Symbolbild (c) IMAGO / Christine Roth

Für die Entenmast ist noch ausreichend Zeit

Noch drei Monate bis Weihnachten und schon wird es eng mit der Anzahl an Weihnachtsgänsen. Aufgrund der Vogelgrippe im vergangenen und diesjährigen Jahr ist nun kluges Handeln gefragt.

Von Dr. Manfred F. Golze

Als 2020 die Weihnachtsgänse geschlachtet wurden, trat im größten Zuchtgänsebestand Deutschlands in Sachsen die Vogelgrippe auf. Viele Gänse mussten gekeult werden. Etwas später traf es weitere Zuchttierherden, etwa in Niedersachsen. Ersatzherden aufzubauen war zu diesen Zeitpunkt nicht mehr möglich. So fehlten 2021 etwa 65 % der deutschen Gössel.

Engpass für Weihnachten

Von der Witterung her war es ein günstiges Zuchtjahr für Gänse. Die Zuchtbetriebe haben sich echt bemüht, mit Bruteiern aus Partnerbetrieben anderer Länder die Lücke etwas zu schließen. Trotzdem konnte nicht allen Gänsehaltern bzw. Mästern die gewünschte Genetik zum Wunschtermin in der notwendigen Stückzahl bereitgestellt werden. Also können 2021 nicht alle Kunden bei „ihren Bauern“ die Gans für Weihnachten beziehen.

Wie lange dauert eine entenmast?

Über eine Alternative sollte nachgedacht werden: Entenküken, besonders von Mularden und auch Flugenten, zum Teil schon voraufgezogen (drei Wochen und älter), sind noch zu bekommen. Sie können bis Weihnachten hervorragend ausgemästet werden und beste Schlachtkörper liefern. Die erste Flügge und damit der erste Schlachtzeitpunkt ist bei Pekingenten etwa mit acht Wochen, bei weiblichen Flugenten mit zehn, Mularden mit zwölf und bei Flugentenerpel mit 15 Wochen.

Danach findet im Rhythmus von sechs Wochen ein Federwechsel statt. Dies ist bei der Planung des Schlachtzeitpunktes zu beachten.

Entenmast: eine gelungende aufzucht

Für die Aufzucht und Entenmast sind gut eingestreute Altbauställe am besten geeignet. Den Besatz sollten Geflügelhalter nicht zu hoch wählen. In den ersten drei Lebenswochen (LW) sollte er maximal 15 Tiere pro Quadratmeter und ab der 4. LW höchstens fünf Tiere pro Quadratmeter betragen.

Wer die Küken erst mit 3. LW oder älter kauft, spart die Kükenaufzucht mit Wärmequelle, extra Trögen, Tränken und extra Futter. Die Enten sollen sich schnell und gleichmäßig entwickeln. Ausreichend Tröge und Tränken sind erforderlich. Bis zum 15. Lebenstag (LT) sollten 1,3 cm Trogseitenlänge/kg Körpergewicht und ab dem 15. LT 0,6 cm, Troglänge vorhanden sein. Bei Rundtränken für Küken gilt: 0,5 cm Tränkenrand/kg Körpergewicht ab dem 15. LT.

Was kann man Enten füttern?

Die Fütterung können Geflügelhalter bei der Entenmast ebenfalls einfach mit Fertigfutter gestalten. Pekingenten: in der ersten bis zweiten Woche ein Alleinfutter für Entenküken mit 18 % RP und 11 MJ ME/kg und in der 3. bis 8. Woche ein Alleinfutter für Mastenten mit 16 % RP und 11,5 MJ ME/kg; Moschusenten und Mularden: in der ersten bis dritten Woche ein Allein-Spezialfutter mit 20 % RP und 12 MJ MP/kg; in der vierten bis siebenden Woche ein Allein-Mastspezialfutter mit 18 % RP und 12,5 MJ ME/kg und ab der 8. Woche ein Allein-Spezialfutter mit 14 % RP und 12,5 MJ ME/kg.

Das Futter wird in pelletierter Form eingesetzt: Kükenfutter in 2 bis 3 mm und Mastfutter in 4 bis 5 mm Größe. Der Wasserverbrauch ist bei Enten hoch: Pekingenten pro Kilo Trockenfutter 3,6 l Wasser und Mularden sowie Flugenten 3,4 l Wasser pro Kilo Trockenfutter. Ist bei Gänsen mit dem Weihnachtsgeschäft die Saison beendet, sind Enten auch noch bis Ostern, ja sogar Pfingsten gefragt.


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