Punktschecken-Kaninchen gibt es auch einfarbig. Anders als es der Name sagt, besitzen aber nicht alle Tiere die typischen Farbtupfer. © Elke Ehlers

Das Tier der 31. MeLa begeistert mit Farbtupfer und Aalstrich

Mehr geht nicht: Landeszucht- und -schulungswart sowie Ausstellungsleiter. Kaninchen haben es Norbert Bissa seit seiner Kindheit angetan. Das Tier der MeLa, die Punktschecke, besticht durch ihre Vielfalt.

Von Elke Ehlers

Punktschecken gehören bundesweit zu den beliebtesten Kaninchenrassen. Als Tier der MeLa 2022 werden sie in diesem Jahr besonders gewürdigt. „Kaninchen sind einfach tolle Tiere“, sagt Norbert Bissa. Der 64-Jährige muss es wissen. Schon als Dreijähriger hatte er sein erstes Kaninchen. Ein Freund im Kindergarten hatte es ihm geschenkt. Aus der Freude an der kleinen Fellnase wurde eine lebenslange Leidenschaft. Als Züchter hat er mit seinen Tieren auf Ausstellungen schon viele Titel gewonnen, wurde Deutscher Meister und sogar Europa-Champion.

Auf der MeLa agiert der gebürtige Mecklenburger seit fast 30 Jahren als Ausstellungsleiter. Norbert Bissa freut sich, dass das Tier der MeLa in diesem Jahr bereits zum dritten Mal aus der Riege der Kaninchen kommt. 2009 standen mit den Mecklenburger Schecken erstmals die Langohren im Messe-Mittelpunkt, 2016 waren es dann die Widderkaninchen. Für 2022 wurden nun die Punktschecken ausgewählt, die bundesweit zu den beliebtesten Kaninchen gehören. In Mühlengeez will der Verband sie in ihrer ganzen Vielfalt präsentieren.

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Die verschiedenen Punktschecken

„Wir sind stolz, dass wir alle fünf Punktschecken-Rassen zeigen können“, sagt der Vater von zwei erwachsenen Söhnen, der in Rühn bei Bützow wohnt. Mit dem Punktschecken-Club stellen 14 Züchter insgesamt 125 Tiere auf der Agrarmesse vor. Insgesamt gibt es in Mecklenburg-Vorpommern 42 gemeldete Punktschecken-Zuchten. Am Donnerstag, dem Eröffnungstag der Mela, ist um 15.30 Uhr eine Podiumsdiskussion zum Tier der MeLa geplant. Im Vorführring der Kleintierhalle wird es außerdem an jedem Messetag eine Präsentation zu verschiedenen Kaninchenrassen geben.

Hingucker sind auf jeden Fall die Deutschen Riesenschecken, bekannt als die „Majestät unter den Kaninchenrassen“, die bis zu 11,5 kg schwer werden. Außerdem gibt es Kleinschecken bis 3,75 kg und Zwergschecken, die maximal 1,75 Kilo auf die Waage bringen dürfen. Vertreten sind auch die mittelgroßen Rheinischen Schecken bis 5 kg sowie Englische Schecken bis 3,25 kg. Es gibt sie in vielen Farben, unter anderem in schwarz-weiß, blau-weiß und havanna-weiß. So jedenfalls werden die Farbschläge offiziell genannt. Wer sich weniger mit Kaninchen auskennt, würde die blauen Tiere wohl eher als blaugrau bezeichnen. Und Havanna? „Das ist schokoladenbraun“, meint Norbert Bissa amüsiert. Er weiß, dass das Züchter-Latein für Laien oft unverständlich klingt.

Punktschecken unterscheiden sich durch ihre besondere Zeichnung von anderen Kaninchenrassen. Das größtenteils weiße Fell schmücken Punkte an beiden Flanken und der sogenannte Aalstrich auf dem Rücken. Zum klassischen Aussehen gehören zudem farbige Augenringe, Backenpunkte, eine farbige Schnauze in Schmetterlingsform sowie einfarbige, aufrecht stehende Ohren.

Bildergalerie: Das ist die Punktschecke

Nobert Bissa besitzt seit über 60 Jahren Kaninchen und hat mit ihnen schon viele Titel gewonnen. © Elke Ehlers

Nobert Bissa besitzt seit über 60 Jahren Kaninchen und hat mit ihnen schon viele Titel gewonnen. © Elke Ehlers

Punktschecken-Kaninchen gibt es auch einfarbig. Anders als es der Name sagt, besitzen aber nicht alle Tiere die typischen Farbtupfer.

Punktschecken-Kaninchen gibt es auch einfarbig. Anders als es der Name sagt, besitzen aber nicht alle Tiere die typischen Farbtupfer. © Elke Ehlers

Treffen der Rassekaninchenzüchter in Mühlengeez

Neben dem Punktschecken-Club stellen auch andere Rassekaninchenzüchter in Mühlengeez ihre aktuellen Schönheiten aus. Insgesamt stehen 417 Kaninchen auf den Meldelisten, rund doppelt so viele wie im Vorjahr. „Der Aufwand für die Züchter ist groß“, sagt Bissa. Als Chef eines Vermessungsbüros ist er froh, dass seine Verbandskollegen so gut mitziehen. Denn anders als die meisten anderen Zuchtverbände im Land wird der Rassekaninchenverband ausschließlich ehrenamtlich geführt. Wer auf der MeLa ausstellen will, soll die Tiere in der Messewoche bereits am Dienstag anliefern. Fünf Tage später – am Sonntag – müssen sie wieder abgeholt werden.

Als Ausstellungsleiter ist Norbert Bissa organisatorisch für alles verantwortlich. Vom Bestellen der Pokale und Verpflichten der Preisrichter bis zum Aufbau der Käfige, in denen die Kaninchen auf Holzspänen und Stroh sitzen. Und er ist an allen fünf Tagen vor Ort. Für die Messewoche plant Bissa traditionell Urlaub ein. „Weil ich selbstständig bin, kann ich das so einrichten“, meint er. Ein bisschen verrückt ist das schon, denn als Unternehmer könnte er in dieser Zeit natürlich auch Geld verdienen. Der Familienvater zuckt mit den Schultern. „Erklären kann man das nicht. Es macht eben Spaß.“ Allerdings kommt es auch vor, dass er sich manchmal für ein Stündchen abmeldet. „Wenn es auf einer Baustelle ein Problem gibt, muss ich kurz weg. Das geht nun mal nicht anders“, macht er klar.

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Technik, die begeistert: In diesem Jahr sind auf der 31. MeLa über 100 Aussteller mehr als im Vorjahr vertreten. © Sabine Rübensaat
Technik, die begeistert: In diesem Jahr sind auf der 31. MeLa über 100 Aussteller mehr als im Vorjahr vertreten. © Sabine Rübensaat

Scheckenzucht: Wissenschaft für sich

Aus seiner eigenen Zucht nimmt Bissa vier putzige, erst im Mai geborene Jungtiere mit nach Mühlengeez. Die aber sind nicht gescheckt, sondern – wie der Züchter sagt – einfarbig blau. Anders als es der Name sagt, besitzen nicht alle Punktschecken die typischen Farbtupfer. Auch bei Kaninchen ist die Zucht eine Wissenschaft für sich. In jedem Wurf gibt es neben den Typenschecken auch einfarbige, manchmal sogar weiße Tiere. Einfarbige Exemplare in schwarz, blau oder havanna, sogenannte Homozygoten, seien für die Zucht sehr wichtig. „Die Weißlinge dagegen sind gesundheitlich nicht stabil und haben oft eine kürzere Lebenszeit“, erläutert Bissa, der auch Zucht- und Schulungswart ist.

Aus Tierschutzgründen müssen Kaninchenhalter durch geeignete Verpaarung darauf achten, dass weiße Jungtiere, sogenannte Chaplins, möglichst gar nicht erst geboren werden. Auf den diesjährigen MeLa-Züchterabend freut sich Norbert Bissa besonders. Auch deshalb, weil es dort Köstlichkeiten vom Kaninchen gibt. Züchter aus der Region stellen dafür Tiere zur Verfügung. „Ingrid Froh, die Frau eines befreundeten Züchters, will uns mit verschiedenen Gerichten überraschen“, weiß der Rühner. So viel kann er schon verraten: Klopse, Sauerfleisch und Ragout fin könnten dabei sein.


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