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Feldmäuse: Berlin, wir haben ein Problem

Notruf der Bauernverbände: Die anhaltende Massenvermehrung von Feldmäusen sorgt für großflächige Schäden in Millionenhöhe. Im Herbst könnte sich die Situation noch weiter verschärfen.

Von Frank Hartmann

Die Landesbauernverbände in Sachsen-Anhalt und Thüringen haben an Bundesagrarministerin Julia Klöckner bzw. deren Staatssekretärin Beate Kasch und den Präsidenten des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), Friedel Cramer, einen Notruf abgesetzt. Grund ist die anhaltende Massenvermehrung von Feldmäusen, die sich nach Einschätzung des Julius-Kühn-Institutes im Herbst noch weiter verschärfen könnte.

In seinen Schreiben weist der Thüringer Bauernverband (TBV) auf bereits eingetretene großflächige Schäden in exemplarischen Betrieben von 150 bis 450 €/ha hin. Jetzt drohe, dass auch die frischen Herbstsaaten den Feldmäusen, die zuletzt 2012 und 2015 für Millionenschäden sorgten, zum Opfer fallen. Erste Betriebe überdenken ihre Anbauplanung und werden den Winterraps als eine der wenigen Blattfrüchte in der Fruchtfolge deutlich reduzieren.


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Daher bittet der TBV dringend um eine Ausnahme von den derzeit geltenden Anwendungsbestimmungen, damit Landwirte ab dem 1. August Rodentizide einsetzen können. Das ohnehin mühsame verdeckte Ausbringen von Zinkphosphid-Ködern mittels Legeflinte ist lediglich von November bis Ende Februar gestattet. Grund dafür ist vor allem der Feldhamsterschutz. Laut TBV sei bei der sachgerechten verdeckten Ausbringung von Rodentiziden ein Schaden für Nichtzielorganismen wie den Feldhamster nicht zu befürchten, da kein direkter Kontakt zu dem Präparat bestehe.

„Nachweislich“ ausgeschlossen seien zudem Sekundärvergiftungen von Greifvögeln. Nicht zuletzt bittet der TBV darum, Wühlmauspflüge wie den Wumaki C 9 für das Ausbringen der Köder zuzulassen. Parallel zu den TBV-Schreiben haben betroffene Betriebe bei der Thüringer Agrarverwaltung Notfallzulassungen beantragt.

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