeiten von der Agrargenossenschaft Teichel e.G. Wie ging der Praxispartner aus Thüringen mit Frostschäden um und wie reagiert der Betrieb auf die Änderung der GLÖZ-8-Regelungen? Eine Kooperation in der Direktvermarktung ist auch geplant in Neckeroda.

Von Frank Hartmann

Es läuft im Pflanzenbau wie geschmiert, sagt Ackerbauvorstand Eric Engelmann. Zum Wochenbeginn war die letzte Sommergerste der knapp über 110 Hektar gedrillt. Die Erbsen sind auf ihren 40 Hektar ebenso längst im Boden. Am 1.  März schon waren alle dafür vorgesehenen Flächen mit Gülle gedüngt. Die erste Gabe Mineraldünger konnte zügig ausgebracht werden. Vorbereitet sind die Schläge für die folgende Sonnenblumen- und Maisaussaat.

Sah es vor einem Monat noch so aus, dass knapp 35 Hektar Raps aufgrund von Frostschäden hätten umgebrochen werden müssen, zerstreute sich zum Glück die Befürchtung. Eine Rapsfläche, auf der der Erdfloh im September wütete, war allerdings nicht zu retten. Hier wächst jetzt stattdessen Sommergerste.

Die im Herbst gedrillte Sommergerste Leandra (30 Hektar) kam schadlos durch die strengen Frosttage im Januar. Zwischen Haufeld und Neckeroda liegen jetzt großflächig Sommergerstenflächen, von denen sich Engelmann zusätzlich eine Barriere gegen den Ackerfuchsschwanz verspricht, der in der Haufelder Flur präsent ist anders als auf den Flächen um Neckeroda.

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Der Raps ist zum Glück nicht ausgewintert. © Frank Hartmann
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Zusätzliche Futter-Gewinnung mit GLÖZ 8

Die Änderungen der GLÖZ-8-Regelungen nutzt Engelmann für die zusätzliche Futtergewinnung: 15 Hektar Luzerne sind gedrillt, 5 Hektar mit einem Rotschwingel-Weißklee-Gemenge begrünt und 20 Hektar mit einem Gemenge kleinkörniger Leguminosen (Inkarnatklee, Luzerne, Rotklee, Wicke) bestellt. Die übrigen 30 Hektar bleiben wie geplant als selbstbegrünende Brachen unberührt: „Das sind nahezu vollständig Kleinst- und Splitterflächen, wo sich die Brache in Kombination mit der Ökoregelung am Ende auch finanziell lohnt“, so Engelmann.

Aus der Stimme seines Vorstandskollegen Dr. Stefan Blöttner klingt eine gewisse Erleichterung, dass man das Jahr 2023 wohl mit einem positiven Ergebnis wird bilanzieren können. Und das Dank der Milchproduktion, die bei einem guten Preis bis auf 70.000 Kilogramm an die Fünf-Millionen-Kilogrammmarke herangekommen ist. Hier spiegelt sich auch der stabile Anbau von mehr Ackergras und Luzerne wider.

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Bundesminister Cem Özdemir (Grüne) erklärte, „Landwirtinnen und Landwirte erhalten durch die neue Möglichkeit zur Umsetzung von GLÖZ 8 mehr Flexibilität bei ihrer Bewirtschaftung und zusätzliches Einkommen. (c) Sabine Rübensaat

Investition und Modernisierung in die Melktechnik

„Wir werden nach den zwei besseren Milchjahren jetzt wohl mittelfristig die Produktion weiterführen“, sagt Blöttner. Das bedeutet allerdings auch Investitionen. „Wir prüfen vier Optionen für die Melktechnik: das reicht vom kompletten Neubau, dem Einbau neuer Roboter oder von Einzelboxen bis hin zur Grundinstandsetzung der Roboter.“ Entsprechend weit auseinander bewegt sich dabei das Budget, das von 300.000 bis 2,6 Millionen Euro reichen würde. Konkret angegangen wird der Wechsel bzw. Einbau von LED-Beleuchtung in den Ställen.

Die Hochliegeboxen, die beim Neubau nicht vorgesehen und erst später eingebaut worden waren, hat man kürzlich zurückgebaut. „Wir mussten den Arbeitsaufwand reduzieren.“ Die Liegeboxen und der Stallboden sind nach der Melktechnik mit Sicherheit die nächsten Investitionen. Kürzlich erfolgte die wiederholte DLG-Zertifizierung der Milchkuhhaltung in Silber.

Noch nicht in Verträge gegossen, aber klargemacht, ist der Zukauf tragender Färsen aus einem Ostthüringer Spitzenbetrieb zur Remontierung des Bestandes. „Das wird nur eine temporäre Maßnahme, bis wir die ersten Kühe von einem regionalen Partner bekommen, der sie für uns aufziehen wird.“ Angebahnt ist zudem eine weitere Koopera­tion – die allerdings in der Direktvermarktung. „Wir reagieren damit auf den bevorstehenden Eintritt unseres Fleischermeisters in den Ruhestand.“

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Seit drei Monaten in Betrieb: Stefan Blöttner bei der digitalen Arbeitszeiterfassung. © Frank Hartmann

Agrargenossenschaft Teichel e.G. – Neue Kooperation in Neckeroda

Eine zwischenzeitliche kleine Havarie am BHKW führte der Agrargenossenschaft vor Augen, dass der Austausch des Motors noch in diesem Herbst erfolgen muss. „Drei Zylinderköpfe waren gerissen und wurden ausgetauscht. Der Motor hat seine Dienste geleistet und ist jetzt reif“, beschreibt Eric Engelmann die Situation. Durch den Zukauf von Maissilage ist der Volllastbetrieb der Biogasanlage gesichert, ohne Abstriche bei der Kuhfütterung machen müssen.

Ins Auge fassen Blöttner und Engelmann ein kleines Geschäft mit ihrer neuen Mieterin am Standort Neckeroda, der Landschaftspflegerin Sandra Lippert. „Wir haben eine naturschutzfachlich wertvolle Grünlandfläche, die wir bislang über ein Offenhaltungsprogramm gepflegt haben. Das Programm ist leider ausgelaufen – die Fläche wollen wir aber erhalten. So werden wir jetzt Sandra Lippert mit der Beweidung beauftragen“, sagt Blöttner.

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Mit einer Fortschritt Saxonia UGA 3 wurde in diesen Tagen Grünland nachgedrillt. © Frank Hartmann

Biber-Schäden und Windenergie

Freuen kann er sich über den Gewässerunterhaltungsverband Loquitz/Saale, der sich am Flüsschen Rinne daran gemacht hat, die Biberschäden zu reparieren. Man sieht bereits, wie es an den angrenzenden Flächen wirkt.

Biber-Störer im Fluß
Die kleinen Plastikfässer sollen dem Biber den Spaß verderben. © Frank Hartmann

Während hier Erleichterung spürbar ist, schafft die laufende Öffentlichkeitsbeteiligung zum Teilplan Windenergie der Planungsregion Mittelthüringen eher unerfreuliche Fakten: „Um Neckeroda befindet sich eines von 44 geplanten Windenergie-Vorranggebieten der Region. Dort bewirtschaften wir Pachtflächen. Wir wissen, dass das noch nicht bedeutet, dass dort auch tatsächlich einmal Windräder errichtet werden. Es sorgt aber für Beunruhigung.“

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