Die Geflügelpest breitet sich weiter aus. Jetzt wurde ein neuer Fall aus Mecklenburg-Vorpommern bekannt. (c) IMAGO / Steinach

Geflügelpest: Erneut Betrieb in Mecklenburg-Vorpommern betroffen

Aus Mecklenburg-Vorpommern wird ein neuer Fall von Geflügelpest gemeldet. In einem Betrieb mit Enten und Gänsen in Schönberg (Kreis Nordwestmecklenburg) wurde am Nikolaus-Tag der Typ H5N1 nachgewiesen. 6700 Tiere müssen geschlachtet werden. Auch andere Regionen in Ostdeutschland sind betroffen.

Von Claudia Duda/AGE

Aus dem Landkreis Nordwestmecklenburg wurde ein Ausbruch der Geflügelpest des Typs H5N1 gemeldet. In einem Betrieb in Schönberg wurde am 6. Dezember 2023 die Seuche bei rund 6.700 Tieren einer Enten- und Gänsehaltung amtlich festgestellt. Die Tiere müssen jetzt getötet werden.

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Geflügelpest in Schönberg: Ausbruch ist für Tierhalter eine Katastrophe

„Der Ausbruch der Geflügelpest kommt für betroffene Tierhalter einer Katastrophe gleich. Das kann ich aus der Erfahrung als gelernter und gelebter Landwirt beurteilen“, sagt Tino Schomann, Landrat des Landkreises Nordwestmecklenburg laut einer Mitteilung des Ministeriums für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt. „Dabei geht es nicht nur um den finanziellen Verlust, sondern auch um die Zeit, Energie und nicht zuletzt die Bindung zu den Tieren, die man in die Aufzucht steckt.“ 

Geflügelpest: Lage spitzt sich zu

Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus bedauerte den neuen Nachweis. Noch sei die Geflügelpest-Lage in Mecklenburg-Vorpommern überschaubar. Bislang sind zwei Fälle bei Wildvögeln sowie zwei Fälle bei gehaltenem Geflügel nachgewiesen. Doch die Lage könne sich schnell zuspitzen, so Backhaus. Auffällige Tiere sollten schnellstmöglich auf Geflügelpest untersucht werden. Biosicherheits-Maßnahmen müssten eingehalten werden.

Symptome für Geflügelpest: Zentralnervöse Störungen und Durchfall

In dem aktuellen Fall in Schönberg hatte der Tierhalter sich richtig verhalten. „Der Tierhalter wurde aufmerksam, als am Vortag 40 verendete Gänse in einer Herde aufgefunden wurden, die zuvor keine Krankheits-Anzeichen gezeigt hatten. Bei zahlreichen, noch lebenden Tieren wurde eine für Geflügelpest typische Symptomatik mit zentralnervösen Störungen und Durchfall festgestellt“, berichtete Amtstierarzt und Fachdienstleiter Dr. Philipp Aldinger.

Vogelgrippe: Sperrbezirk wird eingerichtet

Um eine Ausbreitung der Geflügelpest zu verhindern, wird um den Bestand eine Schutzzone (Sperrbezirk) von drei Kilometern und eine Überwachungszone (Beobachtungsgebiet) von zehn Kilometern eingerichtet.

Innerhalb dieser Zone gelten besondere Regeln. Diese betreffen das Betreten der Bestände, die Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen und das Inverkehrbringen von Produkten. Innerhalb der Schutzzone ist die Haltung von Geflügel (mit Ausnahme von Tauben) im Stall oder in einer Voliere zum Schutz vor Kontakt mit Wildvögeln verpflichtend.

Geflügelpest auch in Brandenburg festgestellt

Auch die Fälle der hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI) in Geflügelbeständen mehren sich. In der vergangenen Woche wurde der erste Fall von Geflügelpest in einem Bestand im Land Brandenburg in diesem Herbst gemeldet. In einem Betrieb im Landkreis Ostprignitz-Ruppin mussten ca. 11.500 Puten tierschutzgerecht getötet und unschädlich beseitigt werden. Die Überwachungs-Zone (mindestens zehn Kilometer um den Ausbruchsbestand) erstreckt sich bis in die Kreise Havelland und Prignitz sowie in den Landkreis Stendal (Sachsen-Anhalt).

Tausende Tiere in Niedersachsen getötet

Weitere bestätigte Geflügelpestfälle wurden aus der schleswig-holsteinischen Gemeinde Selk in einem Betrieb mit knapp 4.000 Legehennen und aus dem niedersächsischen Emsland in einem Putenmastbetrieb in Lorup mit 18.000 Tieren gemeldet. Wenige Tage zuvor war in der Gemeinde Barßel im Nachbarkreis Cloppenburg eine Infektion mit dem Erreger H5N1 bei einem Putenmäster mit knapp 24.000 Tieren nachgewiesen worden.

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Gänse im Außenbereich eines Bio-Mastbetriebes
Bei einem Gänsehalter in Südthüringen ist mitten im Saisongeschäft die Geflügelpest ausgebrochen. (Symbolfoto) © Sabine Rübensaat

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