© Frank Hartmann

Meisterschaften im Holzrücken mit Pferden

Bei der diesjährigen Landesmeisterschaft im Holzrücken mit Pferden in Springstille bei Schmalkalden holte Lokalmatador und Favorit Jens Nattermann den Sieg in der Königsklasse. Mit seinem Zweiergespann errang Nattermann 670 von 700 möglichen Punkten. Auf den Plätzen folgten in der Thüringen-Wertung Dirk Meinberg aus Göttern (Weimarer Land)  und Matthias Pfeiffer aus Pfullendorf (Landkreis Gotha).

von Birgitt Schunk

Bei der als offener Wettbewerb ausgetragenen Meisterschaft gingen Teilnehmer aus drei weiteren Bundesländern an den Start. Bei den Zweispännern gingen insgesamt 14 Gespanne ins Rennen, wobei Nattermann keines den Gesamtsieg streitig machen konnte.

Und die Bedingungen waren nicht einfach. Dauerregen hatte den Boden des Parcours „schmierig“ gemacht. Das erschwerte die Steilpassage, die Bergab-Station und auch das Aufpoltern auf den nassen Stämmen. „Deshalb war es bemerkenswert, dass solche hervorragenden Leistungen erbracht wurden“, resümierte Rennleiter Berko Leimbach, der das  Forstrevier Stiller Grund leitet.

Der Wettkampf

Alle Teilnehmer blieben im Zeitlimit von 18 Minuten. Um die 420 kg wog der neun Meter lange Pappelstamm, den die Gespanne transportieren mussten. Dabei galt es u. a., ohne anzuecken durch einen nachempfundenen Altholzbestand zu kommen. Ebenso musste eine Bergauf-Passage gemeistert oder der Stamm rückwärts „eingeparkt“ werden.

Über Fichtenbäumchen, Einspänner und Viezemeister

Auch ein Dickicht mit Fichtenbäumchen sollten die Pferde mit Stamm und möglichst ohne Gespannführer passieren. Hier galt es, nicht auf die Zügel, sondern allein auf die Stimme zu hören. „Das schafften fünf Gespannführer, und das war schon ganz hohes Niveau“, zeigte sich Revierleiter Leimbach beeindruckt. Am ersten Wettbewerbstag starteten 24 Einspänner. Für viele Fuhrmänner war hier der Stamm eine besondere Herausforderung. Die fast neun Meter lange und rund 280 kg schwere Lärche war krumm gewachsen und deshalb unberechenbar – vor allem beim   Aufpoltern. Dass genau dieser Stamm zum Einsatz kam, hatte seinen Grund. „Die Teilnehmer hatten sich anspruchsvolle Stationen gewünscht, um den Wettbewerb selektiver zu machen“, so Rennleiter Berko Leimbach.

Bei den Einspännern siegte in der Landeswertung Norbert Rudolf, der für die IG Zugpferde Thüringen startete, aber in Niedersachsen wohnt. Horst Göbel aus Neidhartshausen im Wartburgkreis kam mit seinem Pferd Moritz  auf den zweiten Rang. Der Sonneberger Mike Jakob errang mit Zilli Bronze. In der Bundesländerwertung sicherte sich bei den Einspännern Thomas Schirmer aus Sachsen den Sieg.

Horst Goebel
Vizemeister Horst Göbel © Frank Hartmann

Der mechanische Holzspalter

Vor allem der 67-jährige Horst Göbel freute sich über seinen Thüringer Vizemeistertitel. Der Mann aus der Rhön ist seit „ewigen Zeien“ als Holzrücker tätig. Das Pferd hat er nicht mal ein halbes Jahr. Dass es nun soweit nach vorne reichte, überraschte selbst den erfahrenen Fuhrmann. Wie er berichtete, habe er den Charakterkopf durchschauen und ihm beibringen können, wer der Chef ist: „Mit Gewalt erreicht man das aber nicht, sondern mit List, Tücke und gutem Zureden.“

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