Acht Prozent des Rinderbestandes werden in Sachsen-Anhalt auf Höfen mit ökologischem Landbau gehalten. (c) Detlef Finger

Ökologischer Landbau im Aufwind

Für Sachsen-Anhalt liegen dank der Landwirtschaftszählung 2020 erstmals auch detailliertere Zahlen zum Feldbau und zur Viehhaltung im ökologischen Landbau vor.

Von Detlef Finger

In Sachsen-Anhalt wirtschafteten im vergangenen Jahr insgesamt 586 landwirtschaftliche Betriebe nach den Prinzipien des ökologischen Landbaus. Das sind immerhin knapp 14 % der landesweit 4.201 agraren Unternehmen, die landwirtschaftliche Flächen nutzten.

Die Ökobetriebe bearbeiteten zusammen 104.917 ha Land. Das entspricht 9 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) des Landes. Darüber informierte jetzt das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt in Halle (Saale). Basis für diese Zahlen sind die endgültigen Ergebnisse der Landwirtschaftszählung 2020.

Anzahl der Ökobetriebe nahezu verdoppelt

Die Zahl der Ökobetriebe in Sachsen-Anhalt hat sich demnach seit dem Jahr 2010 fast verdoppelt. Damals zählten die Agrarstatistiker 302 Höfe mit ökologischem Landbau im Land. Der Aufwuchs an Betrieben des Ökolandbaus seither betrug hierzulande 94 %. Bundesweit lag dieser demgegenüber bei rund 58 %.

Die Flächenausstattung der sachsen-anhaltischen Betriebe des ökologischen Landbaus beziffert die Statistik schließlich mit durchschnittlich 179 ha. Die einheimischen, konventionell arbeitenden Betrieben sind im Mittel rund 282 ha groß. Zum Vergleich: Bundesweit waren Ökobetriebe im Durchschnitt gut 61 ha groß, konventionell wirtschaftende Betriebe fast 65 ha.


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Hoher Ackeranteil im ökologischen Landbau

Das Ackerland machte im Vorjahr mit 67.345 ha rund 64 % der im ökologischen Landbau bewirtschafteten Fläche in Sachsen-Anhalt aus. Bundesweit waren es lediglich 46 %. Auf gut 58 % der Öko-Ackerflächen im Land (38.909 ha) wuchs Getreide. Weitere 25 % (17.080 ha) dienten dem Erzeugen von Futter. Auf 9 % der Fläche (6.001 ha) im ökologischen Landbau reiften schließlich Hülsenfrüchte wie Erbsen und Lupinen.

Rund 51 % der Ökobetriebe in Sachsen-Anhalt (299 Betriebe) hielten Tiere. Bundesweit lag dieser Anteil bei 66 %. In Sachsen-Anhalt wurden 22.775 Rinder, 5.327 Schafe, 8.938 Schweine sowie 310.398 Hühner ökologisch gehalten. Somit entfielen 8 % des Rinderbestandes (insgesamt 298.823 Tiere) und 8 % der Schafe (insgesamt 71.197 Tiere) hierzulande auf den ökologischen Landbau.

Kaum Schweine in heimischer Ökohaltung

Demgegenüber sind es nicht einmal 1 % aller Schweine (insgesamt 1,12 Millionen Tiere) und lediglich rund 2 % der Hühner (insgesamt 15 Millionen Tiere), die in Betrieben des ökologischen Landbaus standen. Bundesweit waren es fast 8 % der Rinder und knapp 14 % der Schafe, aber ebenfalls weniger als 1 % der Schweine und gut 5 % der Hühner.

Hinsichtlich des Produktionsschwerpunktes im ökologischen Landbau in Sachsen-Anhalt dominierten mit einem Anteil von 48 % die Ackerbaubetriebe. Dahinter folgten die Futterbaubetriebe mit 31 %. Die Anteile für Deutschland ergeben eine umgekehrte Reihenfolge: fast 51 % Futterbaubetriebe und nur gut 27 % Ackerbaubetriebe.

Wittenberg führt im ökologischen Landbau

Die größte regionale Bedeutung in Sachsen-Anhalt besaß der ökologische Landbau im Vorjahr im Landkreis Wittenberg. Dort wirtschafteten immerhin 32 % der ansässigen Betriebe ökologisch. Und das auf fast einem Fünftel der landwirtschaftlich genutzten Fläche. In absoluten Zahlen ausgedrückt sind das im Kreisgebiet 98 Betriebe beziehungsweise 17.404 ha LF. In der kreisfreien Stadt Halle (Saale) waren übrigens 30 % aller landwirtschaftlichen Unternehmen Ökobetriebe, die knapp die Hälfte (48 %) der LF ökologisch bewirtschafteten. Konkret waren es in der Saalestadt sechs Betriebe mit zusammen 1.277 ha LF.

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