(C) Uwe Oehm

ASP in der Pufferzone aufgetreten

Die Afrikanische Schweinpest (ASP) ist in Sachsen auf dem Vormarsch. Jetzt trat die Tierseuche in der Nähe des Flugplatzes Rothenburg/Görlitz und damit außerhalb des bisherigen „gefährdeten Gebietes“ auf.  Der Ausbruch erfordert eine Anpassung der Restriktionszonen. (aktualisiert)

Von Karsten Bär

Ein ASP-infizierter Wildschweinkeiler ist in der Nähe des Flugplatzes Rothenburg/Görlitz (ca. 30 km nördlich von Görlitz) aufgefunden worden. Damit ist die Tierseuche innerhalb der Pufferzone aufgetreten, die um das so genannte gefährdete Gebiet eingerichtet wurde. Darüber informierte das Sozialministerium heute Nachmittag.

Der Fund im Rahmen der obligatorischen Fallwildsuche werde eine Anpassung der Restriktionszonen nach sich ziehen, hieß es. Der Krisenstab des Sozialministeriums befasst sich am Dienstag mit der Angelegenheit. Zudem wurde bei einem Wildschwein, das in der Nähe von Skerbersdorf, ca. 80 Meter von der polnischen Grenze entfernt gesund erlegt wurde, das ASP-Virus durch das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt. Mit diesen beiden neuen Fällen erhöht sich die Zahl der ASP-positiven Fälle in Sachsen auf 19.

Sozialministerin Petra Köpping (SPD) erklärte: „Zunächst werden wir um den Fundort mit einem Radius von zwei bis drei Kilometern einen mobilen Elektrozaun ziehen, um eine Versprengung eventuell weiterer infizierter Tiere zu verhindern. Wir werden schnell das bestehende gefährdete Gebiet und die Pufferzone räumlich anpassen.“ Es sei positiv, dass das bisherige gefährdete Gebiet bereits umzäunt sei. Das neu hinzugekommene Gebiet werde ebenfalls schnell eine Zäunung erhalten.

Die meisten der bisherigen Nachweise lagen in unmittelbarer Nähe zur polnischen Grenze. Bei einigen Funden infizierten Fallwilds westlich der Wildschweinbarriere an der Grenze vermutete man eine Verschleppung der Kadaverteile durch Beutegreifer. Die verantwortlichen Behörden gingen daher davon aus, dass das betroffene sächsische Gebiet am Rande eines aktiven Seuchengeschehens in Polen liegt. Durch die Zäunung des gefährdeten Gebietes und des Grenzverlaufs schien die Seuche vorerst gut in Schach zu halten zu sein. Anfang Dezember hatte der Freistaat bereits ein erstes Mal das gefährdete Gebiet und die Pufferzone ausweiten müssen. Allerdings geschah dies auf Grundlage eines Nachweises innerhalb des gefährdeten Gebietes.

Nach dem ersten Nachweis eines mit ASP infizierten Wildschweines in Sachsen am 31. Oktober des vergangenen Jahres hatten Einsatzkräfte rasch mit dem Einzäunen des gefährdeten Gebietes begonnen. Insgesamt bauten die Kräfte in Sachsen 90 km Zaun auf, davon 56 km entlang der Grenze zu Polen. Anfang des Jahres hatte jedoch Sozialministerin Köpping auf mutwillige Zerstörungen am Zaun hingewiesen. Diese könnten die Bemühungen um den Schutz vor der Seuche in Frage stellen.

(Beitrag aktualisiert um ca. 17 Uhr)

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