Ein Fest für alle Sinne

26.09.2014

© Sabine Rübensaat

13 Gänse schickte der Familienbetrieb Deetzer Freilandgeflügel in den Tierschauring.

Sehen, riechen, schmecken, fühlen, hören: das 20. Landeserntedankfest im Magdeburger Elbauenpark, gestaltet von der Agrarmarketinggesellschaft Sachsen-Anhalt (AMG), den berufsständischen Verbänden und rund 200 Ausstellern, hielt für alle Sinne etwas parat. 35 000 Besucher erlebten zwei Tage mit Tier- und Technikschauen, Vorführungen, Informationsständen, Bühnenprogramm sowie einem Marktplatz, der Einblicke in die Produktvielfalt der regionalen Ernährungswirtschaft, von Handwerkern und Direktvermarktern bot.

Eine Gans als Preis

Roswitha Trittel aus Köckte in der Altmark hat gefühlt, geschätzt und sich ihren Weihnachtsbraten gesichert. Mit 4 800 Gramm lag sie unter allen abgegebenen Schätzungen am nächsten am tatsächlichen Gewicht einer Gans, die Mathias Mösenthin vom Familienbetrieb Deetzer Freilandgeflügel im Tierschauring präsentierte. „Ich war früher Fleischverkäuferin“, erklärte sie schmunzelnd ihre Schätzsicherheit und freute sich über die bratfertige Flugente, die sie vor dem Fest in Deetz abholen kann. Für alle, die sich ihren Enten- oder Gänsebraten kaufen wollen, legten die Deetzer eine Liste aus.

„Wir sind jedes Jahr hier“, erzählte Mathias Mösenthin, „ein Großteil unserer Kunden kommt aus Magdeburg. Es ist uns wichtig, dass sie mit uns sprechen können. Und wer die Haltungsbedingungen bei uns sehen will, kann uns auch gern in Deetz besuchen.“ Der Direktvermarkter betreibt im Westfläming Ackerbau, zehn Hektar Spargel inklusive, hat 20 ha Grünland sowie 600 Gänse, 1 500 Flugenten und 500 Masthähnchen in Freilandhaltung.

Die drei Alpakajunghengste vom Zernitzer Alpakahof „Zwei Eichen“ reagierten „zurückhaltend“ auf die vielen Streichelversuche der Erntedankfestbesucher. „Sie sind noch etwas scheu, aber sie müssen sich daran gewöhnen“, erklärte Inhaber Heinz Rühlich. Alpakas werden auf seinem Hof als Lieferanten sehr hochwertiger Fasern gehalten, aber auch als Therapietiere eingesetzt.

Eine Strohkugel der Sinne stellten Mitarbeiter der Hochschule Anhalt, Standort Bernburg, auf die Wiese vor ihren Stand. Viele Öffnungen mit für die Augen verborgenem Inhalt forderten den Tastsinn der Besucher heraus. Schilder zum Umklappen verrieten, was die Tester zwischen den Fingern hatten: Haselnüsse, Gerste und vieles mehr. Für den Geruchssinn präsentierte Mitarbeiterin Beatrix Parthey mehrere Weine sowie Gerüche in Schraubgläsern – eingelegte Apfelstücke, Zimt, Gras, getoastetes Holz, Orange, Pflaume und viele andere Duftstofflieferanten. Mit „guter Nase“ konnten die Düfte den Weinen zugeordnet werden. „Das kann man trainieren“, sagte Beatrix Parthey und empfahl, das doch mal bei einem gemütlichen Weinabend zu Hause mit Freunden zu probieren.

Zucker ist gespeicherte Energie. Wie Zucker produziert wird, zeigten Lehrlinge anhand selbst hergestellter Modelle aus fünf Nordzucker-Standorten. Aus Klein Wanzleben kam die erste Station, die Vorwaschstrecke, die Patrice Hochsieder aus dem dritten Lehrjahr erklärte.

Maschinen im Einsatz

Bodenschonende Technik zeigte der Agrarhof aus Burg mit seinem 600 PS starken Ackerschlepper Challenger. Die beiden Raupenlaufbänder verteilen die 25 Tonnen Last auf je 2,5 Quadratmeter, wodurch der Boden weniger stark verdichtet wird. Ein Päckchen mit sechs rohen Eiern überstand, 25 Zentimeter tief im aufgeschütteten Rindenmulch, die Überfahrt des Kolosses unbeschadet. Bei ca. zwölf Zentimetern Tiefe ging ein Ei zu Bruch. „Es kam gut an, dass diesmal neben der Ausstellung historischer und moderner Technik auch mehr Maschinen vorgeführt wurden“, bestätigte AMG-Geschäftsführer Dr. Thomas Lange.

Bettina Koch

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