Die Vorführmaschine im Winterweizen. (c) Landwirtschaftsbetrieb Schröter

Landwirtschaftsbetrieb Schröter: Frisches Heu von eigener Luzerne

Die Getreideernte des Landwirtschaftsbetrieb Schröter in Tilleda ist bereits abgeschlossen und auch das Luzerneheu ist sicher im Lager untergebracht. Nun wird der Anbauplan für die kommende Saison neu sortiert.

Von Detlef Finger

Die Getreideernte konnte der Landwirtschaftsbetrieb Schröter am Sonnabend, den 21. August, abschließen. Nachdem zuvor kleinere Schauer mit oft nur zwei, drei Millimeter Niederschlag den Drusch mehrfach unterbrochen hatten, kamen – rechtzeitig vor dem großen Regen zum Wochenwechsel – die letzten sieben Hektar Winterweizen vom Feld, ebenso zwei kleine Stücken Hafer und etwa acht Hektar Ackerbohnen. Zu ernten sind nun noch fünf Hektar Öllein, anderthalb Hektar Sojabohnen und weniger als ein Hektar Sonnenblumen. Die Samen der Öl- und Eiweißpflanzen werden innerbetriebliche Verwendung finden – als Proteinquelle in der Fütterung des Milchviehs.

Luzerneheu: Bröckelverluste vermeiden

Jörg Schröter freut sich  über das gelungene Luzerneheu.
Jörg Schröter freut sich über das gelungene Luzerneheu. (c) Detlef Finger

Das gleiche gilt für das frische Luzerneheu, das am vorvergangenen Wochenende in Tilleda eingefahren wurde. „Luzerneheu machen geht einfach, aber nicht nebenbei“, weiß Jörg Schröter aus Erfahrung.

Der Betriebsleiter hat dieses Verfahren der Luzernekonservierung von seinem Vater Herbert gelernt und inzwischen auch an seinen Sohn Pascal (31) weitergegeben. Entsprechend wurde die Futterleguminose auf rund zwölf Hektar gemäht und breitgemacht und konnte zwei Tage lang trocknen.

Um 6 Uhr in der Frühe, als der Tau noch über den Flächen lag, hat Jörg Schröter die Luzerne wieder zusammengeschwadet. „Wenn das Erntegut etwas feucht ist, sind die Bröckelverluste bei der Blattmasse nicht so hoch“, erklärt der 53-Jährige. Aus gleichem Grund presste sein Sohn Pascal das Luzerneheu erst am Abend, als die Luftfeuchte bereits wieder etwas anzog, in Quaderballen zusammen. Über den Tag hinweg konnte das Heu bei trockenem Wind im Schwad noch gut ablüften und nachtrocknen.

„Man muss den Zeitpunkt fürs Pressen genau abpassen. In der prallen Sonne wären die Bröckelverluste sehr hoch“, betont Jörg Schröter. Der Züchter schätzt das Luzerneheu als Raufutter für seine Milchkühe wegen ihres hohen Eiweißgehaltes und der guten Verdaulichkeit. Die rohfaserreichen Luzernestängel haben zudem einen guten Struktureffekt für die Ration.

Anbauplan für die neue saison vorbereiten

Vorige Woche konnten sich Jörg und Pascal Schröter trotz laufender Erntearbeiten weiter um das Bergen von Stroh und Wiesenheu kümmern. Gelegen kam ihnen dabei ein zusätzlicher Mähdrescher vom Landmaschinenhändler Deppe & Stücker aus dem niedersächsischen Barbis. Verkaufsberater Danny Hartlep und Stephan Merx, Produktspezialist für Erntemaschinen, brachten vorigen Montag im Rahmen einer Vorführ-Tour einen neuen John Deere T550i Hillmaster auf dem Betrieb im Südharz zum Einsatz. Jörg und Pascal Schröter konnten den aktuell kleinsten Mähdrescher aus der Angebotspalette des Herstellers selbst ausprobieren. Beide waren von den technischen Weiterentwicklungen, insbesondere auch am Schneidwerk, begeistert.

Zurzeit ist der Betriebsleiter dabei, den Anbauplan für die neue Saison „zu sortieren“. Zunächst ist die Aussaat von voraussichtlich 30 ha Winterraps vorgesehen. Das ist weniger als in den Vorjahren. „Die Fruchtfolge gibt es nicht anders her“, verweist Jörg Schröter etwa auf einzuhaltende Anbaupausen. Auch müssten die Bodenbedingungen hierfür passen.

Darüber hinaus muss der Landwirt bei der Anbauplanung die Möglichkeiten der Gülleausbringung im Blick behalten. Laut neuer Düngeverordnung darf der stickstoffhaltige Wirtschaftsdünger im Frühherbst auf Ackerland ausschließlich nach Getreidevorfrucht bedarfsgerecht ausgebracht werden – und dann auch nur zu Winterraps, Wintergerste, Feldfutter und Zwischenfrüchten.

Aber: „Der spätmöglichste Drilltermin für diese Kulturen wird uns auch vorgegeben“, weiß Jörg Schröter. Die Rapssaat muss bis zum 15. September im Boden sein, die Gerste bis zum 1. Oktober. Der Landwirt ärgert sich darüber, dass bei der behördlichen Vorgabe kalendarischer Zeitpunkte für landwirtschaftliche Arbeiten die Witterungsbedingungen unberücksichtigt bleiben. Zudem würden die erlaubten Ausbringezeiträume für die Gülle immer kürzer. Dabei habe es früher zur guten fachlichen Praxis gehört, dass nach der Getreideernte Gülle auf die Stoppel kam, um die Strohrotte zu befördern.

Die Milchkühe bekommen mit dem Luzerneheu Eiweiß und Struktur in ihre Futterratio
Die Milchkühe bekommen mit dem Luzerneheu Eiweiß und Struktur in ihre Futterration. (c) Detlef Finger

sorge um schäden durch wildschweine

Die für den Rapsanbau vorgesehenen Flächen wurden nach entsprechender Düngebedarfsermittlung über betriebseigene Gülle für den Start mit Nährstoffen versorgt. Diese Aufgabe übernahm die Wolferstedter Filiale des Lohnunternehmens Matthias Weiß, Jühnde (Niedersachsen), was den Betrieb in der jetzigen Arbeitsspitze entlastete. Der flüssige Wirtschaftsdünger wurde dabei in einem Arbeitsgang mit Schleppschläuchen in Rillen im Boden eingebracht, die von einer Scheibenegge in der Gerätekombination gezogen wurden, die die Rillen anschließend gleich wieder zuschüttete.

Die Silomaisernte wird sich nach Einschätzung von Jörg Schröter nach hinten verschieben, weil die Pflanzen witterungsbedingt nicht so schnell abreifen wie in den vorangegangenen trocken-heißen Jahren. Weil der Mais die Kolben relativ hoch am Stängel angesetzt hat, erwägt er, beim Häckseln die Stoppeln länger zu lassen, um den Energiegehalt der Silage zu erhöhen. Zumal die Grundfuttersituation deutlich entspannter ist als in den Vorjahren. Große Sorgen bereiten dem Landwirt allerdings die zunehmenden Schäden durch Wildschweine.




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