Die neue Rinderschlachtlinie in Altenburg nahm Vion erst 2021 in Betrieb. Bis Anfang 2020 wurden hier 15.000 Schweine pro Woche geschlachtet. (c) Vion

Fleischmarkt in der Krise: Vion gibt Schlachthöfe im Osten ab

Der niederländische Fleischkonzern Vion zieht sich aus Ostdeutschland zurück und verkauft mit Altenburg (Thüringen) und Perleberg (Brandenburg) seine beiden Standorte. Eine Reaktion auf die Krise am Fleischmarkt? Wo werden künftig Tiere geschlachtet?

Von Frank Hartmann

Der niederländische Schlachtkonzern Vion reagiert auf die angespannte Lage an den Fleischmärkten. Mit den am Dienstag dieser Woche bekannt gegebenen Verkäufen des Schlachthofes im brandenburgischen Perleberg und dem in Altenburg (Thüringen) zieht sich Vion komplett aus Ostdeutschland zurück und verringert sein bundesweites Engagement deutlich. Denn nachdem im Vorjahr bereits der Schlachthof in Bad Bramstedt (Schleswig-Holstein) geschlossen wurde, folgt Ende März der Standort Emstek in Niedersachsen, wovon 750 Mitarbeiter betroffen sind. 

Fleischmarkt in der Krise: So viele Mitarbeiter sind betroffen

Den Altenburger Schlachthof, der Anfang 2020 die Schweine-Schlachtungen einstellte und seither nur noch Rinder verarbeitet (90.000 Tiere/Jahr), verkauft Vion an den Tönnies-Konzern. Perleberg, wo pro Jahr deutlich über 1,2 Millionen Schweine geschlachtet werden, geht an die Uhlen GmbH aus Lengerich im Emsland. Der Mittelständler ist nach eigenen Angaben zweitgrößer Schlachtbetrieb für Sauen in Deutschland und übernimmt etwa auch Lohnschlachtungen für Westfleisch. Einschließlich des Verkaufs des Schinkenspezialisten Ahlener Fleischhandel in Nordrhein-Westfalen – ebenso an Tönnies – sind von den Verkäufen 700 Mitarbeiter betroffen. Diese unterliegen einer kartellrechtlichen Überprüfung, die noch nicht erfolgt ist. 

Krise: Starke Konkurrenz auf dem Weltmarkt

Vion erklärte, dass die europäischen Fleisch-Unternehmen, vor allem in Deutschland, starker Konkurrenz auf dem Weltmarkt durch Unternehmen aus den USA, Südamerika und China ausgesetzt seien. Hinzu kämen die Folgen der Afrikanischen Schweinepest (ASP), die politischen und regulatorischen Herausforderungen im Agrarsektor, die Inflation oder das veränderte Verbraucher-Verhalten, was zu rückläufigen Vieh-Beständen und hohen Vieh-Preisen geführt habe. Vor allem der deutsche Schweinesektor erlebe derzeit eine strategische Umstrukturierung, um Überkapazitäten zu reduzieren und die Viehbestandsdichte zu regulieren.  

Fleischmarkt im Osten: Nur zwei überregionale Schlachthöfe für Schweine

Mit Perleberg und dem Tönnies-Standort in Weißenfels gibt es im Osten gerade mal noch zwei überregionale Schlachthöfe für Schweine. Abgeleitet aus Daten des Landesamtes für Statistik in Sachsen-Anhalt halbierten sich nahezu die Schlacht-Zahlen in Weißenfels in den letzten Jahren und dürften 2023 bei 2,46 Millionen Schweinen gelegen haben.  

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