Lacaune-Schafe der Schafmilchkäserei JAARE in Lindau gehörten zu den auf dem Landeserntedankfest vorgestellten Nutztierrassen. (c) AMG

26. Landeserntedankfest lockte Tausende Besucher an

Das 26. Landeserntedankfest Sachsen-Anhalts im Elbauenpark Magdeburg begeisterte mehr als 33.000 Besucherinnen und Besucher mit Tierschauen, Markttreiben und Bühnenprogramm. Ein Rückblick.

Von Wolfgang Zahn und Detlef Finger

Das Landeserntedankfest in Magdeburg erwies sich nach dem coronabedingten Ausfall im Vorjahr wieder als Besuchermagnet. Dementsprechend zog es gut 33.000 Gäste am vorigen Wochenende in den Elbauenpark der Landeshauptstadt. Dort präsentierten sich bei der 26. Auflage der Veranstaltung auf etwa 30 ha Fläche rund 190 Aussteller aus der Land- und Forstwirtschaft sowie dem Ernährungsgewerbe den Besuchern. Ein besonderer Anziehungspunkt des Landeserntedankfestes waren einmal mehr die Tiervorführungen.

Rinder, Schafe und Pferde im Schauring

Das Oessantschaf, die kleinste Schafrasse Europas, wurde auf dem Fest gezeigt. (c) AMG

Im Schauring auf dem Großen Cracauer Anger ging es sprichwörtlich „tierisch ab“. Die Gäste erlebten zum Beispiel die 17. Staatsprämienschau des Pferdezuchtverbandes Brandenburg-Anhalt. Hierbei konkurrierten immerhin 78 Stuten der Kaltblut-, Pony- und Spezialrassen um die begehrte Auszeichnung. Traditionell bunt ging es bei der Rassedemonstration zu: Vom Mini-Shetlandpony über Reitponys und Haflinger bis zum Kaltblüter stellte sich eine große Pferdevielfalt den zahlreichen Zuschauern vor.

Ebenso hatten beim Landeserntedankfest weitere Nutztiere wie Schafe, Esel und Fleischrinder im Schauring ihren großen Auftritt. Die tierischen Spezialisten für Milch, Fleisch und Landschaftspflege konnten von allen Seiten bestaunt werden. Darunter waren beispielsweise die kleinste Schafrasse Europas, das Ouessantschaf, auch Bretonisches Zwergschaf genannt, sowie die „Weltmeister im Grasfressen“, die Charolaisrinder.

Dexter-Rinder aus der Zucht von Marco Projahn aus Mechau im Tierschauring. (c) AMG

Produkte zum Kosten und Kaufen

Präsentationen von Direktvermarktern rundeten die Gesamtschau auf dem Landeserntedankfest ab. Es gab Verkostungen von Lammfleischspezialitäten, angeboten wurden außerdem mit einem Kulinarischen Stern Sachsen-Anhalts ausgezeichneter Schafskäse, aber auch herzhafte Wurst und Schinken. In einer Schauküche erhielten die Besucher außerdem Anregungen zur Zubereitung von Speisen für zu Hause.

Neben den Vorstellungen von Tieren und Produkten vermittelte das Netzwerk Fokus Tierwohl Informationen, darunter bei einer Vorführung zum Thema „Tierschutzgerechter Transport von lebenden Nutztieren“.

Als weiterer Hingucker auf dem Landeserntedankfest erwies sich übrigens die Landtechnik. Schon von Weitem zogen die großen Landmaschinen die Blicke der Technikfans auf sich. Von der historischen Dreschmaschine bis zum modernen Mähdrescher war die ganze Bandbreite technischer Entwicklungen der letzten 100 Jahre zu bestaunen. Die Leistungsfähigkeit der heutigen, modernen Landwirtschaft ist nicht zuletzt den hoch technologisierten Helfern auf den Äckern zu verdanken.

Thema Obstbau im Mittelpunkt

Infos zum Obstbau vermittelten André Stallbaum (l.) und Wolfgang Zahn. (c) AMG

Auf dem Technikareal stand beim diesjährigen Landeserntedankfest allerdings thematisch der heimische Obstbau im Mittelpunkt. Stündlich präsentierte die Stallbaum GbR aus Stendal in einer Schauvorführung, wie moderne Obstproduktion funktioniert. Der Apfel fällt bekanntlich nicht weit vom Stamm. Doch wie das Kernobst von dort zur Verbraucherschaft gelangt, das wurde außerdem in einem Programm zur Apfelproduktion in Sachsen-Anhalt anschaulich erklärt.

Landwirt André Stallbaum und Wolfgang Zahn, Projektleiter Landwirtschaft bei der Agrarmarketinggesellschaft Sachsen-Anhalt (AMG), lieferten zahlreiche Informationen zur Obstproduktion. Zudem gab es ein Besucherquiz. Bei diesem wurde abgefragt, welche Obstsorten nicht nachreifen. Das sorgte darüber hinaus für so manches Erstaunen bzw. einen Aha-Effekt.

Maschinenvorführung zum Obstbau durch die Stallbaum GbR, Stendal. (c) AMG

Zwischen Öko- und Europadorf

Vor Ort präsentierte sich übrigens auch die Forstwirtschaft. Hier standen Themen wie die enormen Waldschäden im Land, die daraus resultierenden Mengen an minderwertigem Holz und deren Verarbeitungsmöglichkeiten im Fokus. Auch über die Hintergründe der Engpässe beim Bauholz informierten Fachleute der Branche die Besucher. Ein mobiles Sägewerk gab außerdem einen Einblick in die tägliche Praxis des holzverarbeitenden Gewerbes.

Zwischen Öko- und Europadorf kamen die Gäste darüber hinaus mit regionalen Erzeugern, Vereinen und Verbänden ins Gespräch. Natürlich waren sie gut beraten, auch die vielen köstlichen Produkte aus ganz Sachsen-Anhalt ausgiebig zu verkosten. Ob frisch gebackener Baumkuchen oder der Lieblingsziegenkäse vom Ökobauern – so viele regionale Leckereien gibt es selten an einem Ort.

Erntekronen und -Kränze im Wettbewerb

Der LandFrauenverband Sachsen-Anhalt kürte auf dem 26. Landeserntedankfest Sachsen-Anhalt schließlich die Sieger/innen seines Erntekronenwettbewerbes. Unter dem Motto: „Modern trifft Tradition“ präsentierten die Landfrauen auf der Seebühne die filigran gebundenen Kronen und Kränze der Wettbewerbsteilnehmer/innen. Die Erntegebinde, sechs Kronen und fünf Kränze, stellten sich diesmal ausschließlich dem Publikum zur Abstimmung. Zu den Publikumslieblingen des diesjährigen Wettbewerbes avancierten die Erntekrone des Kultur- und Heimatvereins Ragösen/Krakau sowie der Erntekranz von Ingrid Krüger vom LandFrauenverein Ostingersleben.

Organisiert wurde das 26. Landeserntedankfest Sachsen-Anhalt von der Agrarmarketinggesellschaft Sachsen-Anhalt (AMG), unterstützt vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Energie (MULE) des Landes Sachsen-Anhalt.


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