Frank Krüger, Betriebsleiter Landwirtschaft der Wimex-Gruppe, prüft den aktuellen Entwicklungsstand des Sommerhafers auf einer der Flächen. © Wimex

Verzicht auf Pflanzenschutz: Hafer ganz ohne Chemie anbauen

Mit dem Anbau des rispenbildenden Getreides beteiligt sich die Wimex-Gruppe in Sachsen-Anhalt an einem Projekt zum Kooperativen Naturschutz. Im Sinne der Artenvielfalt wird auf Pflanzenschutz verzichtet und auf Untersaat gesetzt.

Von den Redakteuren der Bauernzeitung

Auf einzelnen Feldern der Wimex-Gruppe in Sachsen-Anhalt wächst derzeit Getreide unter besonderen Anbaubedingungen heran: „Zwei unserer Betriebe haben auf insgesamt 140 Hektar Fläche Sommerhafer ausgesät, bei dem bis zur Ernte im Spätsommer weder Pflanzenschutzmittel zum Einsatz kommen, noch mechanischer Pflanzenschutz betrieben wird“, erläutert Frank Krüger, Betriebsleiter Landwirtschaft bei Wimex.

Mit dem extensiven Haferanbau beteiligt sich das Unternehmen mit Sitz in Baasdorf im Landkreis Anhalt-Bitterfeld am Projekt „Kooperativer Naturschutz (KN) in der Agrarlandschaft“ der Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt. Für dieses Projekt haben sich insgesamt zehn Betriebe aus der Region Köthen mit zusammen 280 ha angemeldet.

Hafer anbauen: Vorgaben zur Aussaat

Die Koordination der Projektmaßnahmen zum Anbauen von Hafer erfolgt in der Naturkooperative Köthener Ackerland. Die Stiftung will mit dem Projekt über einen Zeitraum von fünf Jahren Maßnahmen zur Verbesserung der Biodiversität in Sachsen-Anhalt unterstützen und finanziell fördern. Auf einzelnen Ackerflächen soll u. a. ein extensiver Anbau von Erbsen und anderen Hülsenfrüchten, von Ackerwildkrautstreifen sowie von Winter- und Sommergetreide stattfinden.

Ziel des Projektes ist es, auch in landwirtschaftlich intensiv genutzten Regionen des Landes die Populationen gefährdeter Tierarten wie Feldhamster, Rotmilan und Insekten zu stärken. Um jeweils genügend große und passende Lebensräume für die Tiere und Pflanzen zu schaffen, erfolgt der Sommerhaferanbau im Rahmen des Naturschutzprojektes nach bestimmten Vorgaben: So hat auch Wimex das Getreide in mindestens 1.000 m2 großen Streifen ausgesät – allerdings in doppeltem Abstand im Vergleich zu konventionellen Saatreihen und somit nur halber Aussaatstärke.

Frank Krüger, Betriebsleiter Landwirtschaft der Wimex-Gruppe, prüft den 
aktuellen Entwicklungsstand des 
Sommerhafers auf einer der Flächen. © Wimex
Frank Krüger, Betriebsleiter Landwirtschaft der Wimex-Gruppe, prüft den aktuellen Entwicklungsstand des Sommerhafers auf einer der Flächen. © Wimex

Mehr Nachhaltigkeit

Auch für die Ernte des Sommerhafers gibt es im Projekt Vorgaben: Nicht gestattet ist die Ganzpflanzenernte, bei der das Getreide gehäckselt und anschließend siliert wird. Frank Krüger ergänzt: „Auf 58 Hektar der Haferfelder haben wir zudem als Untersaat eine Mischung aus vier blühenden Hülsenfrüchten ausgebracht.“ Die Blüten dieser Pflanzen stellen eine wichtige Nahrungsquelle für zahlreiche Insektenarten dar. In der Artenliste hierfür finden sich z.B. Horn-, Rot- und Gelbklee (Hopfenluzerne) sowie Wicken.

Für die Wimex-Gruppe ist die Unterstützung von Naturschutz und Biodiversität ein wichtiger Teil der firmeneigenen Nachhaltigkeitsstrategie. „Wir als landwirtschaftliches Unternehmen sind auf die Natur, auf Artenvielfalt und gesunde, fruchtbare Böden angewiesen“, betont Frank Krüger. „Denn nur dann können wir erfolgreich wirtschaften und ernten.“

Als Untersaat wachsen zwischen den Getreidereihen Leguminosen heran.
Als Untersaat wachsen zwischen den Getreidereihen Leguminosen heran. © Wimex
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