Maishäckseln in der Arndt GbR. Ein Teil des Erntegutes dient als Biogas-Gärsubstrat. (c) Michael Arndt

Arndt GbR: Silomais ist vom Feld

Der Mais liegt bei der Arndt GbR schon länger im Silo, die Erträge auf den 70 ha weisen riesige Spannen auf. Nun hat in Bottersdorf die Herbstaussaat begonnen.

Von Detlef Finger

Die Herbstaussaat hat in der Bottmersdorfer Arndt GbR begonnen. Am Sonntag und Montag brachte Werner Arndt die Wintergerste auf rund 16 ha bei Klein Germersleben in den weiterhin trockenen Bördeboden. Ab Mittwoch sollte der Winterweizen gedrillt werden – ausschließlich E- und A-Sorten, insgesamt etwa 120 ha, davon ca. 25 ha zur Vermehrung. Eventuell könnte danach noch ein Schlag mit Dinkel, ebenfalls zur Vermehrung, bestellt werden, „doch diese Überlegung ist noch nicht endgültig“, sagt Junior Michael Arndt.

Der Silomais hat im Betrieb im Laufe des Septembers bereits das Feld geräumt. Die Erträge wiesen auf den insgesamt rund 70 ha abhängig von den punktuell gefallenen Niederschlagsmengen riesige Spannen auf. Und obwohl Sorten mit unterschiedlichen Reifezahlen (250 bis 280) angebaut worden waren, um eine Staffelung beim Häckseln zu erreichen, hatte sich das Erntefenster aufgrund der Trockenheit zusammengeschoben.

Zwillingsbereifung zur Bodenschonung: Werner Arndt drillt die Wintergerste aus
Zwillingsbereifung zur Bodenschonung: Werner Arndt drillt die Wintergerste aus. (c) Detlef Finger

„Wir werden den Anteil früherer Sorten im kommenden Jahr wohl von fünfzig Prozent auf zwei Drittel ausdehnen“, überlegt Juniorchef Michael Arndt nach den Erfahrungen zweier Dürrejahre. Diese bildeten den Kolben zeitiger aus und so reiche das wenige verfügbare Wasser noch eher für die Kornfüllung als bei späten Sorten.

Anfang kommender Woche sollen die 12 ha Körnermais gedroschen werden. „Der muss in diesem Jahr früher vom Acker, weil wir schon größere Wildschäden im Bestand hatten“, erklärt der Junglandwirt, der auch Jäger ist. Zwar habe man beim Maishäckseln etliche Wildschweine erlegt, doch ziehe diese letzte Maisfläche in der Gemarkung die Schwarzkittel geradezu magisch an.

Silo- und Körnermais lässt der Familienbetrieb in Dienstleistung ernten, Abfuhr und Einlagerung werden selbst erledigt. Ein Teil des Silomaises wird als Winterfutter für die Fleckvieh-Fleischrinder des Zuchtbetriebes einsiliert, die überwiegende Menge indes auf vertraglicher Basis als Gärsubstrat an eine Biogasanlage geliefert.

Eher Skeptisch bei der Rübe

Zeitgleich steht ab dem kommenden Montag auch die Frührodung der ersten Zuckerrüben an. Zweiter Rodetermin ist Anfang November. Seniorchef Werner Arndt blickt in punkto Rübenanbau eher skeptisch in die Zukunft. Die Bestände haben im zweiten Jahr in Folge sehr unter der Trockenheit gelitten und lassen wiederum nur eher unterdurchschnittliche Erträge erwarten. In Kombination mit den aufgrund der Entwicklung am Zuckermarkt lediglich niedrigen Erzeugererlösen ist kaum mehr eine rentable Produktion möglich.

Auf rund 16 ha bei Klein Germersleben kam Wintergerste in den Boden
Auf rund 16 ha bei Klein Germersleben kam Wintergerste in den Boden. (c) Detlef Finger

Darüber hinaus bringen immer neue Hiobsbotschaften, etwa hinsichtlich des Verbotes wichtiger Pflanzenschutzmittel, den erfahrenen Anbauer schier zur Verzweiflung. „Ich kann doch nicht auf fünfundsechzig Hektar Zuckerrüben das Unkraut allein maschinell bekämpfen“, schüttelt er den Kopf. Werner Arndt befürchtet zudem, dass die hiesigen Zuckerunternehmen entgegen anderslautenden Beteuerungen künftig verstärkt auf Rohrzucker setzen und sich dafür entsprechende Beteiligungen an Werken in den Anbauregionen in Drittstaaten sichern.

Bei allen Feldarbeiten ist in der Familien-GbR im Bördekreis das Wassersparen oberste Prämisse. „Wir müssen den Boden möglichst wenig anfassen und anschließend rückverfestigen“, erklärt Michael Arndt. So habe sich zum Beispiel gezeigt, dass bei unmittelbarer Einsaat der Zwischenfrüchte in die Getreidestoppel sich die Bestände deutlich besser etablieren als nach Stoppelsturz und später nachfolgender Aussaat.

Auch bei der Bearbeitung der Maisstoppel sieht sich der Junglandwirt im Zwiespalt. Zur Bekämpfung von Fusarium und Zünsler sei eine tiefe, am besten wendende Bodenbearbeitung angesagt, doch gehe damit Wasser verloren. In Bottmersdorf wird daher die Stoppel geschlegelt und der Boden dann zweimal mit der Scheibenegge bearbeitet – einmal flach, einmal tief bis 15 cm. Direkt danach wird der Winterweizen gedrillt und angewalzt, um wieder den nötigen Bodenschluss zu erreichen.

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