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Apfelsaison eröffnet: Sächsische Erzeuger optimistisch

Zur Eröffnung der Apfelsaison prognostiziert der Landesverband „Sächsisches Obst“ eine gegenüber dem Vorjahr deutlich höhere Erntemenge und gute Qualitäten. Das Preisniveau bleibt stabil.

Von Karsten Bär

So süß wie zuletzt werden die Früchte in diesem, eher sonnenarmen Jahr wohl nicht sein. Doch der Ertrag, den sich Sachsens Apfelanbauer in der gerade begonnenen Erntesaison erhoffen, legt gegenüber dem Vorjahr deutlich zu. Ein Drittel mehr Menge als im ertragsschwachen Vorjahr wird 2021 voraussichtlich in den Stiegen der Obsterzeuger landen. Man gehe von einem Gesamtertrag von 64.200 t aus, sagte Matthias Wedler, amtierender Vorsitzender des Landesverbandes Sächsisches Obst, vorige Woche bei Eröffnung der sächsischen Apfelsaison auf Gut Gamig in Dohna.

Apfelsaison: Ertrag unter niveau der normalernte

Saison eröffnet: Blütenkönigin Elisabeth II. und Minister Günther beim symbolischen Erntestart auf Gut Gamig. (c) Karsten Bär
Saison eröffnet: Blütenkönigin Elisabeth II. und Minister Günther beim symbolischen Erntestart auf Gut Gamig. (c) Karsten Bär

Der Ertrag liege allerdings trotzdem etwas unter dem Niveau einer Normalernte. Denn auch 2021 waren die Bedingungen nicht immer optimal. Der frostige Februar und Frosteinbrüche um die Osterzeit hätten in allen Regionen zu Ertragsdepressionen in einzelnen Lagen geführt, wie Wedler erklärte.

Zudem herrschten ungünstige Blühverhältnisse aufgrund der kühlen Witterung im Frühjahr und des damit verbundenen verringerten Bienenflugs. Vor allem bei der Sorte Elstar trat Alternanz auf. Allerdings erwarten die Erzeuger wegen der feuchten Witterung gute Fruchtgrößen. Aufgrund der kühlen Nächte sei auch die Färbung der Äpfel gut.

Auch wegen der erwarteten Qualitäten ist der Landesverband optimistisch, auskömmliche Erlöse erzielen zu können. Wedler sagte, das gute Preisniveau von 2020 bleibe erhalten, auch wenn ein gewisser Druck aufgrund einer insgesamt guten Apfelernte in Deutschland (1,08 Mio. t) und Europa (11,74 Mio. t) zu erwarten sei. In Hausgärten und auf Streuobstwiesen dürfte die Ernte geringer ausfallen, wodurch die Nachfrage steige.

Auch der Industriemarkt, dazu zählen etwa Vermoster und Konzentrathersteller, sei aufnahmefähig. In Südeuropa sorgten Hitze und Trockenheit für kleinere Früchte und somit geringere Qualitäten. Allerdings sei auch eine große Ernte im Nachbarland Polen zu erwarten, das sich zum größten Apfelproduzenten Europas – und zweitgrößten der Welt – gemausert hat. Dort erwarte man eine Ernte von 4,7 Mio. t; ein Ertragsplus von 22 %.

Zudem ist der Landesverband nach wie vor unglücklich über das Russlandembargo, durch das Absatzmöglichkeiten wegbrachen. Neue Exportmärkte seien bisher nur unzureichend erschlossen worden.

Als Herausforderung für die Obstbaubetriebe nannte Wedler darüber hinaus die wachsenden Probleme, ausreichend Saisonkräfte zu rekrutieren. Unter den Bedingungen der Coronapandemie sei dies noch schwieriger gewesen. Die vom Verband immer wieder geäußerte Kritik am Mindestlohn und den dadurch steigenden Kosten für Saisonkräfte erneuerte der Vorsitzende.


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Erzeugung gegen folgen des Klimawandels absichern

An der Erntesaisoneröffnung nahm auch Sachsens Landwirtschaftsminister Wolfram Günther (Grüne) teil. Die sächsische Obst- und speziell Apfelproduktion versorge den Freistaat mit regionalen Lebensmitteln, schaffe Arbeitsplätze, erhalte ein attraktives Landschaftsbild und auch Traditionen.

Zwar habe das Jahr 2021 bessere Witterungsbedingungen geboten als die Dürrejahre zuvor. Dennoch gelte es, die Erzeugung gegen die Folgen des Klimawandels abzusichern. Dabei helfe der Freistaat mit der landwirtschaftlichen Investitionsförderung. Erhöht wurde hierin in diesem Frühjahr der Fördersatz für Hagelschutzeinrichtungen im Wein- und Obstbau von 25 auf 40 %.

Mitglieder des Obstbauverbandes erzeugen in Sachsen auf 2.277 ha Äpfel. Die Fläche ist seit Jahren rückläufig. Im gesamten Gebiet des Verbandes, das auch Sachsen-Anhalt umfasst, werden 2.693 ha Apfelanbaufläche bewirtschaftet, davon mehr als 15 % (420 ha) ökologisch.

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