Die Aussaat von Raps, Zwischenfrüchten und Wintergerste auf den Flächen des LVG Köllitsch läuft. ©Karsten Bär

Dank Regen wieder Raps im Anbau

Endlich Regen in Köllitsch: Mehr als 20 Millimeter auf die Flächen des sächsischen Lehr- und Versuchsgutes. Für die Aussaat des Rapses war alles schon vorbereitet – endlich konnte es losgehen.

Von Karsten Bär

Auf diesen Regen hat man in Köllitsch sehnlichst gewartet: Mehr als 20 Millimeter kamen am 9. September vom Himmel. Die Niederschlagsprognose vor Augen hatte das Lehr- und Versuchsgut (LVG) tags zuvor die Rapsaussaat vorgenommen. „Wir haben lange gezögert“, sagt Feldbaukoordinator Nico Wolf. Vorbereitet hatte man alles, den Boden bearbeitet, Gülle ausgebracht, das Saatbeet bereitet.

Doch  in den trockenen Boden aussäen und dann vergeblich auf Wasser hoffen, das wollte man nicht. Die Entscheidung im Vorjahr, wegen der auch im August und September anhaltenden Trockenheit auf die Rapsaussaat zu verzichten, sei richtig gewesen, sind sich Nico Wolf und Betriebsleiter Ondrej Kunze einig. Andere Betriebe seien damals das Risiko eingegangen – und mussten viele Flächen wieder umbrechen, weil die Saat kaum aufging. 

Rapsfelder als Versuchsflächen

Die ersten 26 von 83 ha Raps hatte der Betrieb vor dem Regen aussäen können, zum Teil in Einzelkornablage mit 45 cm Reihenabstand und 35 Körnern/m2, zum Teil in Drillsaat mit 55 Körner/m2.  Einige Hektar konnten noch nach dem Regen mit Raps bestellt werden. Auf einigen Rapsschlägen sind in diesem Jahr Versuche des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) geplant, unter anderem zur mechanischen Unkrautbekämpfung und zum Einsatz von Dropleg-Düsen beim Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln.  

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Die Maisernte ist abgeschlossen und brachte in Anbetracht der erneuten Dürre noch zufriedenstellende Ergebnisse. ©Karsten Bär

Gehäckselt und siliert ist inzwischen auch der Mais. Normalerweise werden vom LVG zwischen 100 und 120 ha Mais angebaut. Doch nach der Dürre im Vorjahr und dem anschließenden Futtermangel hatte man sich im LVG dazu entschieden, die Anbaufläche auszuweiten, um Reserven zu haben. „Manchmal reichen 45 ha aus, um unseren Bedarf zu decken“, erklärt Betriebsleiter Kunze. „Im letzten Jahr waren 100 ha kaum genug.“ Auf 160 ha wuchs die Anbaufläche in diesem Jahr an  – was allerdings auch mit dem Verzicht auf die Rapsaussaat im vergangenen Herbst zusammenhing. Denn viele Alternativen blieben für die bereits mit Gülle gedüngten Flächen angesichts der schärferen Vorgaben der Düngeverordnung nicht. Als Alternativen wurden Zwischenfrüchte, Wintergerste und eben Mais ausgesät. 

Altbewährte Maissorten sichern den Ertrag 

Mit dem Maisertrag sind Kunze und Wolf trotz der erneuten Dürre im Großen und Ganzen noch  zufrieden. Auf guten Schlägen habe man 25 bis 28 t Frischmasse ernten können, auf den schlechteren – meist jene, auf denen der Mais als Zweitfrucht stand – 10 bis 13 t/ha. „Aber das ist immer noch mehr, als im letzten Jahr!“, wie Ondrej Kunze betont. Vor allem die altbewährten Sorten hätten sich als Ertragsgaranten erwiesen, ergänzt Nico Wolf. Der Bedarf für das Milchvieh und für die Biogasanlage sei jedenfalls gedeckt. Einen Teil des Maises konnte man sogar direkt vom Feld an einen Nachbarbetrieb verkaufen. 

Fast abgeschlossen ist die Aussaat von Zwischenfrüchten, für die 120 ha eingeplant sind. Roggen, der als Grünroggen siliert werden soll, ist ebenfalls auf 48 ha gedrillt. „Der Roggen hat uns in diesem Frühjahr die Futterversorgung gerettet“, so der Betriebsleiter. 23 t/ha Frischmasse brachte er. Allerdings schnitt auf diesen Flächen der nachfolgende Zweitfruchtmais weniger gut ab. Begonnen worden ist zudem die Aussaat der Wintergerste, die auf 113 ha wächst und, wie Nico Wolf betont, nicht zu zeitig in den Boden soll, damit die Pflanzen nicht zu üppig in den Winter gehen. 

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