Der Methan-Traktor im Praxiseinsatz beim Grubbern der Stoppel.© Detlef Finger

Landjugend gibt Gas

Der Einsatz von Biomethan in der Landwirtschaft war Schwerpunkt der zweiten Entdeckertour des Landjugendverbandes Sachsen-Anhalt. Diese führte erneut in den Salzlandkreis und traf auf eine sehr große Resonanz.

Von Detlef Finger

Eine Station der Premieren-Entdeckertour der Landjugend war der Biogaspark in Könnern. Dort erfuhren die Teilnehmenden Anfang Juni mehr über die Erzeugung des erneuerbaren Energieträgers, der in aufbereiteter Form als Biomethan in das Gasnetz eingespeist wird (Bauernzeitung 25/2022, S. 16). Am 18. August wurde das Thema fortgesetzt. Verbandsgeschäftsführerin Marie Saudhof hatte dazu auf den elterlichen Bauernhof in Nelben eingeladen. Sie konnte sich über mehr als 30 Anmeldungen von jungen Leuten aus landwirtschaftlichen Betrieben, aber auch von berufsständischen Verbänden freuen.

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Zum Vorführen aufs Feld

Bei der zweiten Entdeckertour des Landjugendverbandes Sachsen-Anhalt wurde zunächst ein T6.180 Methane Power-Traktor von New Holland (NH) vorgestellt. Der weltweit erste ausschließlich mit Methangas betriebene Serienschlepper kann direkt aus dem Gasnetz oder an einer hofeigenen Tankstelle betankt werden. Erläuterungen zum Aufbau der Zugmaschine mit 175 PS Maximalleistung sowie ihren Einsatzmöglichkeiten im land- als auch kommunalwirtschaftlichen Bereich gab Ralf Thamhayn, kaufmännischer Bezirksleiter beim Hersteller.

Teilnehmer der Entdeckertour nach der Maschinenvorführung auf dem Acker.
Teilnehmer der Entdeckertour nach der Maschinenvorführung auf dem Acker © Detlef Finger

Auf einem Dinkel-Stoppelacker des Biobetriebes unweit der Ortslage wurde der Schlepper danach im Einsatz gezeigt – in Kombination mit einem dreibalkigen, kompakten Universalgrubber Terrano 3FX von Horsch. Einzelheiten zu diesem Bodenbearbeitungsgerät hielt Markus Klemm, Außendienstmitarbeiter im Horsch-Zentrum Sietzsch, Saalekreis, parat. Die Teilnehmenden konnten sich sogar selbst hinter das Lenkrad des Schleppers setzen und dessen Fahreigenschaften testen. Matthias Saudhof, Betriebsleiter und Vater der Landjugend-Geschäftsführerin, berichtete am in Staubwolken gehüllten Feldrand, dass vor Ort im Verlauf dieses Jahres bislang lediglich 140 mm Niederschlag gefallen sind.

Zurück auf dem Hof, folgte ein Vortrag zum Hoffermenter der Firma Pöttinger, den vertretungsweise ebenfalls Ralf Thamhayn übernahm. Er stellte das erweiterbare Modulsystem mit Technikcontainer und Fermenterboxen vor. Ursprünglich für Pferdehöfe konzipiert, verwertet es mittels Trockenfermentation Reststoffe wie Stroh, Stalldung oder Grünabfälle direkt auf dem Landwirtschaftsbetrieb. Die Eigennutzung von Gas, Strom bzw. Abwärme ist dann ebenfalls auf dem Hof möglich. Vor der Verwendung als Treibstoff ist eine Aufbereitung nötig, da das Biogas nur einen Methananteil von etwa 60 % hat. Seine Erfahrungen mit dem Hof-Fermenter schilderte Henner Kaufel. Er betreibt in Freden-Westerberg im Landkreis Hildesheim (Niedersachsen) ein Gasthaus samt eigener Schweinehaltung und Direktvermarktung und verwertet auf seinem Hof u. a. Gemüseabfälle und Schweinemist im Sinne von Kreislaufwirtschaft.

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Tankstelle für den Hof

Helai Ammura, Ingenieurin in der Bauer Kompressoren GmbH, München, informierte danach über Erdgas- bzw. Biomethan-Tankstellen in Form von Containerlösungen oder Einzelkomponenten. Ihr zufolge wird Gas für das Betanken von Fahrzeugen an Zapfsäulen (diese seien eichfähig und damit für die öffentliche Nutzung geeignet) und an Zapfstellen (nicht eichfähig; für Betriebshöfe geeignet) auf 250 – 300 bar verdichtet. Der NH-Methantraktor mit 185 l Tankvolumen (optional 270 l zusätzlich) ist in vier bis fünf Minuten betankt, ergänzte Ralf Thamhayn dazu. Vorm abschließenden Grillen richtete Marie Saudhof einen großen Dank an alle beteiligten Firmen, zu denen auch die Newtec-Ost-Filiale Calbe/Saale als Vertriebsgesellschaft gehört, für die Unterstützung an diesem Tag.

LaJu-Entdeckertour #03
Die nächste Entdeckertour zum Thema „Woher kommen Milch, Butter und Quark?“ mit Betriebsbesichtigung in der Börde, Melken, Buttern und Genießen findet am 22. September 2022 ab 16 Uhr statt.
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
Hier geht es zur Anmeldung.


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