Landwirtschaft in Berlin: Auslaufmodell? Nicht mit uns!

Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts zählte man noch um die 2.000 kleine Landwirtschaftsbetriebe in Berlin, die für die Versorgung der Bevölkerung hohen Stellenwert hatten. Seitdem hat die Branche oft einen strukturellen Wandel erfahren und ist geschrumpft. Tatkraft und Unternehmergeist, gepaart mit Wissen, sind geblieben. Reicht dies für den Fortbestand?

Von Jutta Heise

Etwa 40 Landwirte wirtschaften derzeit in den Randbezirken Berlins auf circa 1.900 ha. Grünland wird zumeist für die Futtergewinnung, Ackerland für den Anbau von Getreide, vorwiegend Roggen, genutzt. Gemüseanbau kann man nur punktuell betreiben: Die Bodenqualität ist dafür auf großen Strecken zu schlecht. Unter besonderen Bedingungen arbeiten und leben Berlins Landwirte schon lange, manche wirtschaften bereits in der dritten oder vierten Generation: Kleine Betriebsflächen, kurzlebige, mitunter einjährige Pachtverträge, das Agieren in Landschafts- oder Naturschutzgebieten, verändertes Einkaufsverhalten, das beständige Näherrücken der städtischen Bebauung und, ja, auch das Zusammenwachsen mit den Umland Bauern nach der Wende machten es notwendig, Betriebsprofile anzupassen, sich umzuorientieren, neue Einkommensquellen zu erschließen.

Karte von Berlin mit eingezeichneten landwirtschaftlichen Betrieben.

Nicht nur mit positivem Effekt. Manches musste weichen. Schweinehaltung beispielsweise ist flächendeckend eingestellt. Die Stadtnähe hat Vorteile, der Verbraucher lebt gleich nebenan; nirgends ist Landwirtschaft so greifbar wie hier, wenn man sie denn begreifen will. Regional und frisch wird von Natur aus produziert: Man erlöst vor Ort oder unter kurzen Transportwegen. Und: Landwirte betreiben Landschaftspflege, erhalten einen großen Raum für Erholung und Sport. Berliner Landwirtschaft ist unverzichtbar als ein kleiner Teil der Wirtschaft, der kulturellen Identität der Hauptstadt, ihrer Historie und ihrer Gegenwart. Hat die Landwirtschaft in Berlin auch eine Zukunft? Die fünf Betriebe, die wir besuchten, gaben uns die Gewissheit, dass diese Bauern alles dafür geben, die Frage mit einem beherzten Ja zu beantworten.


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