Eine Wildkamera nahm vor wenigen Wochen Bilder von dem Wolf auf. (c) privat

Wolf bei Zwickau nachgewiesen

Bislang war der Landkreis Zwickau nicht von Wölfen besiedelt, nun scheint sich ein Tier zumindest zeitweilig in der Region aufzuhalten. Eine Wildkamera fotografierte das Raubtier bei Crimmitschau.

Mehrere Nachweise in den vergangenen Wochen belegen die Anwesenheit eines Wolfes im Landkreis Zwickau. Darüber informiert die Fachstelle Wolf des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG). In der Nähe der Stadt Crimmitschau seien Mitte Februar von einer automatischen Wildkamera Bilder des Tieres aufgenommen worden. Experten hätten bestätigt, dass es sich bei dem abgebildeten Tier um einen Wolf, vermutlich einen Jährling, handelt. Das Geschlecht konnten sie anhand der Bilder nicht bestimmen. Während die östlichen Landesteile Sachsens seit Längerem von Wölfen besiedelt sind, ist der westliche Landesteil bislang noch ohne dauerhafte Wolfsvorkommen.

Wolf riss im Dezember Schafe

Außer den Wildkameraaufnahmen gibt es weitere Hinweise auf Isegrims Anwesenheit im Raum Crimmitschau. Anfang Dezember 2019 hatte die Fachstelle gerissene Schafe in der Gemeinde Neukirchen begutachtet. Die vor Ort getroffene Annahme, dass ein Wolf Verursacher das Schadens war, bestätigte auch die Untersuchung von Speichelproben. Aktuell sei noch unklar, ob es sich bei beiden Nachweisen um dasselbe Tier handelt und ob es sich dauerhaft in der Gegend aufhält oder nur durchzieht. Der letzte Nachweis im Landkreis Zwickau liegt zwei Jahre zurück. Erstmals konnten Experten im Jahr 2014 ein durchziehendes Tier bestätigen. Es handelte sich um eine Wölfin aus dem Spremberger Rudel. Sie ist heute auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf in Thüringen sesshaft.

Freistaat fördert Herdenschutz

Die Fachstelle weist darauf hin, dass Nutztierhalter überall in Sachsen mit dem Auftreten von Wölfen rechnen müssen. Sie sollten daher Weidetiere, insbesondere Schafe und Ziegen, entsprechend durch Elektrozaun schützen. Sachsen fördert Maßnahmen zum Schutz von Weidetieren zu 100 Prozent. Tierhalter können sich zum Herdenschutz beraten lassen. kb


Herdenschutzberatung: Ulrich Klausnitzer, Tel. (0151) 50 55 14 65, herdenschutz@klausnitzer.org
Hotline zur Meldung von Nutztierrissen, sowie toten, verletzten oder auffälligen Wölfen in Sachsen (24 h): 0800 555 0 666


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