Symbolbild (c) IMAGO / penofoto

ASP bei Frischling nahe Parchim

Bei einem Frischling im Landkreis Ludwigslust-Parchim wurde die Afrikanische Schweinepest amtlich bestätigt. Es ist der erste ASP-Fall bei Wildschweinen in Mecklenburg-Vorpommern.

Von Gerd Rinas

Bei einem Frischling nahe Marnitz im Landkreis Ludwigslust-Parchim wurde Afrikanische Schweinepest (ASP) festgestellt. Das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) bestätigte den Befund gestern Abend, teilten heute die Landwirtschaftsministerien in Berlin und Schwerin mit. Es ist der erste ASP-Fund bei Wildschweinen in Mecklenburg-Vorpommern.

Nach Angaben von MV-Agrarminister Till Backhaus handelt es sich bei dem infizierten Wildschwein um einen 20 kg schweren Frischling. Das Tier wurde gestern bei einer Drückjagd in den Ruhner Bergen bei Marnitz im Landkreis Ludwigslust-Parchim tot aufgefunden und ebenso wie alle bei der Jagd erlegten 17 Wildschweine ins Landesamt LALLF nach Rostock gebracht. „Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen“, sagte Backhaus heute Vormittag in Schwerin.

ASP bei Parchim: Drohne und Suchhunde im Einsatz

Unterdessen hat der Landkreis Ludwigslust-Parchim seinen Krisenstab aktiviert. „Wir werden heute beginnen, mit einer Drohne und Suchhunden das Gebiet um den Fundort nach Fallwild abzusuchen“, kündigte Landrat Stefan Sternberg an. Ab morgen soll eine Sperrzone mit einem Kerngebiet im Umkreis von 3 km um den Fundort des infizierten Frischlings eingerichtet und mit einem Elektrozaun gesichert werden. Seit 2020 wurden in Monitoringprogrammen zum Schutz vor ASP im Landkreis über 1.500 Schweine aus gehaltenen Beständen und in diesem Jahr 128 Wildschweine untersucht. „Alle ohne ASP-Befund“, so Backhaus.

ASP MV Frischling, Im Februar 2019 probten MV-Agrarminister Till Backhaus und Landrat Stefan Sternberg den Zaunbau gegen ASP. Zwei Jahre und neun Monate später ist mit dem ersten ASP-befund bei einem Wildschwein in MV der Ernstfall eingetreten.
Im Februar 2019 probten MV-Agrarminister Till Backhaus und Landrat Stefan Sternberg den Zaunbau gegen ASP. Zwei Jahre und neun Monate später ist mit dem ersten ASP-befund bei einem Wildschwein in MV der Ernstfall eingetreten. (c) Gerd Rinas

Bis zu 30.000 Schweine in der Sperrzone

Im Überwachungsgebiet der beiden Sperrzonen – etwa 20 km um den ASP-Fundort bei Marnitz – gibt es 106 Hausschweinebestände mit insgesamt 25.000 bis 30.000 Tieren. In acht Beständen werden mehr als 100 Tiere gehalten. Schlachtreife Tiere von dort können weiterhin an Schlachthöfe geliefert werden. Er sei dazu in engem Kontakt mit den Schlachtbetrieben in Perleberg, Kellinghusen und Weißenfels, betonte der Minister.


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Schweine in Sperrzone um Vogelsang ohne ASP-befund

Anders sei die Situation für die schweinehaltenden Betriebe in der ASP-Sperrzone um Vogelsang im Landkreis Rostock. Hier war am Montag voriger Woche in einem Mastschweinebestand erstmals in Mecklenburg-Vorpommern ASP nachgewiesen worden. „In den Betrieben gibt es keinen Hinweis auf ASP. Die Tiere sind gesund, das Fleisch ist hervorragend und kann verwertet werden“, so Backhaus. Allerdings müsse es erhitzt werden. Eine Verwertungsmöglichkeit wäre Konservenfleisch. An endgültigen Lösungen für die Vermarktung werde intensiv gearbeitet.


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Bisher keine Hinweise zur Herkunft des ASP-Virus

Der Minister wies darauf hin, dass es bisher außer in dem Mastschweinebestand in Vogelsang und dem Befund bei dem verendeten Frischling nahe Marnitz keine Hinweise auf ASP in Haus- und Wildschweinbeständen in Mecklenburg-Vorpommern gibt. „Wir unternehmen alles, damit das so bleibt“, versicherte Backhaus. Untersuchungsergebnisse aus dem Friedrich-Löffler-Institut zur möglichen Herkunft des Virus in Vogelsang und bei Marnitz stehen noch aus.


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