Mähdrescher bei der Ernte von Winterweizen im Jahr 2019.

Ernte 2020: Die Mähdrescher sind fit

Die Vorbereitungen der Technik für die Ernte 2020 laufen auf Hochtouren. Die sorgfältige Vorbereitung der Mähdrescher ist wichtig, damit sie zur Ernte gut laufen. Dabei ist einiges zu beachten.

Es kommentiert Jörg Möbius

Für die diesjährige Ernte wird noch einmal etwas weniger Winterweizen als im schon schwachen Vorjahr erwartet. Das liegt vor allem an der geringeren Anbaufläche. Dafür steht mehr Sommergetreide und Mais auf den Äckern. Was letztendlich geerntet wird, hängt vom weiteren Witterungsverlauf ab. Momentan gibt es flächendeckend keinen dramatischen Wassermangel. Aber wenn das wenige Nass in den oberen Schichten weg ist, kommt das große Dursten. Denn
das Wasserdefizit in tieferen Schichten ist groß, besonders in
Ost- und Süddeutschland.

Redakteur Jörg Möbius
Jörg Möbius ist Landtechnik-Redakteur bei der Bauernzeitung.

Auch in Europa wird keine Rekordernte erwartet. Weltweit dagegen sagen die Prognosen eine gute Ernte voraus. Damit sind hohe Preise, die eine geringe Ernte abdämpfen, nicht zu erwarten. So oder so, die Erntevorbereitungen laufen. In einigen Betrieben werden neue Lager erstmalig gefüllt, da gibt es etwas Lampenfieber. Andere haben einen oder mehrere neue Mähdrescher, da wird man zumindest anfangs unruhigere Fahrer antreffen. Auch wenn es eine veränderte Abfuhrlogistik geben wird, muss diese sich beweisen.

Keine Ernte Ohne Mähdrescher

Das Herzstück der Ernte sind die Mähdrescher. Egal ob groß oder klein, sie sollen möglichst selten stehen, wenn Erntewetter ist. Je leistungsfähiger ein Mähdrescher, umso mehr Getreide bleibt ungedroschen, wenn er eine Stunde ausfällt. Warten auf Abfuhrkapazität? Das sollte nicht sein! Dem Stillstand wegen Defekten sollte man vorgebeugen. Das überlassen nur noch wenige dem Zufall und nur der eigenen Werkstatt.

Die großen Mähdrescherhersteller bieten schon seit Jahren Programme zur gezielten Überprüfung und Instandsetzung an. Wie das organisiert ist und abläuft, haben wir uns in den Technischen Werkstätten Langengrassau im Süden Brandenburgs angesehen (€). Mit coronabedingtem Abstand und ohne Mitarbeit des Fahrers wurden Ende April dort die letzten von insgesamt 40 Mähdreschern durchrepariert. Eine beeindruckend lange Checklistete dafür wird schon nach der Ernte erstellt. Nicht zu unterschätzen neben der Einsatzsicherheit ist die Möglichkeit, jetzt nur ein Lager zu wechseln oder dessen Sitz aufzuarbeiten, statt in der Ernte möglichst schnell das komplette Getriebe zu tauschen.

Standzeit bei der ERnte SParen

Ebenfalls Stillstandszeiten spart die Möglichkeit des Fernzugriffs auf die Maschinen. Oft kann die Werkstatt dem Fahrer schon von Ferne helfen, vor allem bei Software- und Einstellungsproblemen. Aber auch wenn geschraubt werden muss: Die Wahrscheinlichkeit, dass der Monteur gleich mit dem richtigen Teil angefahren kommt, ist heute so groß wie noch nie. Neben dem Fernzugriff hilft auch ein mit dem Smartphone aufgenommenes Bild – sofern die Maschine nicht gerade in einem der immer noch existierenden Funklöcher ausfällt.

Automatisierung entlastet den Mähdrescherfahrer. Es begann mit einem mechanischen Sensor zum Führen des Schneidwerkes entlang der Bestandeskante. Diese wird noch heute von optischen Sensoren genutzt. Dazu gekommen ist die immer mehr verbreitete automatische Lenkung per GPS. Der Fahrer kann viel intensiver das Schneidwerk beobachten sowie Dreschwerk und Reinigung anpassen. Spitzenmodelle stellen inzwischen fast alle Parameter des Dreschvorganges automatisch ein.

Ebenfalls entlastend für den Fahrer und förderlich für einen optimalen Durchsatz ist die automatische Regelung der Fahrgeschwindigkeit in Abhängigkeit von der Bestandesdichte. Doch das ist nur einer von vielen technischen Trends, die sonst noch bei Mähdreschern aktuell sind (€). Wünschen wir uns Wasser fürs Wachstum, die Mähdrescher sind fit.


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