Die Sauenanlage in Glaudau ist der größte Betrieb im Verbund der LFD Holding. (c) Detlef Finger

LFD Holding hat neuen Eigentümer

Der Verkauf der Landwirtschaftlichen Ferkelzucht Deutschland (LFD Holding) an die Terra Grundwerte AG ist abgeschlossen. Der Schweizer Investor will an Standorten und Entwicklungsplänen festhalten – alle Mitarbeiter sollen übernommen werden.

Von Detlef Finger

Deutschlands größter Ferkelzuchtbetrieb, die LFD Holding mit Sitz in Roßdorf bei Genthin (Sachsen-Anhalt), ist verkauft. Neuer Eigentümer der GmbH ist die Terra Grundwerte AG aus Alpnach Dorf in der Schweiz. Die Verträge zur vollständigen Übernahme der Landwirtschaftlichen Ferkelzucht Deutschland (LFD) seien abgeschlossen, informierte deren Treuhänder, Rechtsanwalt Christian Graf Brockdorff von der überörtlichen Sozietät BBL Bernsau Brockdorff & Partner, Potsdam.

Belegschaft der LFD bleibt

Brockdorff erklärte, mit der Terra Grundwerte AG sei ein Käufer gefunden worden, „der vom Kurs und der strategischen Ausrichtung der LFD Holding überzeugt ist“. Nach mehrjährigen Anstrengungen sei das Zuchtunternehmen betriebswirtschaftlich und beim Tierwohl gut aufgestellt. Brockdorff dankte LFD-Geschäftsführerin, Heidrun Spengler-Knappe, für die zurückliegende intensive Arbeit. Die motivierte Belegschaft der Holding, rund 400 Mitarbeiter/innen, werde übernommen, so Brockdorff.

Logo der LFD Holding GmbH

Zuversicht beim Investor

Der Sitz der LFD bleibe im Technologie- und Gründerzentrum des Landkreises Jerichower Land im Roßdorfer Gewerbegebiet. An den bestehenden Standorten und den Entwicklungsplänen werde festgehalten. Zum Kaufpreis machte der Treuhänder indes keine Angaben. Thomas Strehl, Verwaltungsratspräsident der Terra Grundwerte AG, sieht dem Engagement bei der LFD Holding mit viel Zuversicht entgegen. Die eidgenössische Aktiengesellschaft weist sich selbst als Investor in der Land- und Forstwirtschaft sowie in vor- und nachgelagerten Wirtschaftszweigen aus.

Elf Standorte für Ferkelerzeugung

Die LFD bewirtschaftet nach eigenen Angaben elf Sauenstandorte in den fünf ostdeutschen Bundesländern und Bayern mit zusammen gut 50.000 Sauen sowie weitere kleinere Anlagen zur Ferkelaufzucht. Im Verbund verfügt die Holding über 53.000 Sauen-, 18.000 Mast- und 20.000 Jungsauenaufzuchtplätze. Knapp die Hälfte der Sauen steht in den vier Anlagen in Sachsen-Anhalt. Die LFD betreibt an ihren großen Standorten zudem zehn Biogasanlagen mit 6,8 MW Gesamtleistung.

Fixierung der Sauen weiter reduzieren

In der Sauenhaltung sieht die LFD ihre Zukunft „im maximalen Verzicht auf den Kastenstand“. Durch umfangreiche Umbaumaßnahmen und konsequente Umsetzung des Gruppenhaltungskonzeptes sei es gelungen, in vielen LFD-Betrieben die Standzeit der Sauen im Kasten bereits auf 19 Tage pro Jahr zu reduzieren. Künftig halte man hier maximal zehn Tage für machbar und erstrebenswert. Die LFD Holding gilt mit einer Tagesproduktion von 4.000 Ferkeln als Marktführer in Deutschland.

4.000 Ferkel werden täglich in den LFD-Betrieben produziert (c) Detlef Finger

Von Straathof zu LFD Holding

Das Schweinezuchtunternehmen war ab Anfang der 2000er-Jahre vom Niederländer Adrianus Straathof aufgebaut worden. Ab den 2010er-Jahren machte seine Straathof Holding GmbH mit wiederholten, teils erheblichen baugenehmigungs- und tierschutzrechtlichen Verstößen Schlagzeilen. Diese mündeten für den Niederländer in einem Haltungs- und Betreuungsverbot für Schweine. Der Rechtsstreit darüber führte im November 2015 zum „Kastenstand-Urteil“ des OVG Magdeburg.

LFD ist saniertes Unternehmen

Anfang 2015 gab Straathof seine Funktion als Geschäftsführer und Mitte jenes Jahres auch die Verfügungsgewalt über seine Vermögensanteile an dem ab diesem Zeitpunkt als LFD Holding GmbH firmierenden Unternehmensverbund ab. Seine Vermögensanteile übernahm der Jurist Christian Graf Brockdorff als Treuhänder. Neuer Vorsitzender der Geschäftsführung wurde im Herbst 2015 Jörn-Fredrik Göbert. Unter seiner Leitung erfolgte eine millionenschwere grundhafte Sanierung der LFD Holding. Göbert schied, wie geplant, mit dem Eigentümerwechsel aus.


Einen Bericht mit weiteren Informationen finden Sie in Ausgabe 14/2020 der Bauernzeitung (Seite 43).


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