Geschäftsführer Dirk Steinhoff vor einem Jahr vor der Stallbaustelle. (c) Heike Mildner

TAP: Gespräch über gelegte und ungelegte Eier

Wir führten ein Gespräch mit dem Geschäftsführer der Trebnitzer Agrarproduktions GmbH, Dirk Steinhoff. Darin ging es um den neuen Produktionszweig der Legehennen, um Zufriedenheit und Zukunft.

Das Gespräch führte Heike Mildner

Seit wir vor etwa zwei Jahren das erste Mal auf dem Betrieb in Trebnitz waren, hat sich viel getan. Damals berichteten wir über ein Seminar zur Umstellung auf ökologischen Landbau, und Frank Schumacher, der 2019 die erste Biosaat in der Erde hatte, berichtete begeistert vom ackerbaulichen Herangehen an die Umstellung. Diesen Prozess wollten wir begleiten! Seit Ende April 2020 war die TAP Praxispartner der Bauernzeitung in Brandenburg. Unseren letzten Besuch nutzen wir für ein Gespräch mit TAP-Geschäftsführer Dirk Steinhoff.

Die Umstellung ist abgeschlossen, die Ställe stehen, die Hühner legen. Läuft alles zu Ihrer Zufriedenheit?
Ja, der Betrieb läuft rund. Die Legehennen erweisen sich wie versprochen als robust, die Verluste liegen bislang unter einem Prozent. Derzeit müssen wir ein bisschen aufpassen, dass nicht zu viele L-Eier gelegt werden, denn das wirkt sich langfristig auf die Gesundheit der Hennen aus. Wir können das bis zu einem gewissen Grad über das Futter regulieren, hat mir unser Tierarzt eben am Telefon bestätigt.

Wie geht es betrieblich weiter, wo jetzt alles rund läuft?
Wir bauen gerade eine zweite Anlage für die Bio-Legehennenhaltung, also zwei weitere Doppelställe für weitere 12.000 Legehennen: mit demselben Planer, denselben Firmen, derselben Förderung, denselben Züchtern. Die Bedingungen stimmen, wir haben ausreichend Fläche, und der Markt gibt es her. Wir werden auch noch in eine Packstelle investieren, damit wir hier zu noch mehr Regionalität kommen. Außerdem sanieren wir gegenüber vom zweiten Stallensemble ein Bauernhaus, das wir vor 25 Jahren mitgekauft haben. Die Trebnitzer warten schon seit 20 Jahren, dass da was passiert. Ich habe hier also noch einiges vor.

TAP-Brandenburg Mitarbeiter
Abschied vom TAP-Team: Olaf Maske, Azubi Max Schurke, Jessie Heyer und allen anderen „Hühnerflüsterern“. (c) Heike Mildner

Sie haben also den genauen Vergleich – auch was die Stallbaukosten betrifft?
In der Tat. Die sind in nur einem Jahr um 20 Prozent gestiegen. In der Kalkulation macht sich das mit einem Cent weniger Gewinn bei jedem künftigen Ei bemerkbar. Außerdem kommt es am neuen Standort zu Verzögerungen bei der Versorgung mit Strom und Wasser. Wir werden den Strom in der Bauphase wohl mit einem Dieselgenerator erzeugen müssen.

Dennoch haben Sie offenbar keinen Grund, für bessere Bedingungen zu demonstrieren.
Ich komme aus der „Göttinger Schule“ und bin groß geworden mit Butterbergen und vollen Interventionslägern für Getreide, weil da vollkommen am Markt vorbei produziert wurde. Daher bin ich überzeugt: Bei allem, was wir tun, müssen wir davon ausgehen, dass die Agrarförderung in der heutigen Form irgendwann vollständig wegfällt.

Und was ist mit den schlechten Brandenburger Böden, dem Standortnachteil?
Wir haben ja auch Standortvorteile. Zum Beispiel, dass die Böden hier keine 80.000 Euro kosten. Auch bei der Pacht kann man maßvoll bleiben. Es sind nicht nur Aldi und Co., die die Pachtpreise nach oben treiben, sondern auch mancher Berufskollege.


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Apropos: Der Name Steinhoff ist kein unbeschriebenes Blatt. Sie haben ganz sicher nicht irgendwo ein Möbelhaus stehen?
Ganz sicher nicht. Außerdem gibt es noch einen Fliegergeneral und eine Forstdynastie Steinhoff – nein, ich gehöre zu keinem davon, nur zu mir. Auch landwirtschaftlich bin ich ein Quereinsteiger, kein Hoferbe. Reiten und Pferde waren mein Ding, ich wollte Tiermedizin studieren, dafür reichte das Abizeugnis nicht. Mein Vater hatte in Salzgitter viel mit Landwirten zu tun: Ich habe eine Lehre gemacht und später Agrarökonomie studiert. Aber ich hatte die Chance, diesen Betrieb zu kaufen, habe die letzten 20 Jahre von meinen Einkünften in der Computerbranche gelebt und alles im Betrieb gelassen. In sieben Jahren werd ich 70, dann will ich mit meiner Frau in Leipzig den Ruhestand genießen.

Und was wird dann aus der TAP?
Die zweite Stalleinheit baue ich gemeinsam mit meinem Sohn Carl. Der hat sich schon als Kind in Trebnitz sehr wohl gefühlt, ist auch jetzt häufig und gern hier, hat Landwirtschaft studiert und wird die TAP einmal übernehmen.


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