Mit dem Drusch hat das LVG Anfang vergangener Woche begonnen. (c) Karsten Bär

LVG Köllitsch: Erntestart und gewetzte Sensen

Als Vorbereitung auf die Ernte wurden in Sachsen auf dem Lehr- und Versuchsgut Köllitsch die Maschinen gewartet. Ein zusätzliches Angebot in diesem Jahr war das Praktikerseminar “Mähen mit der Sense”.

Von Karsten Bär

In Köllitsch wurden kürzlich die Sensen gewetzt. Und das sowohl im wörtlichen wie auch im übertragenen Sinne. Denn im Lehr- und Versuchsgut (LVG) wurden nicht nur die Vorbereitungen für den Getreidedrusch getroffen, Mähdrescher und Anhänger gewartet und für die Ernte vorbereitet. Auch ein Praktikerseminar „Mähen mit der Sense“ fand statt. Unter Anleitung von „Sensenmeister“ Ekkehard Unger aus Bennewitz bei Wurzen lernten in zwei Kursen je zehn Teilnehmer den Umgang mit dem traditionellen bäuerlichen Werkzeug.

Das Interesse an der Sense sei erstaunlich groß, das Spektrum der Teilnehmer breit gefächert, berichtet Burkhard Puhlmann, der den Kurs für das LVG vorbereitete. Mancher will den Umgang mit der Sense für die Pflege kleiner privater Grünflächen lernen, andere für Naturschutzmaßnahmen, wieder andere suchen einen Ausgleich und schätzen das Meditative der Tätigkeit.

Ekkehard Unger demonstriert Seminarteilnehmern den Umgang mit der Sense. (c) Karsten Bär

Einsatz der Sense nur auf Kleinstflächen sinnvoll

Das Seminar sei ein Zusatzangebot im Lehr- und Weiterbildungsprogramm in Köllitsch, so Betriebsleiter Ondrej Kunze. Auf Kleinstflächen kann ihr Einsatz sinnvoll, mitunter sogar geboten sein. Für die großflächige Praxis im Landwirtschaftsbetrieb spiele die Sense dennoch keine Rolle. Schon gar nicht bei der Getreideernte. Die hat in Köllitsch inzwischen begonnen – und dies, wie nicht anders zu erwarten war, mit moderner Landtechnik. Dienstag vergangener Woche fuhr der Mähdrescher bei idealen Bedingungen in die Wintergerste und erntete am ersten Tag knapp 20 ha ab. Das schafft keine Sense. Die Tendenz ging auf der ersten, knapp 16 ha großen Fläche in Richtung 80 dt/ha Ertrag. „Aber es kommen noch andere Schläge“, dämpft Feldbaukoordinator Nico Wolf allzu hohe Erwartungen.


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Seit mehreren Jahren habe man in Köllitsch in diesem Jahr wieder Frost in der Blühphase der Gerste gehabt. Die Auswirkungen sind in den Beständen durchaus zu bemerken: kurze Ähren, kleine Körner. Abrechnen will Nico Wolf lieber erst, wenn die Ernte geschafft ist. 730 t Futtergerste braucht der Betrieb für die Fütterung des Tierbestandes. 123 ha Wintergerste gilt es insgesamt zu dreschen, weiterhin 140 ha Winterweizen, 50 ha Hafer und 83 ha Raps.

Mit mehr Schlagkraft als in der Vergangenheit kann das LVG die Strohbergung angehen. Dazu trägt ein neuer Strohballentransportanhänger bei – der eigentlich gar nicht neu, sondern schon ziemlich alt ist. Der Wagen, eine sogenannte „Treuenbrietzener Platte“, ist durch das Unternehmen Conower Anhängerbau mit einer hydraulischen Ladesicherung aufgerüstet worden. Dadurch können nun 32 Quaderballen transportiert werden – und dies nunmehr, ohne die Quader aufwendig durch Spanngurte sichern zu müssen. Der aufgerüstete Anhänger ergänzt einen modernen Strohballenanhänger von Fliegl, der 40 Ballenquader trägt. „Damit lässt sich jetzt am Tag mühelos das Stroh von 60 ha wegräumen“, verdeutlicht Nico Wolf.


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