Protokoll: So liefen die bundesweiten Bauerndemos

Es wird wieder demonstriert: Die Initiative „Land schafft Verbindung – Deutschland“ hat in zahlreichen deutschen Städten zu Protesten aufgerufen. Bleiben Sie auf dem Laufenden mit dem Live-Ticker der Bauernzeitung.

Detlef Finger, Landesredakteur Sachsen-Anhalt
Aus Dessau berichtet Landesredakteur Detlef Finger

Die Initiative „Land schafft Verbindung – Deutschland“ hat heute erneut ein Zeichen gesetzt und ihre Forderungen nach vernünftigen und verlässlichen Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft zum Ausdruck gebracht. Die Basisbewegung hat dazu Landwirte zu Protesten in ganz Deutschland aufgerufen.

Die Hauptkundgebung fand in Dessau statt. Ziel der Sternfahrt, zu der Hunderte Bauern mit Traktoren und Bussen in der drittgrößten Stadt Sachsen-Anhalts erwartet werden, war das Umweltbundesamt. Die Behörde hat hier ihren Hauptsitz. Das Umweltbundesamt ist maßgeblich mitverantwortlich für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln, aber auch für die Messstellen zur Überwachung der Nitratwerte im Grundwasser und die daraus resultierende Düngeverordnung.


Es war ein Tag voller Proteste, an denen die Landwirte in vielen deutschen Städten ihre Stimme erhoben haben. Und die Demonstrationen gehen weiter: Für den kommenden Samstag, 7. März, ruft „Land schafft Verbindung“ zu einem Mahnfeuer mit Traktoren an der Gedenkstätte „Point Alpha“ direkt an der ehemaligen innerdeutschen Grenze auf. Beginn der Aktion ist um 16.30 Uhr.


Auch die Bauerndemo in Dessau ist inzwischen beendet. Die Landwirte machen sich mit ihren Schleppern auf den Heimweg. Für das Umweltbundesamt gab es zum Abschluss der Kundgebung noch den Satirepreis der deutschen Landwirtschaft, die „Goldene Mistkarre“ – für die negativen Verdienste des UBA um die Landwirtschaft. fi

(c) Detlef Finger

In Dresden in jetzt Schluss: 1000 Traktoren beginnen die Heimfahrt. Die Kundgebung wurde mit einer Andacht beendet.

Vor dem Dresdner Landtag muss sich Antonia Mertsching (die Linke) auf dem Podium einiger wütender Zwischenrufe erwehren. Allerdings ist auch ihr Beitrag teils vorwurfsvoll. Sie spricht von Blockadehaltung des Berufsstandes. Die Teilnehmer kehren ihr demonstrativ den Rücken. kb

(c) Karsten Bär

In Karlsruhe sind etwa 100 Bauern vor Ort, um zu protestieren.

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In Cloppenburg wurden laut Nord-West-Zeitung Lager von Lidl und Amazon blockiert. Ziel der 100 protestierenden Landwirte seien Gespräche mit Lidl gewesen.

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Inzwischen auf der Bauerndemo in Dresden: Der niedersächsische Bundestagsabgeordnete Gero Hocker (FDP) spricht in Dresden. Er sieht Teile der Politik zu weit von der Wissenschaft entfernt. Daran seien auch NGOs Schuld, die Ängste schürten und daraus ein Geschäft machen.

Zu Wort kommen Landwirte und Politiker im Wechsel. Olaf Kranen, Ackerbauer aus Oschatz. Er fordert die DüV auszusetzen und erstmal die Messstellen überprüft. Stolz ist er darauf, dass LsV die Landwirte wieder vereint hat. kb

(c) Karsten Bär

Auf Twitter macht ein Video von den Bauernprotesten in Mainz die Runde. Außerdem wurde der Vorsitzenden des Umweltbundesamtes Kersten in Dessau die „Goldene Mistkarre“ verliehen.

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Seit fast zwei Stunden hören sich die Landwirte in Dessau die Redebeiträge von Berufskollegen aus verschiedenen Bundesländern und von Verbandsvertretern an. Von politischer Ebene ist kein Verantwortlicher aus Magdeburg erschienen. Das stößt den Bauern ziemlich sauer auf. Sie sehen darin eine unerträgliche Ignoranz gegenüber der Landwirtschaft.


In Dresden spricht der Ministerpräsident

Allerdings kann auch Michael Kretschmer den Landwirten die Sorgen nicht nehmen: „Ich kann Ihnen heute nicht sagen, ob die sächsische Staatsregierung dieser Düngeverordnung im Bundesrat zustimmen wird.“


Uns erreichen aktuelle Zahlen aus Hamburg: Nach Angaben der Polizei sind aktuell rund 1.250 Teilnehmer und 750 Traktoren vor Ort.


Die Kundgebung in Dessau ist gut besucht. Zahllose Landwirte sind vor Ort, mit ihnen ca. 500 Traktoren.


Bauerndemo auch in Hamburg: Landwirte aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern machten sich heute in den frühen Morgenstunden mit Traktoren auf den Weg nach Hamburg. Mit ihrer Sternfahrt demonstrierten sie für den Erhalt der verantwortungsvollen und nachhaltigen Landwirtschaft in Deutschland. Für die vielfach noch regional verankerte Landwirtschaft und somit für viele Arbeitsplätze stelle die aktuelle Agrarpolitik eine ernstzunehmende Gefahr dar, heißt es in einer Pressemitteilung von Land schafft Verbindung Deutschland.

Bauerndemo am 5. März in Hamburg_1

Bauerndemo am 5. März in Hamburg

Bauerndemo am 5. März 2020 in Hamburg

Bauerndemo am 5. März 2020 in Hamburg

Nach Angaben der Veranstalter beteiligen sich etwa 2.500 Landwirte mit rund 1.000 Traktoren an der Aktion der norddeutschen Bauerndemo in Hamburg.


Kundgebung in Hamburg

„Wir brauchen Rahmenbedingungen, die uns ein Mindestmaß an Sicherheit bei der Entwicklung unserer Betriebe geben“, betonte Landwirt Rüdiger Schulz von „Land schafft Verbindung Mecklenburg-Vorpommern“. Der Landwirt aus Neuhof auf der Insel Poel nimmt an der Kundgebung auf dem Hamburger Tschaikowskiplatz teil und berichtet vor Ort. ri

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Video (c) Rüdiger Schulz
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Video (c) Rüdiger Schulz
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Hauptkundgebung in Dessau: Die Trecker rollen an

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Video (c) Detlef Finger

In Dessau sind die Straßen voll


Die Vorbereitungen für die Protestkundgebung laufen auf Hochtouren. Die B184 ist mittlerweile für den normalen Verkehr gesperrt, die Bühne wird aufgebaut. Ab 11 Uhr werden etwa ein Dutzend Redner zu den Landwirten sprechen. Darunter soll auch die neue UBA-Vizepräsidentin Dr. Franziska Kersten sein.

Es geht bei der Demo heute vor allem um die erneute Novellierung der Düngeverordnung. Die Forderung der Landwirte bringt dieses Plakat auf den Punkt.


Die ersten Schlepper stehen aufgereiht auf der B184 in Dessau vor dem UBA.

Bereits seit Dienstag halten Landwirte mit Traktoren vor dem Umweltbundesamt eine Mahnwache ab. Darunter sind neben Bauern aus Sachsen-Anhalt auch Berufskollegen aus Niedersachsen und sogar aus Bayern!


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