Während der Lammzeit hat Tierwirt-Auszubildende Alina Klugmann im Köllitscher Schafstall mitgearbeitet. (C) Karsten Bär

LVG Köllitsch: Lammzeit läuft langsam aus

Viel Nachwuchs im Köllitscher Schafstall: Vor allem dank der Merinofleischschafe kann das Lehr- und Versuchsgut (LVG) ein gutes relatives Ablammergebnis verbuchen. Die Lammzeit begann in diesem Jahr früher als sonst.

Von Karsten Bär

Noch im alten Jahr – genau zu Silvester – kam das erste Lamm dieser Saison in Köllitsch zur Welt. Die letzten Lämmer werden nun dieser Tage erwartet. Mit den Ergebnissen ist man im Lehr- und Versuchsgut (LVG) mehr als zufrieden: 177,5 % beträgt das relative Ablammergebnis. „Das ist richtig gut“, befindet Birgit Kurze, Bereichsleiterin Schafe und Schweine im LVG Köllitsch. Und das liegt vor allem an den Merinofleischschafen (MFS). 

Während die Schwarzköpfigen Fleischschafe (SKF) 163 % erreichen, glänzen die MFS mit einem relativen Ablammergebniss von 186 %. Trotz erneuter Hitze und Trockenheit habe man im vergangenen Jahr etwas weniger Aufwand beim Sicherstellen der Futterversorgung zu tun gehabt, meint Schäfer Uwe Liebhold. Nach dem Dürrejahr 2018 habe sich der Feldbau des Betriebes darauf eingestellt, Futterknappheit zu vermeiden. Dank des guten genetischen Potenzials der Herde und einer guten Futtergrundlage stellte sich das Ergebnis ein, sind die Bereichsleiterin und der Schäfer überzeugt.

Schäfer Uwe Liebhold führt das gute Ablammergebnis auf eine trotz Trockenheit bessere Futterversorgung im vergangenen Jahr zurück. (c) Karsten Bär

Frühe Lammzeit, früher Austrieb

Bis Ende vergangener Woche hatten rund 170 von 203 Mutterschafen gelammt. Ihr Nachwuchs resultiert aus der ersten Anpaarungsrunde, bei der vom 8. August bis 20. September des Vorjahres vier MFS-Gruppen und zwei SKF-Gruppen jeweils einem Stammbock zugeteilt waren. Dieser Zeitraum begann gut einen Monat früher als sonst im LVG üblich. Damit kamen auch die Lämmer früher zur Welt. „Im Falle eines zeitig beginnenden Frühjahrs und einsetzender Vegetation können die Schafe früher aus dem Stall und auf die Weide“, erklärt Birgit Kurze. Das spare Futter, mit dem nach zwei Trockenjahren nach wie vor gehaushaltet werden muss. Zweiter positiver Effekt einer früheren Lammzeit: Die für die Zucht ausgewählten Jungböcke sind etwas älter, wenn sie im Folgejahr auf die Bockschauen geschickt werden. „Bisher hatten wir immer den Nachteil, mit sehr jungen Böcken auf diesen Veranstaltungen aufzutreten“, erklärt Birgit Kurze. Im Vergleich zu anderen Tieren machten diese dann oft optisch etwas weniger Eindruck.

MFS-Elite in Kölsa steht bevor

Für die Böcke des Vorjahres steht Ende März mit der MFS-Elite und der Mitteldeutschen Bockauktion im nordsächsischen Kölsa die zentrale Zuchtveranstaltung ins Haus. Am 25. und 26. März werden dort neun Köllitscher Böcke – vier MFS und fünf SKF aufgetrieben. Insgesamt zwölf Böcke waren Mitte Januar im Lehr- und Versuchsgut Oberholz zur Körung vorgestellt worden. Ein SKF-Bock wurde dabei nicht gekört, zwei weitere SKF-Böcke werden aufgrund ihrer Einstufung in Wertklasse 3 nicht zur Bockauktion fahren, sondern ab Hof verkauft.

Das nächste große Zuchtereignis steht dann vom 22. bis 24. Mai im hessischen Alsfeld an: Als „Festival der deutschen Schafzucht“ ist die dort stattfindende VDL-Bundesschau Schafe 2020 angekündigt. Schafzüchter aus ganz Deutschland werden dort die besten Herdbuchtiere aus über 50 Rassen präsentieren. Mit je drei Zibben der beiden in Köllitsch gehaltenen Rassen wird das LVG sich dort ebenfalls zeigen.


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