Weniger Tiere, reduziertes Düngen und erneuerbare Energien sind gut für das Klima, hat das Umweltbundesamt festgestellt. (c) Sabine Rübensaat

Schrittweise dem CO2- Fußabdruck auf der Spur

Trotz der aktuell im Vordergrund stehenden Covid-19- Pandemie bleiben die Themen Klimawandel und CO2 ebenso wichtig und vor allem zukunftsrelevant. Ein Schritt zu mehr Nachhaltigkeit könnte durch Klimabilanzierung geboten werden.

Es kommentiert Klaus Meyer

Um „Fridays for Future“ ist es in letzter Zeit relativ ruhig geworden. Nicht etwa, weil uns der Klimawandel zunehmend kalt lässt, sondern weil uns das Virus Sars-CoV-2 akut bedroht. Da ist jedem die eigene Fieberkurve wichtiger als eine gravierende Temperaturerhöhung des Planeten. Doch irgendwann wird die Pandemie Geschichte sein, entweder durch einen Impfstoff oder durch Erreichen der Herdenimmunität.

Der Klimawandel wird dagegen unsere Zukunft sein, seine Eindämmung auch. Damit es nicht zum Schlimmsten kommt, ist wie bei Covid-19 jeder Einzelne gefragt, seinen Teil dazu beizutragen. Einfache Beispiele dafür im privaten Bereich sind weniger Lebensmittelverschwendung oder regionaler Urlaub statt Fernreise. Auch die Landwirtschaft soll ihren Teil tragen. Laut Umweltbundesamt ist sie der drittgrößte Emittent in Deutschland und trägt maßgeblich zur Emission klimaschädlicher Gase bei. Dafür verantwortlich sind vor allem Methanemissionen aus der Tierhaltung (Fermentation, Wirtschaftsdüngermanagement von Gülle und Festmist) sowie Lachgasemissionen aus landwirtschaftlich genutzten Böden als Folge der Stickstoffdüngung.

eine nachhaltige zukunft

Der Druck, sich mit den Themen Emissionsminderung und Nachhaltigkeit zu beschäftigen, wird größer. Das Klimaschutzgesetz von Ende 2019 sieht vor, die jährlichen Emissionen in der Landwirtschaft bis 2030 gegenüber 2014 um 14 Mio. t Kohlendioxid- Äquivalente, also fast um ein Viertel der gesamten landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen, zu reduzieren. Die Schwerpunkte liegen darin, Emissionen zu mindern und Ressourcen effizienter einzusetzen, um damit nachhaltiger zu produzieren. Es könnten sich aber auch zusätzliche Einkommensquellen auftun, denn die Kohlenstoffspeicherpotenziale der Land- und Forstwirtschaft sollen gefördert werden.

Die Lebensmittelkonzerne und -verarbeiter heben sich gerne von der Konkurrenz ab, auch im Bereich Nachhaltigkeit. Die Molkereien stellen zum Beispiel Anforderungen an die Urproduktion und manchmal auch direkt Fragen, um an Daten heranzukommen. Die Finanzbranche ist ebenfalls an den Themen dran: Immer mehr Banken prüfen, wie nachhaltig die Kreditnehmer wirtschaften.

CO2: Klimabilanzierung als erster schritt

Eine Klimabilanzierung ist sehr komplex mit vielen Wechselwirkungen. Das Wichtigste für eine klimaschonende Erzeugung sind hohe Leistungen in der Tier- und Pflanzenproduktion. Stickstoff und Futtermittel sind effizient einzusetzen. Ein Unwetter kann einem trotzdem die Bilanz verhageln. Durch die Eigennutzung von selbst erzeugtem Solarstrom kann man die Emissionen verringern und spart gleichzeitig Energiekosten. Viel bringt es, Gülle gasdicht zu lagern. Am besten wird sie in einer Biogasanlage vergärt. Die verminderten Methanemissionen verkleinern dort den CO2-Fußabdruck der Milcherzeugung.

Doch wie soll man sich dem Thema nähern? An welcher Stelle fallen die meisten Treibhausgase an, und wo findet man die größten Stellschrauben, um den betrieblichen CO2-Fußabdruck zu verkleinern? Viele wissen gar nicht, wie groß er ist. Im wahrsten Sinne des Wortes empfiehlt es sich deshalb, Schritt für Schritt vorzugehen.

Ein erster könnte eine Klimabilanzierung des Betriebes oder eines einzelnen Produktionszweiges sein. Das schafft das nötige Wissen, um erste Maßnahmen einzuleiten, um sich auf zukünftige Anforderungen einzustellen oder um einfach mitreden zu können. Klimabilanzen liefern faktenbasierte Entscheidungsgrundlagen. Wichtig außerdem: Die meisten Klimaschutzmaßnahmen rechnen sich nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch.

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