Die Kühe in Sachsen geben immer mehr Milch. (c) Sabine Rübensaat

Milchkühe in Sachsen: Tiere werden immer älter

Der Abbau der Milchviehhaltung in Sachsen hat sich auch im Jahr 2023 fortgesetzt. Dafür werden die Milchkühe immer älter und sie geben mehr Milch.

Von Karsten Bär

Mit 393 Kilogramm Zuwachs ist es ein recht großer Sprung nach vorn: Sachsens Milchkühe haben im abgelaufenen Milchwirtschaftsjahr ihre Milch-Leistung wieder deutlich gesteigert. Im Schnitt wurden 10.454 Kilo je Kuh und Jahr gemolken – nur in Sachsen-Anhalt war die Leistung mit 10.470 Kilo höher. Bei den Inhaltsstoffen liegen die Sachsen indes vorn. 778 Fett-Eiweiß-Kilo (+27 Kilogramm) seien bundesweit spitze, so Stefanie Donner, Leiterin des Bereichs GERO/MLP (Gesundheit und Robustheit/Milchleistungsprüfung) beim Sächsischen Landeskontrollverband (LKV).  

Milchkühe in Sachsen: Starker Leistungszuwachs

Im Schnitt enthält die Milch sächsischer Kühe 4 Prozent Fett und 3,44 Prozent Eiweiß. Der starke Leistungszuwachs dürfte zu großen Teilen auf den anhaltenden Abbau des Milchkuhbestandes im Freistaat zurückgehen, durch den vor allem leistungsschwächere Tiere die Herden verlassen Um 2 Prozent sei der Kuhbestand auf nunmehr 157.623 gesunken (-3.214), die Zahl der Betriebe um 13 bzw. 2,6 Prozent auf nur noch 504, so die Bereichsleiterin.  

Herden sind im vergleich klein

Unter den Betrieben, die aufgegeben haben, seien sowohl sehr große als auch sehr kleine Erzeuger. Immerhin falle der Rückgang nicht mehr so dramatisch aus, wie im Jahr zuvor (-5,6 Prozent). Die Milch-Erzeugung ist in Sachsen weiterhin weniger konzentriert als in den anderen Ost-Bundesländer. Die durchschnittliche Herden-Größe ist mit 313 Kühen vergleichsweise gering. Durch den LKV geprüft werden 93,8 Prozent der sächsischen Milchkühe, was einen minimalen Rückgang gegenüber dem Vorjahr darstellt.  

Beste Betriebe in Sachsen

Übersicht über die besten Betriebe in Sachsen. (c) Quelle: Landeskontrollverband/Bauernzeitung

Gestiegen ist im zurückliegenden Prüfjahr nicht nur die Leistung. Auch die Nutzungsdauer hat sich verlängert – von 35,4 auf nun 36 Monate. Und: Zum ersten Mal ist die Grenze von 30.000 Kilogramm bei der Lebensleistung gemerzter Kühe überschritten worden. Der Wert steigerte sich um 691 Kilogramm auf 30.209 Kilogramm. „Trotz rückläufiger Kuh-Zahlen ist auch die Zahl der Dauerleistungskühe um 35 auf 241 gestiegen“, so Stefanie Donner weiter. 

Milchkühe in Sachsen: Höchste Lebensleistung war 154.638 Kilogramm

 Das Tier mit der höchsten Lebensleistung nach Milchmenge (154.638 Kilogramm) war die 2008 geborene Kuh Dalila von der Hahn/Radke Holsteins GbR in Kleinhartmannsdorf. Das Tier mit der höchsten Gesamtleistung nach Fett-Eiweiß-kg war mit 11.081 Kilogramm die Kuh Fiona (Geburtsjahr: 2006) von der Agrargenossenschaft Hainichen-Pappendorf. Die erhobenen GERO-Daten nutzt der LKV auch zur Erstellung eines GERO-Rankings.  

Größe der Herden ist sehr unterschiedlich

Das Ranking beinhaltet unter anderem Parameter wie Nutzungsdauer, Merzungsrate, Zellzahl oder Harnstoff als Maßstab für den Überschuss und damit als Marker für Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Das Ergebnis zeigt auch in diesem Jahr, dass Tierwohl nicht von der Bestandsgröße abhänge, sondern vom Management. Die Herdengröße der Top-10-Betriebe im GERO-Ranking reiche von 122 bis 1.359 Tieren, wie Stefanie Donner betont. Die durchschnittliche Bestandsgröße liege bei 536 Tieren. 

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