Symbolbild (c) IMAGO / Smith

Tierrechtsverein: Und wieder Vorwürfe

Ein Tierrechtsverein erhebt schwere Vorwürfe gegen Rinderhalter: Kranke Rinder werden gequält und nicht tierärztlich behandelt.

Von Frank Hartmann

Der vegane Tierrechtsverein „Deutsches Tierschutzbüro“ erhebt aktuell schwere Vorwürfe gegen Rinderhalter. „Kranke oder verletzte“ Tiere, die tierärztlich behandelt werden müssten, würden sich selbst überlassen, „da dies im Vergleich zu einer tierärztlichen Behandlung weniger Kosten verursacht“. Nicht selten landeten diese Tiere rechtswidrig auf Schlachthöfen.

Mit zwei vermeintlichen Fällen ging der Verein in die Öffentlichkeit und sprach von einer bundesweiten Dunkelziffer von 200.000 Tieren pro Jahr. Auf Nachfrage hieß es, die Vereinsschätzung beruhe auf Daten, die man mit anderen Tierrechtsgruppen in den letzten Jahren sammelte.

Tierhaltungsverbot für betriebsleiter

Ein angeblicher Fall, der das Phänomen bestätigen soll, ereignete sich in Brandenburg. Wie die Veterinärbehörde des Landkreises Teltow-Fläming mitteilte, war ein im Stall gegrätschter Mastbulle vor dem Gebäude auf weichen Untergrund verbracht worden. „So sollte dem Tier die Möglichkeit gegeben werden, wieder auf die Beine zu kommen.“ Das Tier habe im Schatten gelegen, erhielt Wasser und eine Schmerzbehandlung. Da keine Besserung eintrat, wurde der Bulle „vom Hoftierarzt von seinen Leiden erlöst“.

Das Veterinäramt ging, wie der Betrieb auch, in die Öffentlichkeit, um mögliche Vorwürfe der Tierquälerei zu entkräften. Ungeachtet dessen kündigte der Tierrechtsverein an, rechtlich gegen die Amtsveterinärin vorzugehen und ein Tierhaltungsverbot für den Betriebsleiter erwirken zu wollen.

Ordnungswidrigkeit weil Wasser und Futter fehlten

In Thüringen ging beim Veterinäramt des Kreises Hildburghausen ebenso eine Information über ein außerhalb des Stalles liegendes Rind ein. Wie die Behörde, die das Tier untersuchte, mitteilte, handelte es sich um ein registriertes paratuberkulose-positives Tier, dass aufgegrätscht war und somit nicht selbstständig laufen konnte. Das Rind musste notgetötet werden.

Gegen den Landwirt sei eine Ordnungswidrigkeit gestellt worden, weil Wasser und Futter für das Tier fehlten. Die veganen Tierrechtler fordern auch hier ein Tierhalteverbot für den Landwirt. Angekündigt wurde, in Kürze mit einem weiteren Fall, diesmal aus Mecklenburg-Vorpommern, in die Öffentlichkeit gehen zu wollen.


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