Brand in der Schweinezuchtanlage in Binde. © FFW Arendsee

Brand im Schweine-Stall in Binde: Ermittlungen zur Ursache

Der Schaden nach einem Brand in der Schweinemastanlage in Sachsen-Anhalt beläuft sich auf etwa 1 Million Euro. Am 12. April 2024 zerstörte ein Feuer nicht nur ein Drittel der Anlage, sondern tötete tausende Tiere und verletzte zwei Feuerwehrleute.

Von Detlef Finger

Beim Brand einer großen Schweinezuchtanlage in Binde bei Arendsee im Altmarkkreis Salzwedel (Sachsen-Anhalt) sind am Freitagnachmittag (12. April) Tausende Schweine verendet. Nach Unternehmensangaben handelt es sich um etwa 1.750 Sauen samt ihren Ferkeln. Gerettet wurden rund 5.200 Mutter- sowie 35.000 Jungtiere.

Das Feuer zerstörte rund ein Drittel der Anlage. Sechs Abferkelställe brannten völlig aus, zwei weitere wurden beschädigt. Laut Leitstelle des Kreises für den Brand- und Katastrophenschutz soll sich der Schaden auf etwa eine Million Euro belaufen.

Brand im Schweine-Stall in Binde: Einsatzkräfte und Helfer vor Ort

Mehr als 200 Feuerwehrleute von 15 Ortsfeuerwehren waren vor Ort im Einsatz, um das Feuer zu löschen. Hinzugezogen wurden außerdem neun Tierärzte sowie der Amtsveterinär aus Salzwedel.

Der Brand beschäftigte die Einsatzkräfte letztlich das gesamte Wochenende, weil immer wieder Glutnester entdeckt wurden. Laut Leitstelle gestaltete sich die Brandbekämpfung auch wegen der Photovoltaikanlagen auf den Hallendächern schwierig. Zwei Kameraden der Feuerwehr wurden bei dem stundenlangen Großeinsatz leicht verletzt.

Nach Angaben des Altmarkkreises Salzwedel sind die vom Feuer betroffenen Schweineställe von der Kriminalpolizei gesperrt worden. Am Montag (15. April) nahmen Brandursachenermittler ihre Arbeit auf. Erst danach könnten auch die verbrannten Tiere geborgen werden, hieß es. Genauere Angaben zu den Tierverlusten und zum entstandenen Gesamtschaden seien erst im Anschluss daran möglich.

Brand-Schweinezuchtanlage-in-Binde
Brand in der Schweinezuchtanlage in Binde. © FFW Arendsee

Schweinezucht Binde GmbH nimmt den Betrieb wieder auf

Der Betreiber der Anlage, die Schweinezucht Binde GmbH, habe alle unbeschädigten Ställe wieder in Betrieb nehmen können, bestätigte eine Sprecherin der Landkreise zu Wochenbeginn gegenüber der Bauernzeitung.

Die für die Versorgung der Tiere wichtigen Voraussetzungen wie Futter, Wasser, Licht und Lüftung seien wiederhergestellt. Alle geretteten Tiere seien in einem guten Zustand und würden tierärztlich betreut. Die Landkreisverwaltung führt nach eigenen Angaben engmaschige Kontrollen zur Aufrechterhaltung der Versorgung der verbliebenen Tiere durch.

Brand im Schweine-Stall in Binde 2021

In der Mastanlage in Binde hatte es fast auf den Tag genau vor drei Jahren schon einmal gebrannt. Damals verendeten einige wenige Schweine, der entstandene Schaden wurde vom Betreiber mit etwa 50.000 Euro beziffert. Das Feuer ging seinerzeit von einer Deckenlampe aus, Brandursache war mithin ein technischer Defekt.

Infos über die Schweinezuchtanlage Binde

Die Schweinezuchtanlage Binde gehörte einst zum Unternehmensverbund des niederländischen Schweinezüchters Adrianus Straathof, später zur LFD-Holding GmbH (Landwirtschaftliche Ferkelzucht Deutschland) mit Sitz in Roßdorf bei Genthin. Seit 2020 befindet die LFD im Besitz der in der Schweiz ansässigen Terra Grundwerte AG. Die Investment- und Beteiligungsgesellschaft ist in der Land- und Forstwirtschaft, dem Bioenergiebereich sowie den vor- und nachgelagerten Wirtschaftszweigen tätig.

Bei der LFD Holding GmbH handelt es sich dem Vernehmen nach um Deutschlands größtes Ferkelzuchtunternehmen mit 14 Tochtergesellschaften. Das Unternehmen betreibt mehrere Zuchtbetriebe mit rund 55.000 Sauenplätzen sowie insgesamt zehn Biogasanlagen an Standorten in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Brandenburg, Sachsen und Bayern.

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