35.000 Puten müssen in dem betroffenen Betrieb getötet werden. (c) Susanne Gnauk

Vogelgrippe in großer Putenzucht festgestellt

Im Landkreis Börde ist nach Informationen der Bauernzeitung eine Putenzucht mit 35.000 Tieren positiv auf die hochpathogene Aviäre Influenza des Subtyps H5N8 getestet worden. Eine finale Bestätigung des Friedrich-Loeffler-Instituts steht noch aus.

Von Detlef Finger

Sachsen-Anhalt hat einen ersten Fall von Vogelgrippe in einem großen Nutzgeflügelbestand in diesem Jahr. Nach Informationen der Bauernzeitung ist ein Putenzuchtbetrieb mit rund 35.000 Tieren in der Gemeinde Bülstringen im Landkreis Börde von der Geflügelpest betroffen. Untersuchungen auf den Erreger der hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI) des Subtyps H5N8 sollen sowohl bei Eigenkontrollen des Unternehmens als auch bei Voruntersuchungen im Landesveterinäramt positiv ausgefallen sein. Am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, würden derzeit noch Untersuchungen durchgeführt, der Befund stehe aber noch aus, sagte eine Sprecherin am Montagabend gegenüber der Bauernzeitung.

Zuständig für den Fall ist das Veterinäramt des Landkreises Börde. Die Behörde war am Montagabend für eine Stellungnahme nicht mehr erreichbar. Wie die Bauernzeitung aus anderer Quelle erfuhr, kann die Räumung eines betroffenen Geflügelbestandes auch vorab angeordnet werden, bevor der abschließende Befund aus dem nationalen Referenzlabor vorliegt, etwa wenn sich Krankheitsanzeichen in dem Tierbestand häufen oder es zu zunehmenden Verendungen von Tieren kommt. Nach Informationen der Bauernzeitung soll dies im Bördekreis der Fall sein. Es ist davon auszugehen, dass das Landratsamt in diesem Zusammenhang eine tierseuchenbehördliche Allgemeinverfügung erlassen wird.

Vogelgrippe auch in Niedersachsen

Erst vor wenigen Tagen, am 20. März, wurde die durch Viren ausgelöste Infektionskrankheit in der Gemeinde Dornum im niedersächsischen Landkreis Aurich – ebenfalls in einem Putenzuchtbetrieb – bei Eigenkontrollen festgestellt. Nach amtlicher Beprobung und Bestätigung des Verdachts wurde der Bestand von 10.000 Puten getötet. Der betroffene Putenelternbetrieb liegt in einem Rastgebiet für Gänse und Schwäne.

Kleinbestand in Sachsen betroffen

Eine Woche zuvor, am 11. März, hatte die Aviäre Influenza H5N8 eine kleine Geflügelhaltung in Bad Lausick im Landkreis Leipzig (Sachsen) heimgesucht. Betroffen war dort ein Bestand mit etwa 40 Hühnern, Enten und Puten. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bestätigte den Befund der Veterinärbehörden anhand eingesandter Proben. Nach der amtlichen Feststellung der Vogelgrippe wurde das noch lebende Geflügel getötet und wurden der Stall und seine Umgebung desinfiziert. Untersuchungen bei Geflügelhaltern im Umfeld brachten keinen weiteren Befund.

Risikoeinschätzung aktualisiert

Das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, hatte seine Risikoeinschätzung zur hochpathogenen Aviären Influenza (HPAIV) des Subtyps H5N8 am 25. März aktualisiert. Trotz des bisherigen Ausbruchsgeschehens in Geflügelbetrieben in Mittel- und Osteuropa stufte das FLI das Risiko eines Eintrags von HPAIV in Nutzgeflügelhaltungen durch direkte Kontakte zu Wildvögeln aber weiterhin als insgesamt mäßig ein. Ob sich daran mit dem neuen Fall im Bördekreis etwas ändert, bleibt abzuwarten. Das Risiko eines Eintrags durch HPAIV-kontaminierte Gegenstände aus betroffenen Regionen wird ebenfalls als mäßig eingestuft. Das Risiko eines direkten Viruseintrages in deutsche Geflügelbetriebe durch Lebendtransporte aus EU-Mitgliedstaaten erachtet das FLI als gering.

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