Symbolbild (c) LfULG/Archiv Naturschutz/M.Hartmann

Weniger Wolfsrisse bei konstanter Zahl an Vorfällen

In Sachsen blieb die Zahl der Wolfsübergriffe 2021 auf ähnlichem Niveau wie in den Vorjahren. Die Zahl betroffener Nutztiere sank allerdings zum zweiten Mal in Folge.

Von Karsten Bär

Insgesamt weist die nun vorliegende Nutztierrissstatistik für das Vorjahr in Sachsen 383 Weidetiere aus, die bei Wolfsangriffen ums Leben kamen oder verletzt wurden oder aber nicht wieder aufgefunden wurden. Damit ist diese Zahl zum zweiten Mal in Folge rückläufig (siehe Grafik) und erreicht wieder den Wert von 2018. In etwa unverändert bleibt jedoch die Zahl von Übergriffen (116), die auf das Konto von Wölfen gehen oder bei denen die Rissgutachter das Raubtier nicht ausschließen konnten. Darüber informierte heute die Fachstelle Wolf des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG).

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Schafe am häufigsten von Wolfsrissen betroffen

Laut der Statistik kamen im Jahr 2021 bei Wolfsangriffen überwiegend Schafe zu Schaden. Sie waren in 83 Prozent der Fälle betroffen. Weitere von Wolfsrissen betroffene Nutztierarten waren im Gatter gehaltenes Damwild (sieben Prozent), Ziegen (sechs Prozent), Rind (drei Prozent) und Alpaka (ein Prozent). In 40 Prozent der Fälle waren die Vorgaben des Mindestschutzes nach Sächsischer Wolfsverordnung nicht erfüllt. Die Fachstelle Wolf empfiehlt den Tierhaltern Herdenschutzmaßnahmen, die über die gesetzlichen Mindestschutzkriterien hinausgehen. Dieser Empfehlung war in neun begutachteten Fällen gefolgt worden.

Die meisten Wolfsrudel gibt es in Ostsachsen. Dort gab es auch die meisten Wolfsrisse. Im Landkreis Bautzen zählte die Fachstelle im Vorjahr 53 Vorfälle. Im Landkreis Görlitz waren es 20. Es folgen die Landkreis Meißen mit 15 und Nordsachsen mit 14 Rissereignissen. Die Räume um Elstra und um Wittichenau waren im Landkreis Bautzen Schwerpunktregionen mit einem erhöhten Rissgeschehen. Im Landkreis Meißen stachen der Raum Strehla und die Gohrischheide hervor. Im Landkreis Görlitz passierten die meisten Vorfälle im Raum Reichenbach. In den genannten Schwerpunktregionen haben sich laut Fachstelle mit 65 Fällen und 234 geschädigten Tieren mehr als die Hälfte der bestätigten Wolfsübergriffe ereignet.


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Freistaat Fördert Herdenschutz zu 100 Prozent

Insgesamt habe der Freistaat Sachsen im vorigen Jahr 2021 rund 84.300 Euro Schadensausgleich an Tierhalter gezahlt. Herdenschutzmaßnahmen förderte er mit einer Summe von rund 661.100 Euro gefördert. Was Halter für die Sicherung von Schafen, Ziegen und Gatterwild gegen Wolfsangriffe ausgeben, fördere  Sachsen zu 100 Prozent. Zudem könnten sie eine individuelle Herdenschutzberatung in Anspruch nehmen.

Laut der Fachstelle Wolf existierten im vorigen Wolfsmonitoringjahr 2020/21 in Sachsen 34 Wolfsterritorien. Sie teilten sich in 29 Rudel, drei Wolfspaare und zwei territoriale Einzeltiere auf. Hinzu kamen zehn Rudel, deren Territorium auch sächsisches Gebiet umfasst, die aber Nachbarländern zugerechnet werden. Der Deutsche Jagdverband  geht im Schnitt von acht Tieren je Rudel aus. Demnach lebten im vergangenen Monitoringjahr in Sachsen rund 240 Wölfe. Das Monitoringjahr dauert vom 1. Mai bis zum 30. April des folgenden Kalenderjahres.

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