Die Strohbergung kommt bei dem trockenen Wetter zügig voran. (c) Frank Hartmann

TZG Ernstroda: Ertrag und Qualität beruhigen

Die Mähdruschernte kommt in der TZG Ernstroda fast ohne Zeitverzug voran. Nur der Preis macht TZG-Pflanzenbauleiter Dirk Grigutsch Sorgen.

Von Frank Hartmann

Zu Beginn dieser Woche rechnete TZG-Pflanzenbauleiter Dirk Grigutsch noch mit zehn Druschtagen, um die Ernte 2019 unter Dach und Fach zu bringen. „Montagabend sind wir gegen 19 Uhr noch mal in den Weizen und konnten bis kurz nach Mitternacht dreschen“. Zuvor hatten Schauer die Ernte unterbrochen. Beim Winterweizen ist jetzt fast die Hälfte vom Halm, beim Raps knapp drei Viertel. In der vorigen Woche ging es abwechselnd in den Raps und in den Weizen, abhängig von der Feuchtigkeit. Donnerstagmittag zeigte das Feuchtemessgerät zwischen 16 und 17 % beim Weizen. Grigutsch entschied sich also für den Raps, der mit 7,2 % kein Problem bereitet. „Die beiden Mähdrescher sind zügig umgebaut.“

Wintergerste als Brauware

Mit den bisherigen Ergebnissen gibt man sich in Ernstroda zufrieden. Die Wintergerste, die als Braugetreide angebaut wurde, bewege sich im Betriebsdurchschnitt zwischen 72 und 75 dt/ha. Es habe auf einigen Standorten allerdings starke Schwankungen gegeben. „Der Rohproteingehalt passt. Wir können alles als Brauware vermarkten, auch wenn es Abschläge wegen eines geringeren Vollkornanteils gibt.“ 

Rapsernte bei der TZG ERnstroda

Vorige Woche wechselten sich in der TZG die Weizen- und die Rapsmahd je nach Feuchtegehalt ab. Raps ging fast immer. (c) Frank Hoffmann

Raps wird geerntet

Beim Ertrag gab es nur wenig zu meckern. (c) Frank Hartmann

Stroh auf dem Acker

Stroh für die Jungrinder und die Mutterkühe in der Stallsaison gibt es genug. (c) Frank Hartmann

Ein Traktor fährt Stroh von einem Acker

Die Strohbergung kommt bei dem trockenen Wetter zügig voran. (c) Frank Hartmann

Im Vergleich zu anderen Regionen in Thüringen enttäuscht auch der Raps nicht: „34 bis 38 Doppelzentner sind in Ordnung. Der Raps stand wirklich gut bei uns in diesem Jahr. Hätte es zur Blüte nicht die drei Frosttage gegeben, würde ein Vier vorne stehen“, ist sich Grigutsch sicher. Der Winterweizen hat Brotqualität, „beim Preis merken wir das leider nicht“.

Hält der Roggen die Fallzahl?

Auf dem Plan stehen noch Sommerbraugerste und Winterroggen. Letzterer ist in den beiden vergangenen Jahren zu einer sicheren Kultur in der TZG geworden. „Wir setzen klar auf Brotroggen. Ich mache mir natürlich Gedanken, wenn aufgrund von zu vielen Niederschlägen jetzt noch die Fallzahl abschmiert.“ Andererseits sei der Preisabstand zu Futterroggen momentan derart gering, dass ein Drusch mit anschließender Trocknung weniger einbringe als der aktuelle Futterroggenpreis. Dass Brotroggen derart schwach bewertet wird, kann Grigutsch nicht nachvollziehen.

In dieser Woche wollte die TZG das Fortkommen der Weizenernte stärker auf die nachfolgende Rapsaussaat abstimmen. „Wir haben noch keinen Zeitdruck. Und die Bodenbearbeitung, die von Niederschlägen profitiert, kommt gut voran.“

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