Die Sommergerstensorte Leandra: Links im März gedrillt und rechts im Oktober des Vorjahres. © Frank Hartmann

Was macht die Thüringer Braugerste?

Lichte Bestände, weniger ährentragende Halme und die Gefahr von Zwiewuchs diagnostizierte der Braugerstenverein bei der zweiten Feldbegehung seiner Sortendemo.   

Von Frank Hartmann

Zum Wochenbeginn machte sich der Thüringer Braugerstenverein zur zweiten Feldbegehung seiner diesjährigen Sortendemonstration auf. Seit dem 6. Mai, der ersten Inspektion, ist einiges passiert. Auf den Flächen des Gastgeberbetriebes, der Agrargesellschaft Pfiffelbach mbH, kam endlich Niederschlag an. Noch nicht genug, aber immerhin: Am letzten Wochenende waren es bis zu 30 mm.

Zum Glück gab es Niederschlag

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Video (c) Frank Hartmann

Pfiffelbachs Geschäftsführer Dr. Lars Fliege sieht in den lichten Beständen klar die Wirkungen der anhaltenden Trockenheit. Er und Dr. Martin Farack vom Braugerstenverein schätzen ein, dass sich in den Sommerbraugerstenbeständen etwa ein Drittel weniger ährentragende Halme finden lassen. Das sei auf den Praxisflächen als auch bei der Sortendemo so. Der Niederschlag kam für die bevorstehende Kornfüllung zwar noch rechtzeitig. Zur Erinnerung: 2019 war es vor allem der extrem niedrige Vollgerstenanteil, der für die Aberkennung der Brauqualität in Größenordnungen in Thüringen sorgte. Nach dem Niederschlag und in Verbindung mit hohen Temperaturen, rechnen die Braugerstenexperten nunmehr aber mit Zwiewuchs in den lichten Beständen.

Zweite Feldbegehung der Sortendemo an diesem Montag: Dr. Lars Fliege und Dietmar Leydolph von der Agrargesellschaft Pfiffelbach, Sortenfachmann Dr. Uwe Jentsch vom Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum sowie Annemarie Stoye, Susann Grau und Dr. Martin Farack vom Thüringer Braugerstenverein. © Frank Hartmann

Unterschiede unter den zwölf Sommergerstensorten (EC Stadium zum Mitte/ Ende der Blüte) im Demoanbau lassen sich noch nicht erkennen. Wie auf den Pfiffelbacher Praxisschlägen veranlasste Pflanzenbauleiter Dietmar Leydolph seit der ersten Feldbegehung eine Fungizid-und Insektizidbehandlung und eine Gabe Blattdünger (Bittersalz, 5 kg/ha).

Braugerste: Wintervariante steht dichter

Interessant bleibt der betriebsinterne Vergleich mit der Sorte Leandra. In der Sortendemo wurde sie am 16. März relativ spät gedrillt. Daran schließt sich direkt ein Praxisschlag mit der Sommergerstensorte an: Hier erfolgte die Aussaat am 18. Oktober. Die „Wintervariante“ steht deutlich dichter und befindet sich jetzt im EC 71 (Beginn der Kornfüllung). Fliege schätzt, dass sie gut zwei Wochen Vorsprung vor der im Frühjahr gedrillten hat. Auffällig ist ihre rote-braune Färbung. 

Die Drohne des Braugerstenvereins lichtet auf einem angrenzenden Winterbraugerstenschlag das Ausmaß von Feldmausschäden ab. Im Thüringer Becken treten sie in diesem Jahr wieder massiv auf und sorgen für Schäden in allen Feldkulturen. © Screenshot: Frank Hartmann  

Der Thüringer Braugerstenverein entschied sich wegen der Coronapandemie, seine für Anfang Juli geplante alljährliche Braugerstenrundfahrt abzusagen. Seinen Mitgliedern und allen Interessierten stellt er daher den aktuellen Stand und die Ergebnisse der Sortendemo digital zur Verfügung. Die Bauernzeitung begleitet das Vorhaben und wird Anfang Juli von der dritten Feldbegehung berichten.

Der Braugerstenverein, dessen Geschäfte der Landvolkbildung Thüringen e.V. führt,  hat seine Präsentation zur Entwicklung der Sorten in seiner Demonstration aktualisiert. Darin findet sich auch ein Link zu einem Drohnenflug über die Sortendemo.

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